Da ist dem Gemeinderat in globo der Kragen geplatzt. Der bisherige Stromversorger AEK, der neu zur BKW gehört, plant, die Strompreise für 2018 derart happig zu erhöhen, dass dies die Kunden – im Vergleich mit anderen Anbietern in der Region – mit rund 60 Prozent an Mehrkosten für Energie spüren werden. «Als Einwohnergemeinde sind wir verpflichtet, für unsere Kunden treuhänderisch den besten Marktpreis auszuhandeln», betonte Gemeindepräsident Roger Siegenthaler. Gemeinderatsmitglied Max Meier fasste die Gründe für eine Kündigung des Vertragsverhältnisses mit AEK/BKW zusammen. «Wegen der Erhöhung, die mehr als 2 Rp./kWh ausmacht, und wegen ungebührlichen Verhaltens sollten wir das Vertragsverhältnis auf Ende des Jahres kündigen. Dies sieht der Vertrag vor.»

Lüterkofen ausgeklammert

Das «ungebührliche Verhalten», das Empörung im Rat hervorrief, besteht darin, dass weder die Gemeinde noch Siegenthaler selbst, der beruflich bei einem andern regionalen Energieanbieter tätig ist, zu AEK/BKW-Konferenzen im Kreis der verbliebenen acht kommunalen Partner eingeladen und damit von Informationen abgeschnitten wurde. Vermuteter Grund: Siegenthaler erhalte Kenntnis vom Geschäftsmodell. Inzwischen hat er gehört, dass die Wechsellust in den übrigen Partnergemeinden gross ist. «Nach der Kündigung werden wir im nächsten Jahr eine öffentliche Ausschreibung zur möglichen Verpachtung unseres Stromnetzes durchführen. Die AEK/BKW können sich erneut mit einem Angebot beteiligen», räumte der Rat ein.

Alle Aufgaben verteilt

Im Rahmen der Zusammenkunft von Gemeinderat, Kommissionen, Delegierten und Angestellten ohne Festvertrag, fand die Vereidigung vor der Sitzung in der Turnhalle statt. Danach wurden die Ressorts im Gemeinderat verteilt. Roger Siegenthaler betreut weiterhin Verwaltung, Personal, Information, Medien, Wahlbüro, öffentlicher Verkehr, Bürger- und Kirchgemeinde sowie Langsamverkehr. Einstimmig wurde Reto Allemann als Gemeindevizepräsident bestätigt. Er trägt die Verantwortung für Bau und Werke, Flurwesen, Bach, Landwirtschaft, Soziales, Asyl, Natur- und Gewässerschutz. Bildung, Jugendfragen, Kultur, Sport, Freizeit, Vereine liegen in den Händen von Chantal Hofer (neu). Lis Sieber kümmert sich um Senioren, Spitex, öffentliche Bauten und Anlagen sowie um die Feuerwehr. Max Meier (neu) übernimmt das Ressort Finanzen, wozu auch Zivilschutz, Militär, Schiesswesen, Gewerbe und Umwelt zählen. «Obwohl wir ein rein bürgerlich zusammengesetzter Gemeinderat sind, finden alle Schichten der Bevölkerung bei uns ein offenes Ohr. Wir sind ohne parteipolitische Sicht für alle da», erklärte der Gemeindepräsident zum Start in die neue Legislatur. Es wurde eine leichte Anhebung der Honorierung der Gemeinderatsmitglieder beschlossen. Man habe, so Siegenthaler, den Vorstandslohn im Schulverband zum Vorbild genommen.

Endlich wieder ein Überschuss

Beatrice Wüthrich (KMU Treuhandpartner, Luterbach) stellte als neue Finanzverwalterin das Budget zur 1. Lesung vor. Der Rat dankte für den geglückten «nahtlosen Übergang». Gestützt auf die Jahresrechnung 2015 rechnet die Gemeinde mit Einnahmen von 4,07 Millionen, die zu einem Überschuss von 240'000 Franken führen. Aufgrund kantonaler Vorgaben wird der Steuereingang mit lediglich 2,871 Millionen vorsichtig geschätzt, obwohl die rund 800-köpfige Gemeinde weitere Zuzüge zu verzeichnen hat. Zahlreiche Konten wurden im Rat im Sinne begründeter Zu- oder Abnahme diskutiert. Eine mögliche Anpassung der Löhne in der Verwaltung wird auf Antrag von Max Meier für die nächste Sitzung traktandiert.

Investitionen für 2018 sind in der Höhe von 703'000 Franken vorgesehen. Fürs rinnende Dach der alten Turnhalle und für die Anschaffungen bei der Feuerwehr sei aber mit höherem Aufwand zu rechnen. Nach der definitiven Verabschiedung im November entscheidet die Gemeindeversammlung über das Budget.