Aeschi
Das ehemalige Schulhaus Steinhof soll verkauft werden

Investitionskredite, Budget und Schulhaus interessierten 36 Stimmberechtigte. Die Sanierung der Gallihofstrasse wurde mit dem ja zu einem Gesamtrahmenkredit gutgeheissen.

Gundi Klemm
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Das alte Schulhaus im Steinhof wird schon lange nicht mehr für die Schule genutzt.

Das alte Schulhaus im Steinhof wird schon lange nicht mehr für die Schule genutzt.

Rahel Meier

Gemeindepräsident Stefan Berger machte die Gemeindeversammlung mit allen gemeinderätlichen Ueberlegungen zum Erhalt oder zum Verkauf des nicht mehr benötigten Schulhauses im Ortsteil Steinhof bekannt.

Geprüft worden sei eine Sanierung des nostalgisch durchaus wertvollen Gebäudes, das eine Zivilschutzanlage, den Schneepflug-Einstellplatz als Rest des früheren Steinhöfer Werkhofs und mehrere Parkplätze im Gelände umfasst.

«Nötig ist eine Investition von 600 000 Franken, um eine Instandstellung mit Wohnungseinbau zu ermöglichen», so der Gemeindepräsident. Die Empfehlung der Finanzkommission lautete indes dahingehend, dass die Schaffung von Mietwohnungen wohl kaum zur Kernaufgabe der Gemeinde zählt.

In diesem Punkt allerdings war ein Stimmbürger anderer Ansicht, der das Angebot preiswerten Wohnraums sehr wohl als kommunale Aufgabe ansah. Nach Abwägung aller Vor- und Nachteile aber hatte sich der Gemeinderat für einen Verkauf entschieden, dem sich die Versammlung mit 33 Ja bei 3 Gegenstimmen anschloss.

Denn eine aktuelle Verkehrswertschätzung spricht bei diesem Gebäude von einem Verkaufspreis von etwa 750 000 Franken. Der Zivilschutz-Teil soll im Besitz der Gemeinde bleiben.

Das im Haus eingelagerte Steinhöfer Archiv wird mit demjenigen in Aeschi vereinigt. «Das Haus würde sich als idealer Standort für Kleingewerbler eignen», hiess es. Dem widersprach ein Versammlungsteilnehmer vehement: «Nur kein Lärm bei uns im Ortsteil, ich will weiterhin Ruhe haben.»

Gleichzeitig richteten der Gemeindepräsident und einige Votanten ihr Augenmerk auf die «Alte Chäsi», die in eine Nutzungsplanung für Spiel-, Dorf- und Parkplätze einzubeziehen wäre. Laut Berger laufen bereits Gespräche mit dem Eigentümer.

Kredite für mehrere Jahre

Der Gesamtkreditrahmen für die Sanierung der als Kantonsstrasse geführten Gallishofstrasse mit Trottoir und Strassenbeleuchtung beträgt 2,64 Mio. Franken. Die Gemeinde beteiligt sich im Strassenbau mit einem fast 40-prozentigen Anteil, der 1,034 Mio. umfasst.

Dazu kommen 40 000 Franken für 11 Kandelaber im Ortsgebiet. Als Folge der Sanierung müssen vor den Arbeiten die Wasserleitung für 120 000.-, 6 Hydranten und die Abwasserleitung für 400 000.- samt neuer Kontrollschachtabdeckungen für nochmals 135 000 Franken erneuert werden.

«Diese Kosten können wir nicht beeinflussen, weil sie vorgegeben sind», bat Berger um Verständnis. Die Gemeindeversammlung unterstützte die Kredite einhellig, zumal die Sanierung Gallishofstrasse im kommenden Budget erst mit einer Tranche von rund 40 000 Franken berücksichtigt werden muss.

Einverstanden war das Plenum auch mit der LED-Umrüstung der 150 Strassenlampen in Aeschi. Kosten wird dies 180 000 Franken, führt aber auf 20 Jahre gerechnet zu einer 70-prozentigen Energieersparnis und Kostenreduktion von 120 000 Franken.

Budget

Die Grundzüge, Begrifflichkeiten und neue Abschreibesystematik der in HRM2 ausgefertigten Erfolgs- und Investitionsrechnung waren schon in der Botschaft an die Stimmberechtigten erklärt worden.

Gemeindeverwalter Walter Sommer hat -laut Berger- die gesamte arbeitsaufwendige Umstellung, die in anderen Gemeinde zum Zuzug von Fachleuten führte, erfolgreich «so nebenher» bewältigt. Alle Abweichungen in Konten und Posten wurden in der Detaildurchsicht anschliessend genau erläutert.

So wird eine zweite, 50-prozentige Stelle im Werkhof geschaffen, um Entlastung und Stellvertretung zu sichern. Die Schülerpauschalen, die nur auf den ersten Blick die Bildungskosten verringern, belaufen sich 640 548 Franken.

Die zweite Hälfte Dorfbeflaggung wird für 6000 Franken angeschafft, und an den nötigen Voraussetzungen für das in Burgäschi erwünschte Tempo 30 gearbeitet.

Die von vielen Pendlern aus Aeschi benutzte Velostation in Herzogenbuchsee wird zur Erneuerung mit 5000 Franken unterstützt. Die Steuern habe man mit 3,6 Mio.Franken sehr zurückhaltend budgetiert.

Dank Fusion profitiert Aeschi immer noch von der Besitzstandwahrung im Betrage von rund 60 000.- neben dem Finanzausgleich von 233 000 Franken. Bei einem Aufwand von 14.8 Mio. resultiert ein Aufwandüberschuss von 392 754.-, der vom Eigenkapital von jetzt 1,6 Mio. gedeckt ist.

«Wir sind überzeugt, dass unsere Jahresrechnung besser ausfallen wird», unterstützte der Gemeindepräsident die dann einstimmig bewilligte Beibehaltung des Steuerfusses von 115 Prozent für beide Kategorien.

Kasten

Informationen betrafen die erfolgten Strassensanierungen, die «abgewehrte» Einfahrtsbremse vor Etziken mit Kosten für Aeschi, das sich entwickelnde Projekt Gewerbeland mit Umzonung für Eigentumswohnungen, die Anschaffung von drei Defibrillatoren für die drei Ortsteile und die Stellungnahme von Michelle Heuberger zur nun vorliegenden Studie Regionalschule rsaw.

Stimmbürger Fritz Zahnd verlieh seiner Besorgnis über die Kosten des Bildungswesens mit 61 Prozent der direkten Steuern Ausdruck. Er plädierte für eine Konzentration der vier rsaw-Schulen und dafür, die Studie nicht «versanden» zu lassen.

Zudem beauftragte er den Rat, einen Kostenvergleich zwischen der rsaw und dem «Nur-Schulstandort» Aeschi zu veranlassen. Gleichzeitig bestätigte er, dass mit der Fusion der Raiffeisenbanken an der Bankfiliale in Aeschi festgehalten werde.

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