Buchegg
Das jahrelange Tauziehen um die Schreinerei scheint beendet

Der Gestaltungsplan für den Ausbau der Schreinerei Berger in Buchegg (Ortsteil Bibern) ist vom Regierungsrat genehmigt worden. Aufgrund einer Beschwerde eines Nachbarn, die teilweise gutgeheissen wurde, ergab sich allerdings eine Änderung in den ursprünglich eingereichten Plänen.

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Rechts ist die nicht fertiggestellte Lagerhalle der Schreinerei Berger zu erkennen.

Rechts ist die nicht fertiggestellte Lagerhalle der Schreinerei Berger zu erkennen.

Urs Byland

Der Ausbau und damit verbunden die Optimierung der Betriebsabläufe der Schreinerei war im Grundsatz nicht bestritten. Wohl aber die sogenannte «betriebseigene Wohnung». Und genau hier hat der Regierungsrat eine Änderung angebracht. Konkret darf eine solche Wohnung nur in einem der Baufelder erstellt werden. «Ob die Wohnung überhaupt betriebsnotwendig ist, oder nicht, ist im Baubewilligungsverfahren zu beurteilen.»

Die Schreinerei in Bibern (GB Buchegg, Bibern, Nr. 213) liegt gemäss heute gültigem Bauzonenplan in der Gewerbezone mit Gestaltungsplan. In dieser Zone sind mässig störende Gewerbe-, Industrie- und Dienstleistungsbetriebe und betriebsnotwendige Wohnungen zulässig. Auf der Parzelle liegt ein Zonen- und Gestaltungsplan aus dem Jahr 1992. Im Jahr 2001 wollte Fritz Berger ausbauen. Dies wurde ihm allerdings verwehrt. Die Begründung lautete damals, dass nicht «beliebig Gewerbebauten und Wohnungen erstellt werden können, sondern nur solche für den Schreinereibetrieb».

Im Jahr 2005 wurde der bestehende Gestaltungsplan angepasst. Im Oktober 2016 folgte dann der allerneuste Plan, der über die Liegschaft GB Buchegg (Bibern) Nr. 213 und einen südostseitig angrenzenden schmalen Streifen der Liegenschaft GB Buchegg (Bibern) Nr. 227 gelegt wurde. Damit soll unter anderem die Erweiterung des bestehenden Schreinereibetriebes ermöglicht werden und es werden die Voraussetzungen für eine zweckmässige und langfristige Betriebsentwicklung geschaffen.

Viel zu viel Wohnraum

Gegen den Gestaltungsplan wurden zwei Einsprachen eingereicht, die vom Gemeinderat teilweise gutgeheissen wurden. Daraufhin wurde Beschwerde beim Regierungsrat eingereicht. Der Beschwerdeführer rügt insbesondere eine «Ausdehnung der Wohnnutzung». In den Sonderbauvorschriften sei das Flächenmass für die betriebsnotwendige Wohnung mit 335 Quadratmeter definiert. Dieses Mass lasse sich nicht begründen. Vielmehr werde damit via Gestaltungsplan aus einer Gewerbezone eine gemischte Wohn- und Gewerbenutzung geschaffen. Im Jahr 2005 war die Wohnnutzung durch den Regierungsrat auf 200 Quadratmeter beschränkt worden, was eher angemessen erscheine.

Der Beschwerdeführer rügt zudem, dass ein alters- und behindertengerechter Ausbau, wie er offenbar geplant werde, für eine betriebsnotwendige Wohnung nicht nötig sei.
Der Gemeinderat argumentierte wiederum damit, dass mit den Sonderbauvorschriften zwar eine Maximalmass vorgegeben werde, dass ein zukünftiger Wohnungsausbau letztlich im Baubewilligungsverfahren überprüft und genehmigt werde.

Ob eine Wohnung betriebsnotwendig sei oder nicht, müsse deshalb später geklärt werden. Schliesslich sei die heute bestehende Wohnfläche von 282 Quadratmetern im Jahr 2000 ordentlich bewilligt worden.

Der Regierungsrat macht in seinem Beschluss auch darauf aufmerksam, dass im Jahr 2008 eine zweigeschossige Lagerhalle erstellt wurde, für die nachträglich ein Baugesuch eingereicht wurde. Mit dem nun aufgelegten Gestaltungsplan solle dieser Bau legalisiert werden, was der Regierungsrat aber nicht weiter kommentiert. Der Buchegger Baubehörde wird zudem empfohlen, die Wohnfläche im Baubewilligungsverfahren als anrechenbare Bruttogeschossfläche analog § 34 Abs. 3 der kantonalen Bauverordnung vom 3. Juli 1978 auszuweisen. (rm/rrb)