Das räumliche Leitbild beschäftigt die Gemeinde nun schon eine Weile. Nachdem die Gemeindeversammlung im vergangenen Mai nicht auf das neu erstellte räumliche Leitbild eingetreten war, mussten der Gemeinderat und die Ortsplanungskommission über die Bücher. Im November fand ein Workshop statt, an dem sich rund dreissig Einwohnende beteiligten. Es wurde klar, dass sich die Teilnehmenden auf formaler Seite vor allem eine Entschlackung des Leitbildes wünschten.

Weniger Text und nur wenige, ganz einfache Pläne waren gefordert. Auf inhaltlicher Ebene war vor allem das Bevölkerungswachstum ein zentraler Aspekt. Die Angst vor einem zu grossen Wachstum lag im Raum und es wurde festgehalten, dass die Bevölkerungszunahme nur gering sein soll. Ausserdem wünsche man sich möglichst wenig Verdichtung in den bestehenden Quartieren und auch die Vision eines Tunnels für das Bipperlisi wurde damals angesprochen.

Gesundes Wachstum

Das umfangreiche räumliche Leitbild wurde nun unter Berücksichtigung dieser Wünsche überarbeitet. Entstanden ist ein Produkt, hinter dem der Gemeinderat geschlossen stehen kann. Der Rat hat an der Gemeinderatssitzung am Montagabend einstimmig beschlossen, dass man das überarbeitete räumliche Leitbild nun erneut der Gemeindeversammlung vorlegen kann. Das kantonale Amt für Raumplanung hat den Entwurf bereits unter die Lupe genommen und grünes Licht gegeben.

Das neue Leitbild hält fest, dass ein gesundes und ressourcenschonendes Wachstum angestrebt werde. Als Richtwert gilt die Einwohnerzahl von 1150 Personen bis ins Jahr 2035, was ungefähr einem Zuwachs von 200 Personen gleichkommen würde. Das Siedlungsgebiet wird nur noch an wenigen ausgewählten Stellen erweitert.

Geprüft wird etwa eine moderate Einzonung für kleinere Mehrfamilienhäuser am östlichen Rand des Siedlungsgebiets. Allenfalls könnten auch südlich der bereits bestehenden Schützenstrasse noch einige Einfamilienhäuser erstellt werden. Auch eine Wohnnutzung des Waldegghofs soll geprüft werden. Entlang der Baselstrasse soll die Entwicklung gefördert werden, mögliche Aufzonungen werden geprüft.

Fehlt der Pfeffer?

In der Gemeinderatsdiskussion am Montagabend ging es auch darum, ob denn nun, nach all diesen Überarbeitungen und Entschlackungen, «der Pfeffer fehle», wie Ratsmitglied Alfred Hug dies formulierte. Es seien kaum noch Visionen enthalten, fand Hug. Gemeindepräsidentin Anita Panzer erwiderte darauf, dass es sich beim räumlichen Leitbild um eine konkrete, verbindliche Grundlage handle, nicht um festgehaltene Visionen.

Gerade weil in der ersten Fassung schon viele konkrete Massnahmen enthalten gewesen waren, sei das Leitbild an der ersten Gemeindeversammlung gescheitert. Nun sei das Leitbild konkret, enthalte aber keine unnötigen Fesseln, so Panzer. Dem stimmte der Gemeinderat zu und Adrian Zbinden betonte, dass Visionen durch ein Leitbild nicht verhindert würden.