Zuchwil

Das Minus im Budget liegt im «Streubereich»

Das Budget 2021 sieht einen Verlust von 944'000 Franken vor.

Das Budget 2021 sieht einen Verlust von 944'000 Franken vor.

Der Gemeinderat Zuchwil genehmigte gegen 1 Mio. Franken Aufwandüberschuss und das Räumliche Leitbild.

Das Säcklein mit den Guetzli beim Ausgang war nicht als Trösterli für das Minus im Budget gedacht. Es ist wohl der nahenden Weihnachtszeit geschuldet. Kein Guetzli geniessen konnte Silvio Auderset, der wie gewohnt die Sitzung des Gemeinderates im Lindensaal virtuell von zu Hause aus verfolgte. Er erklärte, dass die SVP das Budget und die Investitionsrechnung nicht akzeptieren kann. Begründung: «Wir haben am Anfang des Budgetprozesses den Antrag gestellt, das Budget in allen Abteilungen um jeweils 5 Prozent zu kürzen, um den zu erwartenden Aufwandüberschuss abzuwenden. Das wurde abgelehnt.»

«Im Streubereich» ordnete Daniel Grolimund (CVP) das budgetierte Minus von 944'000 Franken bei einem Gesamtaufwand von gegen 60 Mio. Franken ein. «Das ist für mich vertretbar, zumal die Prognosen für die laufende Rechnung 2020 nicht schlecht sind.» In der Investitionsrechnung habe man die Zielgrösse mit netto 4,027 Mio. Franken erreicht, bei der Infrastruktur stehe die Gemeinde gut da, Eigenkapital sei auch vorhanden, und die Steuern konnten auf 120 gesenkt werden. «Den Steuerfuss kann man dann thematisieren, wenn es nötig ist. Ziel muss aber sein, diesen in den nächsten Jahren zu halten.»

Finanzverwalter Mike Marti bestätigt, dass Zuchwil im Eigenkapitals «eine gute Basis» aufweise, aber man im Moment auch von der Auflösung der Neubewertungsreserve profitiere. Patrick Marti (SP) stimmte zu, dass in Zuchwil investiert wurde. Aber nicht genug, so seine Meinung. Er bedaure, dass aktuell jährlich nur ein Strassenzug saniert werde. «Früher haben wir zwei pro Jahr gemacht.» Er denke, dass noch weitere Her ausforderungen auf Zuchwil zukommen würden.

Das Budget 2021 wurde mit 9 Ja zu 2 Nein zuhanden der Gemeindeversammlung verabschiedet.

Mitwirkungsbeiträge in Leitbild eingearbeitet

Die Gemeindeversammlung wird nicht nur über das Budget, sie wird auch über das Räum liche Leitbild entscheiden. Planer Reto Affolter stellte dieses im Gemeinderat vor, nachdem die insgesamt 15 Mitwirkungseingaben sowie die Stellung nahme des kantonalen Amtes für Raumplanung eingearbeitet worden waren. Die Stellung nahme des Amtes erfolgte auf Wunsch der Arbeitsgruppe und bewirkte eine Anpassung in 40 Punkten, so Affolter.

Die Kerninhalte des Räumlichen Leitbildes werden mit thematischen Karten und Leitsätzen beschrieben. Aus der Mitwirkung kam die Anregung, zu den bisherigen thematischen  Karten (Siedlungsgebiete, Ar- beitsgebiete, Mobilität und Verkehr etc.) eine weitere zum Thema Umwelt/Natur zu gestalten. Ein weiteres Dokument ist die Quartieranalyse. Darin werden die Quartiere grob auf Stärken und Schwächen analysiert.

Die SVP lehnte das Räumliche Leitbild ab. Dieses sei zwar detailliert gehalten, aber ein
zu starres Konzept mit klarer Marschrichtung, was auf Planwirtschaft hinauslaufe, so Car-lo Rüsics. Der Gemeinderat stimmte mit 9 Ja und 2 SVP-Nein dem Räumlichen Leitbild zu. Beim Mitwirkungsbericht enthielten sich die beiden SVP-Gemeinderäte.

Reagieren Investoren auf die sich ändernden Vorzeichen im Wohnungsbau?  Die Espace Real Estate AG hat sich entschieden, die Wohnüberbauung Amselweg nicht wie geplant zu Ende zu führen. Anstelle des Rückbaus der zwei letzten Hochhäuser sollen diese nun energetisch saniert und erneuert werden. Ziel sei es, Wohnraum in einem etwas niedrigerem Preissegment zu schaffen. Der Gemeinderat  hat die Änderungen im bestehenden Gestaltungsplan einstimmig zur Vorprüfung und
für die öffentliche Mitwirkung freigegeben.

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