BLN-Gebiete im Kanton
Das Chlöpfibeerimoos zählt zu den floristisch reichsten Hochmoorkomplexen des ganzen Mittellandes

Die Landschaft rund um den Burgäschisee birgt auf kleinem Raum einige wichtige Objekte, die ins Bundesinventar der Landschaften und Naturinventare aufgenommen wurden.

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Blick ins Chlepfibeerimoos – es zählt zu den floristisch reichsten Hochmoorkomplexen des ganzen Mittellandes.

Blick ins Chlepfibeerimoos – es zählt zu den floristisch reichsten Hochmoorkomplexen des ganzen Mittellandes.

Rahel Meier

Da sind einerseits die Findlinge auf dem Steineberg (BE) und bei Steinhof, die sich beim Rückzug des Rhonegletschers, Ende der letzten Eiszeit hier in grosser Zahl abgelagert haben. Die «grosse Fluh» in Steinhof ist der mächtigste Erratiker im Mittelland. Die Findlinge stammen hauptsächlich aus dem Unterwallis. Der Burgäschisee entstand als Toteissee. Er zeigt sämtliche Verlandungsstadien. Wahrscheinlich war auch das Chlöpfibeerimoos ursprünglich ein Toteissee, heute ist es aber ein Verlandungsmoor. Es zählt zu den floristisch reichsten Hochmoorkomplexen des Mittellandes. Die Gegend wurde bereits in der Jungsteinzeit besiedelt. Darauf weisen Funde am Burgäschisee und Überreste von Kultstätten in Steinhof hin.

Heute ist das Chlöpfibeerimoos ein kantonales Naturreservat und ein Moorgebiet von nationaler Bedeutung. Das Moor hat eine Fläche von knapp 7 ha, was bildlich gesehen etwa 8 Fussballfeldern entspricht. Den Namen hat das Chlöpfibeerimoos von der in diesem Biotop vorkommenden Moosbeere, die beim Zerdrücken ein brechendes Geräusch erzeugt.

Festgestellt wurden neben der roten Moosbeere auch die Moorweide und Rosmarinweide. Bei diesen Arten handelt es sich also um direkte Zeugen der letzten Eiszeit. Weiter wurden bei der Aufnahme des Naturinventars 28 Arten festgestellt, die im westlichen Mittelland gefährdet oder gar stark gefährdet sind, darunter diverse Seggen-Arten, Knabenkraut, Prachtnelke, Sonnentau, Sumpfweideröschen, Wollgräser, Fieberklee, Herzblatt, Sumpfveilchen, Sumpfläusekraut oder Moorbirke. Die vielfältigen Feuchtstandorte um den Burgäschisee sind Lebensraum seltener Heuschrecken und Libellen, sowie weiterer gefährdeter Wirbelloser wie der stark gefährdeten Bauchigen Windelschnecke. Im Schilfgürtel des Sees brütet die ebenfalls stark gefährdete Zwergdommel. (frb)