Die Wyss GartenAkademie ist beliebt, und das Kursprogramm wird weiter ausgebaut. Vor rund zehn Jahren habe man die ersten Kurse ausgeschrieben, erklärt Hans-Walter Müller (Leiter Bereich Detailhandel, Wyss Samen und Pflanzen AG). Das Programm von damals sei aber nicht vergleichbar mit dem von heute mit über 400 Kursen. «Die Akademie hat sich entwickelt, und für uns ist klar, dass wir dieses Standbein weiter ausbauen wollen.»

Mit der GartenAkademie könne sich die Firma von ähnlichen Betrieben abheben. Die Kurse haben immer einen Zusammenhang mit dem Garten und der Natur. Das kann das Thema «Kräuter und Gemüse» sein oder «biologisch gärtnern». Aber auch «Kulinarik», etwa «Blüten auf dem Teller», oder Fotografie mit «Makro-Fotografie Orchideen», aber auch Kreativ-Workshops wie «Pflanzgefässe aus Beton» selbst machen.

«Die Kurse sind nach Möglichkeit so ausgelegt, dass die Teilnehmer nach Kursende etwas selbst Gemachtes nach Hause nehmen können. Zudem achten wir darauf, dass sie immer gut dokumentiert werden.» In der Zwischenzeit bietet die GartenAkademie auch Reisen und Exkursionen an – selbstverständlich auch hier immer im Zusammenhang mit dem Thema «Garten». Weiter ausgebaut werden sollen zudem die Kinderkurse.

Restaurant als Kurslokal

Das ehemalige Restaurant im Blumenfeld in Zuchwil dient inzwischen als Kurslokal. Auf der Gartenterrasse finden beispielsweise die Grillkurse mit der Weber Grillakademie statt. Aber auch im Gartencenter selbst wurden verschiedene Räume zu Kurslokalen umfunktioniert.
Immer mehr werden Anlässe verbunden mit einer Tätigkeit. Die Feier zum 70. Geburtstag etwa mit einem Orchideenkurs oder der Geschäftsausflug, bei dem es zusätzlich Neues zu Kräutern zu lernen gibt.

«Unser Gelände ist ideal für solche Anlässe», erklärt Müller. Man habe alte Treibhäuser, die zum Eventlokal umfunktioniert werden können. Im Schaugarten lasse sich – im Festzelt mit bis zu 600 Personen – gut feiern, und das ehemalige Restaurant kann genutzt werden. Für das Kulinarische sei in einem solchen Fall allerdings der Wyss-Cateringpartner Gourmetbox zuständig.

Floristikbereich verkleinert

Das Gartencenter als solches hat im letzten halben Jahr ebenfalls eine Erneuerung erfahren. So wurde der Floristikbereich verkleinert. Allerdings nicht was das Angebot angeht, sondern nur platzmässig, macht Centerleiter Patrick Birrer klar. «Die Kunden kaufen heute vermehrt einen Strauss oder ein Gesteck, das sie im Laden sehen. Dass selbst Blumen ausgesucht und diese dann von unseren Floristinnen gebunden werden, ist immer seltener.» Mehr Platz bekommen haben dafür der Tee-Shop und die beiden Shops mit Delikatessen und Geschenkartikeln. Vergrössert wurde auch der Aussenbereich des Bistros.

Das Angebot an Gartenpflanzen hat sich leicht verändert. Man habe sich an das veränderte Kundenbedürfnis angepasst. «Urban Gardening» ist eines der Stichworte. Vermehrt seien auch Nutzpflanzen wieder gefragt: Beeren und Obst vor allem. Einer der neusten Trends sei etwa Säulenobst, für einen kleinen Garten oder eine Terrasse.

Schaugarten nur noch zeitweise offen

Schweren Herzens hat die Wyss Samen und Pflanzen AG den öffentlichen Zugang zum Schaugarten geschlossen. Vom Schaugarten gelangt man ohne Hindernisse direkt in den Versuchsgarten der Firma. «Immer häufiger wurden unsere Früchte und Gemüse abends oder am Wochenende geerntet und zum Verzehr nach Hause genommen.» Am schlimmsten war aber, als eines Morgens alle Kürbisse im Kürbistunnel abgeschnitten und zerschlagen am Boden lagen. «Wir haben Monate in die Kürbisse investiert», so Birrer. So ist der Schaugarten nur noch während der Öffnungszeiten des Centers zugänglich und kann vom Bistro aus betreten werden.

Der Versuchsgarten der Wyss Samen und Pflanzen AG ist für Müller nach wie vor das Kernstück und ein Urbestandteil der Firma. «Viele wissen nicht, dass wir auch mit Samen handeln, und das schon seit Jahrzehnten. Mit rund 800 Sorten bietet Wyss mit seiner Eigenmarke in der Schweiz die grösste Auswahl an Sämereien und Pflanzgut für Zier- und Nutzpflanzen. Im Versuchsgarten werden jährlich rund 2000 Pflanzen angesät. Dazu gehören auch Schweizerische Spezialitäten und rare Sorten.

Zwar züchtet Wyss selbst nicht mehr, aber im Rahmen eines internationalen Austauschprogrammes werden Neuzüchtungen angepflanzt. «Damit sind wir immer informiert über die Neuerungen. Es ist auch sehr spannend, mitzuerleben, wie die Pflanzen von den internationalen Richtern bei uns im Garten bewertet werden.» Die Firma geht zudem Schritt für Schritt dazu über, im Versuchsgarten nur noch rein biologisch zu gärtnern.

Wyss bietet Führungen durch den Versuchsgarten und die Samenabteilung an. Sowohl für private Gruppen als auch für Fachleute und Kunden. «Wir zeigen gerne, wie wir arbeiten.»