Günsberg

Das Fundament der abgelehnten Mobilfunk-Antenne ist betoniert

Das Fundament der Mobilfunkantenne neben dem Sportplatz steht.

Das Fundament der Mobilfunkantenne neben dem Sportplatz steht.

Schwere Tiefschläge für Günsberg: Einerseirs wird die jahrelang bekämpfte Mobilfunk-Antenne aufgestellt. Zudem droht das Budget 2016 aus dem Ruder zu laufen. Eine Steuererhöhung scheint unumgänglich.

In Günsberg wirkt nach wie vor der Verein Gomas, der sich gegen eine Mobilfunk-Antenne auf dem Schul- und Sportplatz einsetzt. In diesen Tagen haben sich aber die letzten Hoffnungen der Vereinsmitglieder, dass die Mobilfunk-Antenne nicht gebaut wird, zerschlagen.

Mobilfunkanbieter Salt liess das Fundament der Antenne am vorgesehenen Standort betonieren. Der Verein hatte aber bereits im Frühling beschlossen, weiterhin aktiv zu bleiben, um zusammen mit dem Gemeinderat die Einwohnerinnen und Einwohner weiterhin zu sensibilisieren.

Dazu wurde im Sommer auch ein Flugblatt entworfen. Das Grundstück, auf dem die Antenne platziert wird, gehört der Gemeinde, die es an den Mobilfunkanbieter vermietet. Der Vertrag läuft 2017 aus, verlängert sich aber automatisch um 5 Jahre.

«Da sind uns die Hände gebunden», erklärt Gemeindepräsident Thomas Jenni. Dann aber, im Jahr 2022, will der Gemeinderat den Vertrag auflösen. «Der aktuelle Gemeinderat ist gegen diesen Antennen-Standort .»

«Trauriges Kapitel»

Nicht nur an der Strahlenfront musste der aktuelle Gemeinderat mit einem Unbehagen leben, auch das Budget lodert feuerrot. «Ein trauriges Kapitel», sagt der Gemeindepräsident. Es droht die Abwanderung des besten Steuerzahlers.

Jahrelang habe die Gemeinde mit diesem Klumpenrisiko gut gelebt. Die Konsequenzen dieses Abgangs seien gravierend. Er wolle nochmals das Gespräch suchen.

«Wir haben ein gutes Einvernehmen.» Aber der Abgang sei so gut wie sicher. Und damit auch eine massive Steuererhöhung.

Thomas Jenni rechnet mit einer Erhöhung des Steuerfusses im zweistelligen Bereich. Also mindestens 10 Steuerprozente. «Darunter geht es sicher nicht.» Zahlen zum Budget oder zur möglichen Steuerfusserhöhung will er nach der ersten Lesung des Budgets nicht nennen.

«Dabei haben wir unsere Ausgaben im Griff», versichert Thomas Jenni. Wie weit die Befürchtungen des Gemeinderates eintreffen, wird sich weisen.

Günsberg erwirtschaftete 2014 ein Plus von fast 1 Million Franken, auch weil ein Mitbürger ein gutes Geschäftsjahr hatte, wie an der Gemeindeversammlung im Juni 2015 erklärt wurde. Bei Gesamteinnahmen von 5,3 Millionen Franken verzeichnete der Voranschlag 2015 einen kleinen Ertragsüberschuss von 31 812 Franken.

Der Steuerfuss liegt bei 116 Prozent für natürliche und 99 Prozent für juristische Personen. Mit diesen Voraussetzungen war klar, dass der Gemeinderat zurückhaltend mit Investitionen sein würde.

«Glücklicherweise haben wir in guten Jahren Rückstellungen für die Sanierung des Schulhauses machen können.» Daneben werde vor allem in Strassen und das Leitungsnetz investiert.

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