Es war keineswegs ein April-Scherz, das Inserat des Restaurants Kastanienbaum im «Azeiger». Vielmehr wurde die Einladung zum 25-Jahr-Jubiläum des Wirteehepaars Therese und Bernhard Loosli zu einem kleinen Dorffest. Vor dem Haus stand das antike Fahrzeug von Feldschlösschen mit Freibier und im Garten rauchte der Pizzaofen. Zauberer «Ricky» zeigte sich stets einsatzbereit, um die Leute mit seinen Künsten zu verblüffen.

Dass die vielen Recherswiler Vereine, aber auch die Vereine aus den umliegenden Ortschaften, zu den Stammgästen gehören, war unschwer zu erkennen. Der Jodlerklub Waldrösli besang mit «Am Jodlertisch» passend vom gefreuten Zusammensein, die Musikgesellschaft spielte «s’isch immer so gsi» und die Iguschränzer fetzten stimmungsvolle Ohrwürmer. Egon Wassmer, Präsident des Vereinskonvents übergab dem beliebten Ehepaar im Namen von 14 Vereinen einen Gutschein für ein Wellness-Wochenende.

«Auf dem Boden geblieben»

«Das Restaurant ist ein Segen für unser Dorf», sagte Werner Sauser, der vor 25 Jahren als Recherswils Gemeindepräsident amtete. «Die Wirtsleute sind sehr mit dem Dorf verbunden und helfen mit, wann und wo auch immer sie gefragt sind.» Als diese vor 25 Jahren aus dem Emmental kommend – den renovierten «Kastanienbaum» pachteten, existierten noch vier Restaurants im Dorf. Mittlerweile besteht nur noch der «Chegu», wie die Recherswiler das Wirtshaus seit Menschengedenken nennen. «Wir sind immer auf dem Boden geblieben», sehen Therese und Bernhard Loosli den Grund für ihre Beliebtheit und Beständigkeit. Sie hätten immer gut bürgerliche Küche zu moderaten Preisen angeboten. Ein Glück seien die langjährigen Angestellten mit einer Köchin und acht teilzeitbeschäftigten Serviceangestellten. Anwesend war auch der Besitzer des Restaurants, Niklaus Gilgen aus Schwarzenburg. Er lobte die erfolgreiche Führung des Betriebes und die hervorragende Gästebetreuung. «Man kehrt einfach gerne bei euch ein», hielt er fest.

Gut aufgehoben im «Chegu» sind ebenfalls die älteren Leute. Jeden dritten Sonntag im Monat bieten Therese und Bernhard Loosli ein Mittagessen für alleinstehende Frauen an. Waren es anfänglich zehn, sind es inzwischen bis 45 Frauen. Bereits seit dem Jahr 1992 organisieren sie jeden ersten Dienstag im Monat das «Mitenand-Ässe». Auch hier freuen sich jeweils 40 bis 55 Personen auf «ganz gewöhnliche Menüs», so der Wirt sagt. An drei Nachmittagen in der Woche wird im «Chegu» zudem gejasst.

«Die vielen treuen Gäste zeigen uns, dass wir es nicht schlecht machen», resümierte Bernhard Loosli bescheiden. Wenn alles rund läuft, dürfen sich die Recherswiler noch ungefähr acht Jahre über ihren harmonischen «Chegu» freuen. «Wir machen weiter, bis wir 65 Jahre alt sind, sofern es die Gesundheit erlaubt», verkündeten die Wirtsleute in die Zukunft blickend.