Am Ende haben die Spätsommerabende unter freiem Himmel ihren Tribut gezollt. Sämtliche Schauspielende um den «Schärer Micheli», die bis vorgestern Samstag zwölf Mal auf der Freilichtbühne in Lüterswil standen, husteten oder waren zumindest etwas erschöpft. Insbesondere an der Derniere war es empfindlich kühl um die alte Sägerei in Lüterswil.

Doch während sich das Publikum auf der Tribüne in Faserpelzjacken und Decken hüllte, bedienten sich die Darstellenden noch einmal des schönsten Berndeutschs aus vergangener Zeit und spielten bravourös die Geschichte des gewieften Doktors aus dem Emmental.

«Es war ein tolles Erlebnis», blickt Regisseurin Yvonne Hofer auf die intensive Zeit zurück. Sie lobt die konstant guten Leistungen der Laiendarsteller und streicht insbesondere den gemeinschaftlichen Geist im Ensemble hervor, wo zwischen dem jüngsten und dem ältesten Darsteller 75 Jahre Altersunterschied liegen. «Alle schauten zueinander und es ergab sich eine herzliche Stimmung.» Vom ersten Probentag bis zur letzten Sprechstunde in der Praxis des Wunderheilers wurde der «Schärer Micheli» für sie zu eine zweite Heimat.

Sechstes Stück seit «Üse Wäg»

Sämtliche Vorstellungen waren ausverkauft, gegen 4500 Personen sahen das Freilichtspiel. Ermöglicht haben diesen Erfolg nicht einzig die motivierten Akteure auf der Bühne, sondern auch zahlreiche Sponsoren, Gönner und helfende Hände aus der Region.

Allenthalben war zu hören: Wird im Bucheggberg ein Grossereignis in Szene gesetzt, stehen die Menschen aus dem Bezirk dafür ein. Seit dem Festspiel «Üse Wäg» 1991 organisierte der Verein Buechiwäger sechs Freilichtspiele. Die positiven Rückmeldungen nach dem «Schärer Micheli» lassen hoffen, dass entsprechend des bisherigen Rhythmus in vier bis sechs Jahren ein weiteres Stück folgen wird.