Gerlafingen/Kriegstetten
Das kann nur Industrieschnee: In einigen Gemeinden schneit es, ringsherum ist es trocken

In der Stadt Solothurn sind die Strassen trocken, im Grossraum Gerlafingen und Kriegstetten liegt aber Schnee? Die Antwort auf dieses Phänomen lautet Industrieschnee.

Rahel Meier
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Blick auf das verschneite Kriegstetten. In anderen Gemeinden bleibt es trocken.
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Der Kirchenturm ist umrahmt von Bäumen, die nicht mit Rauhreif, sondern mit Industrieschnee bedeckt sind.
Schnee auf den Veloständern bei der Kirche
Jedes einzelne Blatt ist ein Schneekunstwerk.
Auf den Feldern bei Gerlafingen liegt Schnee
Schneebedeckter Fussballplatz
Verschneite Bachlandschaft in Gerlafingen
Industrieschnee in Gerlafingen und Kriegstetten
Müder Engel.
Industrieschnee in Gerlafingen
Ohne Spuren zu hinterlassen geht es hier nicht.

Blick auf das verschneite Kriegstetten. In anderen Gemeinden bleibt es trocken.

Rahel Meier

Industrieschnee ist seit vielen Jahren ein bekanntes Phänomen in der Region rund um Gerlafingen. Während es dort vor allem nachts und am Morgen weiss ist, fällt in den Nachbardörfern meist keine Flocke und die Wiesen bleiben grün.

Drei Zutaten braucht es für Industrieschnee: Feuchtigkeit, Kälte und Staubpartikel. Für feuchte und kalte Luft sorgt meist eine Nebel- oder Hochnebelschicht, die sich oft über Tage im Flachland halten kann. Häufig entsteht Industrieschnee in der Nacht, wenn sich der Nebel noch weiter abkühlt. Industrieanlagen sorgen für die nötigen Staubteilchen.

Industrieschnee ist meist feiner und kleinkörniger als natürlicher Schnee, da die Nebel- oder Hochnebelschicht im Vergleich zu einer mächtigen Wolke nur sehr dünn ist. Der Schneestern hat nur wenig Zeit, um zu wachsen, bevor er den Boden erreicht. Zum Schneemännerbauen ist er deshalb nicht wirklich geeignet. Industrieschnee haftet aufgrund seiner feinen Körnung wie Reif auch noch an Objekten, die bei natürlichem Schneefall davon nicht betroffen wären, weil herkömmlicher Schnee bereits wieder abfallen würde oder bestimmte Stellen – beispielsweise Äste innerhalb von Baumkronen – nicht erreichen würde.

Die Beschaffenheit des Industrieschnees wird auch als besonders leicht und als feinkörnig beschrieben, da bei manchen Industrieschneefällen die Kristalle in Bodennähe nur noch sehr langsam zu Boden sinken und im betroffenen Gebiet einen sehr feinen, «glitzernden» Schneefall, quasi «Schneestaub», verursachen. Dieses Phänomen kann man besonders gut bei Nacht in Städten und bei eingeschalteter Strassenbeleuchtung beobachten.

Quellen: SRF Meteo und Wikipedia.