Gemeinderat

«Das eröffnet Perspektiven»: Gemeinde Langendorf kauft die ehemalige Metzgerei

Die Liegenschaft der ehemaligen Metzgerei an der Schulhausstrasse.

Der Gemeinderat Langendorf beschloss ohne Gegenstimme, die Liegenschaft GB 596 an der Schulhausstrasse 28/30/30a zu kaufen.

Die Lage dieses Grundstücks ist für die Gemeinde äusserst interessant: Westlich stösst es direkt an den Werkhof, nördlich direkt an den Spielplatz auf dem Schulareal. «Auch wenn momentan kein dringlicher Bedarf an Räumlichkeiten besteht, so eröffnet der Kauf Perspektiven», betonte Gemeindepräsident Hans-Peter Berger.

Da das Grundstück mit den drei Liegenschaften zum Verkauf stand, machten sich Gemeinderatsmitglieder in mehreren Begehungen ein Bild vor Ort. Verschiedene Nutzungen könnten zum Thema werden, insbesondere natürlich im Zusammenhang mit dem angrenzenden Schulhaus.

Kurzfristig wird mit der Umsetzung des Schulraumprojekts Stauraum nötig. Mittelfristig wäre beim Jugendtreff Handlungsbedarf absehbar, weil derzeit fraglich ist, ob man in das alte Gebäude auf dem Schulgelände noch investieren möchte. Familienergänzende Tagesstrukturen an idealer Lage könnten längerfristig einmal zum Thema werden. Ebenfalls liegt der Werkhof direkt nebenan, auch dort könnte man künftig froh um Stauraum sein.

Nutzungsmöglichkeiten

Auf dem Grundstück lag die ehemalige Metzgerei. Zum Grundstück gehört das leerstehende Wohn- und Verkaufsgebäude. Die Wohnung im zweiten Obergeschoss ist mit geringem Aufwand als Wohneinheit nutz- oder vermietbar. Jene im ersten Obergeschoss ist sanierungsbedürftig, im Erdgeschoss könnte das ehemalige Verkaufslokal der Metzgerei auch als Lagerraum vermietet werden.

Zum Hauptgebäude an der Schulhausstrasse 28 gehören zwei Nebengebäude, darin wurde früher geschlachtet und produziert. Diese sind teilweise vermietet und könnten auch weiterhin als ungeheizte Lagerflächen beziehungsweise Garagen genutzt werden und Einnahmen generieren.

Mit acht Befürwortungen und einer Enthaltung beschloss der Rat, die Liegenschaft zum Preis von 795 000 Franken zu kaufen. Berger lobte: «Das ist ein guter und mutiger Entscheid. Kommende Generationen werden uns dankbar sein.» In Anbetracht des aktuellen Millionenprojekts Schulraum sei es bemerkenswert, dass man nicht schon die erste Idee in den Wind geschlagen, sondern sich intensiv damit befasst habe.

Ertragsüberschuss in Sicht

Zudem genehmigte der Gemeinderat den Voranschlag 2019 einstimmig. Die Zahlen haben sich seit der zweiten Lesung nicht mehr geändert, es resultiert ein voraussichtlicher Ertragsüberschuss von 675'500 Franken. Der Steuerertrag soll rund 215'000 Franken höher sein als im Vorjahresbudget. Im Frühling ist man noch von einem Ertragsüberschuss von einer Million ausgegangen – dieser wird nicht erreicht. Die Kostensteigerung im Sozialbereich sowie der tiefere Zustupf aus dem Finanzausgleich waren damals noch nicht absehbar.

Die Nettoinvestitionen belaufen sich auf 761'000 Franken. Mehr als die Hälfte davon entfällt auf das Ressort Verkehr und die darin enthaltenen Sanierungsarbeiten. Gemeindestrassen, Beleuchtung und ein Kommunalfahrzeug stehen an. Investitionen wurden auf das Notwendigste beschränkt, und zwar, weil man dem laufenden Grossprojekt «Schulraumerweiterung» die entsprechende Priorität einräumen will.

Aufgrund dieser im 2018 budgetierten und in den nächsten Jahren umzusetzenden hohen Schulrauminvestitionen wird die Nettoschuld pro Einwohner von heute 42 Franken auf 4100 Franken bis zum Abschluss der Schulraumerweiterung steigen. Wegen dieser hohen Investitionen wurde der Gemeindesteuersatz per 1.1.2018 vorausschauend um 4 Punkte auf 119 Prozent erhöht. Ziel ist es, dass diese Erhöhung ausreicht, um die Verschuldung innert zwanzig Jahren wieder auf das heutige Niveau zu senken.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1