Biberist
Das ehemalige Pralino kommt unter den Hammer – als Schnäppchen dürfte es nicht weggehen

Das Gebäude an der Emmenstrasse 2 in Biberist gehört zur Konkursmasse der Pralino AG in Liquidation. Am Dienstag wird die Liegenschaft versteigert.

Urs Byland
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Das ehemalige Pralino.

Das ehemalige Pralino.

Rahel Meier

«Das Geschäft bleibt bis auf weiteres geschlossen. Besten Dank für Ihr Verständnis.» Diese Zeilen auf einem Papier mit dem Vermerk «Kantonale Verwaltung Solothurn» klebten am 18. Dezember 2018 an den Türen der Bäckerei Panino an der Bachstrasse und der Konditorei, Confiserie und Café Pralino an der Emmestrasse in Biberist. «Viele Kunden standen ratlos vor verschlossenen Türen, der Schock stand tief», schrieb Anfang 2019 die «Dorf-Zytig» von Biberist.

Über die Pralino AG hat das Richteramt Wasseramt-Bucheggberg den Konkurs eröffnet. Zur Pralino AG gehören die Liegenschaft an der Emmenstrasse mit Laden und Tea-Room sowie der Inhalt des Panino-Ladens an der Bachstrasse. Diese Liegenschaft ist in Privatbesitz.

Verspätete Versteigerung wegen Coronakrise

Am Dienstag nun, mit einiger Verzögerung, wird um 14.30 Uhr im «Rössli» in Oensingen das «Pralino» versteigert. Das markante Gebäude an der Emmenstrasse 2 gehörte der Pralino AG von Dieter Reutzel. Im Dezember 2018 wurde die Gesellschaft Pralino AG aufgelöst und ihre Liquidation nach den Vorschriften über den Konkurs angeordnet. Nun wird also die Liegenschaft versteigert.

Laut Mitarbeiterin des kantonalen Konkursamtes habe die Coronakrise das konkursrechtliche Verwertungsverfahren unterbrochen. Die Coronakrise ist auch der Grund, weshalb die Versteigerung in den Saal des Rössli in Oensingen verschoben werden musste. Für die Versteigerung besteht kein Mindestgebot. Müsste man die Liegenschaft wiederaufbauen, würde die Versicherung insgesamt für das Wohn- und Geschäftshaus mit Nebengebäude 2,8 Mio. Franken ausgeben. Die konkursamtliche Schatzung beträgt 1,3 Mio. Franken.

Schuldbriefe lasten auf Liegenschaft

Laut Kontrollbericht müssten zudem umfangreiche Sanierungsmassnahmen im Elektrobereich durchgeführt werden. Als Schnäppchen dürfte die Liegenschaft dennoch nicht weggehen. Auf der Liegenschaft lasten Schuldbriefe der Regiobank Solothurn von 1,5 Mio. Franken, ein weiterer Schuldbrief über einen Mio. Franken sowie mehrere Forderungen in der Gesamthöhe von fast 200000 Franken. Die Bank wird kaum einen allzu geringen Verkaufspreis durchlassen und so einen grossen Verlust einfahren wollen.

Im Schätzungsgutachten ist das Fazit eher ernüchternd: Weiterhin einen Gastronomiebetrieb zu führen, sei aufgrund der aktuellen Infrastruktur und je nach Konzept mit grossen Investitionen verbunden. Ebenfalls würden dazu auch eine entsprechende Anzahl Parkfelder fehlen. Diese Parkplätze seien auf der anderen Strassenseite nördlich vorhanden – aber nur in Miete. Die Nutzung als Büro- oder Praxisräume im Erdgeschoss und Obergeschoss-Bereich sei eine Alternative. In den oberen Stockwerken des 1905 erbauten Wohn- und Geschäftshauses befinden sich zudem zwei Wohnungen.