Die «Youkita» an der Nordstrasse in Luterbach existiert nicht mehr. Der Kanton hat die Kindertagesstätte geschlossen. Der Kanton habe im Rahmen seiner Aufsichtsfunktion mehrere Male die Verantwortlichen der Kita kontaktiert und Mängel gerügt, ohne dass etwas geschehen ist. Eine konkrete Gefährdung der betreuten Kinder habe es in der Kita nicht gegeben, aber der Kanton ist nun eingeschritten, um eine mögliche Gefährdung zu verhindern.

Dabei hätten organisatorische Gründe den Ausschlag gegeben, die Kita zu schliessen. Einerseits sei diese personell zu schwach aufgestellt gewesen. Für die Betreuung der Kinder brauche es eine gewisse Anzahl Betreuende, so der Kanton. Andererseits seien auch betriebliche Mängel festgestellt worden.

Start mit viel Brimborium

Die Kindertagesstätte hat im Spätherbst 2017 ihre Tore im Gewerbegebäude an der Nordstrasse geöffnet. Ausgelegt ist die Kita für 48 Kinder. Mit ihrem Konzept hat Tanja Moos, Geschäftsleiterin der Youkita AG, für Furore gesorgt. Ihr Ziel war der Aufbau einer Kette von Kindertagesstätten. Als Kette habe man etwas mehr Spielraum in puncto Personal und sei in der Lage, Ferienprogramme für die Kinder anzubieten.

Auch wollte sie in absehbarer einen Einkaufsservice anbieten. Dabei könnten die Eltern am Morgen ihr Kind mitsamt Einkaufsliste in der Kita abgeben, um dann am Abend sowohl Kind als auch die benötigten Lebensmittel abholen zu können. Und nicht zuletzt erklärte sie damals: «Man muss in Qualität investieren, wenn man den Kindern und dem Personal Gutes anbieten will.» In Langenthal startete sie den Aufbau der Kette. Dort bietet nach wie vor die Kita Füchsli & Strolchli ihre Dienste an.

Luterbach war der zweite Standort. Im Gespräch 2017 erklärte Tanja Moos, zusammen mit Teilhaber Holger Hausmann weitere elf Standorte in der ganzen Schweiz eröffnen zu wollen. Auf der Internetseite von «Youkita» findet man aktuell neben Langenthal noch fünf weitere Standorte, die, so wird versprochen, 2019/20 aufgehen sollen. Dazu gehören eine zweite Kita in Langenthal und Kitas in Zollikerberg, Rheinfelden, Küssnacht und Emmen.

Tanja Moos hat entsprechende Fragen der Redaktion nicht beantworten wollen. Eine Mail blieb unbeantwortet. Ihre Handynummer existiert nicht mehr. Und an ihrem aktuellen Arbeitsort in der Kita Langenthal wird man von Mitarbeitern vertröstet. Eine Nachricht auf den Anrufbeantworter von Hausmann blieb ebenfalls unbeantwortet. Aus einem «besonderen Begegnungsort für Kinder und Bezugspersonen», wie die Kita in Luterbach beworben wurde, ist nichts geworden.