Gemeinderat Cyrill Schildknecht hatte am Mittwochabend einen schweren Stand in der Gemeindeversammlung. Das Benutzungsreglement für das Mehrzweckgebäude, das zur Abstimmung gebracht werden sollte, wurde von einer Mehrheit der Anwesenden zerzaust. «Wir haben das Reglement so ausgestaltet, dass es künftig keine Unklarheiten mehr gibt», erklärte Schildknecht.

Dies schien aber nicht gelungen zu sein: Zu kompliziert, widersprüchlich, nicht vollständig, lauteten die Voten. Bemängelt wurde, dass kein Gebührentarif vorliegt. Auch die Formulierung «die Rückgabe muss gereinigt erfolgen», rief Irritation hervor. Bisher habe man die Halle nur besenrein abgeben müssen. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe, die das Reglement schon vor 13 Monaten erarbeitet hatte, zeigten sich zudem irritiert, dass das Geschäft erst jetzt traktandiert wurde.

Auf Antrag von Patrick Noser wurde das Geschäft zurückgewiesen. Mit dem nächsten Budget sollen die Kosten ausgewiesen werden, die nötig sind, damit die Homepage angepasst und die Reservationen online erfolgen können. Über Reglement und Tarifgestaltung soll später gleichzeitig abgestimmt werden. 42 Stimmberechtigte sahen dies gleich, 6 stimmten gegen den Antrag und 4 Personen enthielten sich der Stimme.

Guter Abschluss

Die Rechnung schliesst bei einem Aufwand von 1,69 Mio. Franken und einem Ertrag von 1,73 Mio. mit einem Ertragsüberschuss von 44'093 Franken. Das Budget sah einen Ertragsüberschuss vor, wie Carmen Pfister (Resortleiterin Finanzen) erklärte. Verschiebungen gab es in diversen Bereichen. Auffallend seien die höheren Steuereinnahmen bei den juristischen Personen und im Gegenzug dazu die tieferen Einnahmen bei den natürlichen Personen. Investiert wurden 2017 insgesamt 38'189 Franken.

Die Wasserversorgung und die Abwasserbeseitigung stehen gut da und weisen ein Eigenkapital auf. Die Abfallbeseitigung weist aber ein Minus auf. Dieses muss in den nächsten drei Jahren abgetragen werden. Angekündigt wurde bereits, dass der Häckseldienst künftig etwas kosten soll.

Ohne Gegenstimmen wurde der Projektierungskredit von 19'000 Franken für die Revitalisierung Mülibach, Abschnitt West (Phase 3, Ausführung) genehmigt. Unbestritten war auch der Betrag von 70'000 Franken für die Anpassung der Hausanschlussleitungen und der Hauptstrasse in Verbindung mit dem Wasserleitungsersatz des Zweckverbandes Wasserversorgung Schöniberg. Schliesslich wurde der Beitritt zur neuen Bevölkerungs- und Zivilschutzorganisation Aare Süd genehmigt und auch der Statutenrevision für den Alterssitz Buechibärg wurde zugestimmt.

Grosses Schweigen

Im Traktandum «Verschiedenes» hatten die Einwohnerinnen und Einwohner das Wort. Und sie wollten wissen, wieso sowohl die Gemeindeschreiberin als auch die Finanzverwalterin, kaum haben sie mit ihrer Arbeit begonnen, schon wieder gekündigt haben. «Das geht unter Datenschutz, und ich muss das nicht erklären. Fragen Sie die beiden Frauen doch einfach selbst», antwortete Silvia Stöckli darauf. Die zwei Frauen gaben jedoch während der offiziellen Versammlung keine Antwort.

Auch das Thema Asylkreis kam zur Sprache. «Was ist richtig an den Vorwürfen und was nicht?», wurde gefragt. «Ich stehe unter Schweigepflicht und darf gewisse Sachen nicht sagen», meinte Silvia Stöckli dazu. Es sei richtig, dass Strafanzeige gegen sie eingereicht wurde. Es sei auch so, dass nicht sie alleine, sondern immer das Betreuerteam gemeinsam Entscheide treffe. «Wir haben das Asylhandbuch und halten uns genau daran.» Sie werde sich äussern, wenn die Sache abgeschlossen sei. «Dann kann ich zusammen mit meinem Anwalt entscheiden, was ich überhaupt sagen darf. Die Situation geht mir nahe, und sie beschäftigt mich», so Stöckli abschliessend.