Selzach
Das Hudlismattbächli soll wieder offen fliessen dürfen

45 Meter Bach will der Kanton in Selzach wieder offenlegen. Das Wasser des Hudlismattbächli soll zwischen Haagstrasse und Haagbach wieder offen fliessen dürfen. Dazu nötig wird ein kantonales Nutzungsplanverfahren.

Urs Byland
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Der Plan zeigt, wo das Wasser des Hudlismattbächli wieder offen fliessen soll.

Der Plan zeigt, wo das Wasser des Hudlismattbächli wieder offen fliessen soll.

zvg

Die Offenlegung des Baches an dieser Stelle ist schon länger als Projekt in Arbeit und hätte im Rahmen von Umbauarbeiten an der Liegenschaft GB Nr. 5330 erfolgen sollen. Der Bach führt unterirdisch durch die Parzelle, das Rohr mündet in den Haagbach. Aber von der Nachbarsparzelle wurden Bedenken zur Offenlegung des Baches geäussert, weshalb das Projekt nicht weiterverfolgt wurde.

Mit den Renovierungsarbeiten an der Liegenschaft auf der Parzelle 5330 wurde dann bemerkt, dass die Bachleitung undicht ist. Der Eigentümer der Liegenschaft drängte auf eine Lösung mit dem Ziel, die Arbeiten bald fortzuführen. Das Amt für Umwelt schlug deshalb vor, dass die Gemeinde ein entsprechendes Nutzungsplanverfahren durchziehen sollte.

Der Kanton übernimmt

Im September 2017 entschied aber die Bau- und Werkkommission von Selzach, die Planung einzustellen, solange die Betroffenen sich nicht mit Nutzungseinschränkungen einverstanden erklären können. Daraufhin übernahm der Kanton im Sinne der Sache – Revitalisierung und Hochwasserschutz – für die Anstösser die Bauherrschaft. Aufgelegt sind nun ein kantonaler Erschliessungs- und Gestaltungsplan. Diesem kommt gleichzeitig die Bedeutung der Baubewilligung zu.

Die Bachleitung soll abgebrochen oder verfüllt werden. Nördlich beziehungsweise westlich davon soll neu ein offenes Gerinne entstehen, das maximal 3 Meter breit ist. Mit dem Gestaltungsplan soll aber nur die Offenlegung des Hudlismattbächlis ermöglicht werden. Die Ausscheidung eines Gewässerraumes beziehungsweise die Prüfung der Rechtsgültigkeit der heutigen Baulinien soll in der Ortsplanungsrevision erfolgen.

Bund und Kanton zahlen

Zum Hudlismattbächli ist zu erwähnen, dass das Quellgebiet ein Grundwassergebiet ist. Der Abfluss wird hauptsächlich aus dem Überlauf der Quelle der Brunnengenossenschaft Altreu gespeist. Der Abfluss wird nicht wie üblich durch Niederschlag im Einzugsgebiet bestimmt, sondern durch den Quellüberlauf. Das Bächli ist ein kleines Fliessgewässer, welches nur auf einer Länge von zirka 280 Meter oberirdisch verläuft. Die genau Länge kann nicht beziffert werden, dürfte aber bei rund 750 Meter liegen. Der Minimalabfluss liegt bei 8 Liter pro Sekunde, der Maximalabfluss bei 65 Liter pro Sekunde.

Für den Bau des neuen Gerinnes werden die Kosten auf 48'500 Franken veranschlagt. Die Beiträge von Bund und Kanton sollen gegen 90 Prozent betragen.

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