Der Flüchtlingsstrom wurde eingedämmt. Die Zahl der Flüchtlinge, die die Schweiz erreichen, ist zurückgegangen. Damit gehen auch die Belegungszahlen in den kantonalen Durchgangszentren zurück. Im Kurhaus auf dem Balmberg sind aktuell (Stand 14. März) 51 Personen einquartiert. Das Kurhaus mit 100 Plätzen ist zur Hälfte gefüllt. Nebenan im ehemaligen Bildungszentrum sind von den 50 Plätzen deren 41 besetzt. Die Liste der Nationen im Kurhaus reicht von «Unbekannt bis Afghanistan», erklärt David Kummer vom Amt für soziale Sicherheit. Syrer wohnen nur wenige im Kurhaus. Die meisten kommen aus Afghanistan und Äthiopien (je 6 Personen), aus Sri Lanka (5) oder Eritrea und Ägypten.

Zur Zukunft des Kurhauses kann David Kummer noch wenig sagen. Eine grosse Änderung ergebe sich mit der Einführung der beschleunigten Asylverfahrens im Frühjahr 2019. Ab diesem Zeitpunkt werden die Verfahren in Zentren des Bundes durchgeführt und neu dezentralisiert in sechs Asylregionen stattfinden. Die Neuausrichtung des Asylwesens werde dazu führen, dass die Kantone deutlich entlastet würden, da ihnen in der Regel nur noch Menschen mit einem Bleiberecht zugewiesen werden.

Hier taucht mit dem geplanten Ausreisezentrum auch Flumenthal auf der Schweizer Landkarte der neuen Bundeszentren auf, was letztlich auch einen Einfluss auf die künftigen Flüchtlingszahlen im Kanton Solothurn haben wird. «Mit der Kompensation wegen des Bundeszentrums im Deitinger Schachen werden dem Kanton Solothurn im neuen System zusätzlich noch weniger Flüchtlinge zugewiesen.» Gestützt auf Modellrechnungen des Bundes plane man beim Kanton, wie künftig die Unterbringung der Flüchtlinge gestaltet werden soll.

«Keine grossen Nachteile»

Hautnah erleben die Betreiber des Seminar- und Ferienhauses Tannenheim den Betrieb im Kurhaus und im ehemaligen Bildungsheim. Ernst Ryf Bucheli erklärt, dass er wegen der Flüchtlinge keine grossen Nachteile erfahre. «Im Gegenteil. Manchmal ergeben sich Begegnungen zwischen unseren Gästen und den Flüchtlingen.» So seien auch schon Flüchtlinge spontan zu Anlässen oder Festen im Tannenheim eingeladen worden. Grosse Probleme habe er keine und kleine löse er im direkten Gespräch.