Subingen

Das heutige Zentrum soll zu einem Treffpunkt für die Bevölkerung werden

Das Zentrum von Subingen könnte schon bald komplett anders aussehen.

Das Zentrum von Subingen könnte schon bald komplett anders aussehen.

Subingen soll nicht weiter in die Landschaft hinauswachsen. Dafür möchte man den Dorfkern verdichten und komplett neu bauen. Ideen dazu wurden in einem Masterplan zusammengefasst und der Bevölkerung vorgestellt.

Wer zum heutigen Zeitpunkt in Subingen ein Einfamilienhaus bauen möchte, hat Pech. Es ist kein Land verfügbar. Das erklärte Gemeindepräsident Hans Ruedi Ingold an einem Informationsanlass am Mittwochabend. «Subingen ist nach aussen fertig gebaut und soll nicht mehr weiter in die Landschaft hineinwachsen.» Nachdem mit der Revision der Ortsplanung begonnen wurde, habe man schnell gesehen, dass die Gemeinde aber viel Entwicklungspotenzial im Zentrum hat. «Aus diesem Grund haben wir im Jahr 2016 zwei Planungsbüros damit beauftragt, aufzuzeigen, wie eine Entwicklung im Dorfkern aussehen könnte.»

Beplant wurden 12 Parzellen vom «Kreuz» entlang der Bahnhofstrasse bis hin zum heutigen Café Flury, und von dort aus entlang des Sagibaches bis hin zur Luzernstrasse. Nach der Projektstudie wurden die Resultate durch ein weiteres Planungsteam verfeinert und in einem Masterplan zusammengefasst. Dieser wurde nun der Bevölkerung vorgestellt. Das Thema interessierte:  Über 50 Personen besuchten den Anlass.

Klare Vorgaben mussten erfüllt werden

Michael Koch war Präsident der Fachkommission, die die Arbeiten in Subingen begleitete. Koch ist dipl.-Ing. Architekt und Stadtplaner. Sein Palmares ist lang. Er hat unter anderem an der ETH in Zürich gearbeitet und war von 2004 bis 2018 Pro­fessor für Städte­bau und Quartiers­ent­wicklung an der Hafen­City Uni­versität Hamburg. «Ob Grossstadt oder ländliche Gemeinde. In der Planung gibt es nicht wichtige und unwichtige Aufgaben», meinte Koch. Er machte zudem deutlich, dass die Planung in Subingen durch diverse Umstände erschwert wurde. Das Dorfzentrum mit dem «Kreuz» sei für Subingen ein historisch bedeutsamer Ort, den es zu beachten gilt. Wichtig sei zudem der Sagibach, der quer durch die Gemeinde fliesse. «Eine Vorgabe für die Planung war, dass ein neuer Dorfplatz als Treffpunkt für alle entstehen soll», so Koch.

Martina Zurmühle (ZSB Architekten SIA AG)erklärte anschliessend das Vorgehen. Nicht alle Grundstücke über die geplant wurde, seien effektiv verfügbar und vor allem auch nicht gleichzeitig. Darum wurde die Umsetzung etappiert. «Jede Etappe muss für sich alleine realisierbar sein und auch in sich selbst funktionieren.» Schnell habe sich herausgeschält, dass ein künftiger Dorfplatz gegenüber der Gemeindeverwaltung, mit Bank- und Postfiliale, angesiedelt werden sollte. Dort gebe es heute schon Publikumsverkehr und mit dem neuen Tea Room würde dieser Ort zusätzlich belebt. Damit könnten zudem die Dorfteile miteinander verbunden werden.

Der Ankerpunkt für die Planung war aber auch für Martina Zurmühle das «Kreuz», das entweder saniert oder als Neubau in der selben Dimension, einbezogen wurde. Gleich daneben, entlang der Bahnhofstrasse, könnte ein Gebäude mit Seniorenwohnungen realisiert werden. Entlang der Luzernstrasse stellen sich die Planer Atelierwohnungen mit einer Mischnutzung vor. Gegen den Sagibach hin wird eine reine Wohnnutzung mit Häusern bis zu sechs Stockwerken vorgesehen – mit einem kleinen Park, der auch für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Entlang des Sagibaches sollte neu ein Fussweg geführt werden. Alles in allem könnten neben den Lokalitäten für Kleingewerbe rund 100 Wohnungen erstellt werden. Die Parkierung erfolgt unterirdisch.

Sind die Grundstücke überhaupt verfügbar?

«Wir reden hier von einer Entwicklung in einem Zeithorizont zwischen acht bis 15 Jahren», machte Hans Ruedi Ingold klar. Der Masterplan, wie er nun vorliege, sei zudem nicht verbindlich. Erst mit der Genehmigung der Ortsplanung und den Gestaltungsplänen, die aus dem Masterplan heraus entwickelt würden, sei die Planung rechtsgültig. «Sie alle haben Möglichkeiten mitzureden.»

Ein Thema in der nachfolgenden Fragerunde war der Verkehr auf der Bahnhofstrasse. «Dieser wird sicher nicht weniger», so einer der Anwesenden. Ein anderer wollte wissen, ob die Planung je umgesetzt werde. «Sind die Leute bereit ihre Grundstücke zu verkaufen? Wer kauft das Land?» Die Gemeinde werde sicher nicht als Investor auftreten, so Ingold. Die Gemeindeversammlung habe aber einen Kredit gesprochen, mit dem Land gekauft werden könnte. «Selbstverständlich haben wir bereits Gespräche geführt und wir wissen, dass es Eigentümer gibt, die bereit sind ihr Grundstück zu verkaufen. Andere möchten nur das Land eingeben. Wir können aber niemanden zwingen mitzumachen.» Deutlich wurde aber, dass die erste Etappe schnell ausgelöst werden könnte, weil die Eigentümer des Tea Room Flury interessiert wären an einem Neubau. Kritisch betrachtet wurde die Höhe der Bauten. Dabei ging es vor allem um den sechsstöckigen Einzelbau.

Es gab auch Lob: «Ich finde, die Arbeit die hier geleistet wurde ist hervorragend», meinte ein weiterer Anwesender. «Dass nicht alle Eigentümer gleich begeistert sind ist normal. Und mit dem Verkehr an der Bahnhofstrasse müssen wir leben. Ich persönlich finde das Projekt toll und würde mich freuen, wenn es umgesetzt würde.» Nachdem niemand mehr das Wort verlangte liess Gemeindepräsident Ingold dieses Votum «als wunderschönes Schlusswort» stehen und beendete den Anlass.

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