Altreu

Das Naturreservat Aareinseli ist ein «Paradies für Wasservögel»

Beim vor zwei Jahren geschaffenen Naturreservat Aareinsel Altreu wurden 115 Vogelarten gesichtet, davon 28 brütende.

Nicht das erste Mal wurde vor bald zwei Jahren die Aareinsel bei Altreu neu gestaltet. Bisherige Interventionen auf der Insel brachten nicht den erwarteten Erfolg. Jetzt scheint es, als ob die Massnahme, der Aushub von 4500 Kubikmeter Erde, um Flachwasserbereiche, sogenannte Lagunen, zu bilden, gefruchtet hat. Eine Korrektur wurde in diesem Herbst noch durchgeführt.

«Wie unser Beobachter Walter Christen berichtete, wäre es für das Nisten bestimmter Vogelarten, etwa des Kiebitz, wertvoll, wenn ein Bereich der Insel nicht zuwächst», erklärt Jonas Lüthy, wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Amt für Raumplanung, Abteilung Natur und Landschaft, auf der Fahrt mit dem Polizeiboot zur Aareinsel. Mithilfe eines Armeeeinsatzes konnte dieser Eingriff vor drei Wochen durchgeführt werden.

Angehörige des Pontonier-Bataillons 26 erstellten in einem WK-Einsatz eine Schwimmbrücke. Mit dieser wurde ein Bagger auf die kleine Insel transportiert. Der Auftrag lautete, den unteren Inselspitz von überwachsendem Kleingehölz zu befreien und eine Freifläche für rastende Watvögel oder Bodenbrüter zu schaffen.

Watvögel und Schilfbrüter

Für die Nachkontrolle ist Jonas Lüthy beim Transport auf die Hilfe des Polizeibootes angewiesen, das für solche Einsätze des Amtes angefordert werden kann. Auf der Fahrt zur Aareinsel schwärmt er von der Vielfalt der Flora und Fauna. «Es hat sensationelle Arten, die sonst nur selten zu sehen sind. Die Insel mit Lagunen ist für Wasservögel ein Paradies.» Wie erwartet, hätten eine Menge Watvögel im Flachwasser ihr bevorzugtes
Terrain gefunden. Schilfbrüter seien heimisch geworden.

Das Boot landet an der Stelle, wo mit dem Bagger der von Sträuchern und Kleingehölz befreite Bereich der Insel liegt. In der Lagune tummelt sich eine Schwanenmutter, im Schlepptau drei junge, graue Schwäne. Schwärme von Vögeln fliegen auf, von Lüthy sofort mit Namen bedacht.

Im Beobachtungsbericht für das Amt, ausgearbeitet von Walter Christen, sind 115 Vogelarten erwähnt. 28 von ihnen sollen sichere oder wahrscheinliche Brüter auf der Aareinsel sein. Nicht immer konnte festgestellt werden, ob die Vögel am Ufer oder auf der Insel brüten. Zur Wasserralle schreibt Christen: «Ab Mitte Juli kann mehrmals 1 Paar mit Jungen gesehen und gehört werden. Das ist der erste sichere Brutnachweis auf dem Inseli seit Beginn der Achtzigerjahre!» Interessant ist der Bericht zum Kiebitz: «Am 5. April ist erstmals 1 Paar auf der Insel, das Männchen balzt. Am 15. April brütet das Weibchen im Ostteil.» Doch die Brut misslingt.

Neben vielen Tierarten erwähnt Jonas Lüthy beim Augenschein auch seltene Pflanzen, die auf der Laguneninsel spontan gewachsen sind. Beispielsweise der Zweizahn, den es bisher nur beim Inkwilersee gab. Noch ein paar Fotos vom Eingriff, dann geht die Fahrt mit dem Polizeiboot zurück zum Hafen.

Meistgesehen

Artboard 1