Im Jahr 2011 wurde bereits massiv ausgeholzt und 230 Bäume, vor allem Schwarzerlen, wurden von der rund eine Hektare grossen Fläche entfernt. 2012 liess man das kleine Moos entwalden. Zivildienstleistende arbeiten ebenfalls jedes Jahr im kantonalen Naturschutzreservat und die Landwirte schneiden im Auftrag der kantonalen Behörden jährlich das Schilf zurück.

«Damit konnten wir die Zeit ein bisschen zurückdrehen», so Jonas Lüthy (wissenschaftlicher Mitarbeiter, Amt für Raumplanung). Das sei aber nur Symptombekämpfung. Die eigentliche Ursache der unerwünschten Vegetationsveränderung liege im Wasser- und Nährstoffhaushalt des Chlöpfibeerimoos.

Wegen der Ableitung der Strassenentwässerung und der Einleitung von landwirtschaftlichen Drainagen sei das Moor stark mit Nähr- und Mineralstoffen belastet. «Wenn es stark regnet, werden die Nährstoffe aus den Leitungen im ganzen Moos verteilt», so Lüthy. Zudem wurde zu Zeiten des Zweiten Weltkrieges der Wasserspiegel des Burgäschisees um zwei Meter abgesenkt, um das weiter nordwestlich gelegene Aeschimoos trockenzulegen. Hier wurden dann in der «Anbauschlacht» Kartoffeln angebaut. Damit wurde, so Lüthy, vermutlich auch die Hydrologie im Chlöpfibeerimoos bereits nachhaltig verändert. 

Das Chlepfibeeri wächst im Chlöpfibeerimoos.

Das Chlepfibeeri wächst im Chlöpfibeerimoos.

So könnten sogenannte «Schlucklöcher» im Moor festgestellt werden. Diese müsse man sich vorstellen wie Trichter, die das Wasser in den Boden leiten.

Das alles fördere das unerwünschte Wachstum der Bäume, Sträucher und des Schilfes. «Moorboden ist von Grund auf sauer. Da gibt es keinen Platz für Bäume.» Fieberklee und Sonnentau wären hingegen typische Pflanzen.

Vorgehen koordiniert

Sowohl der Kanton Solothurn als auch der Kanton Bern gaben Abklärungen und Untersuchungen in Auftrag. Gemeinsam wurden nun die Massnahmen erarbeitet. Im Kanton Solothurn sollen die Drainageleitungen verschlossen werden. Zusätzlich wird ein Randgraben erstellt, der verhindert, dass belastetes Wasser in die Kernzone des Moores fliesst. Im Kanton Bern geschieht mehr oder weniger dasselbe. Zusätzlich wird die Strassenentwässerung umgeleitet. Das Material, das man für den Graben entnimmt, nutzt man zudem, um die Schlucklöcher aufzufüllen. Auf Berner Kantonsgebiet werde zusätzlich auch noch ausgeholzt, so Jonas Lüthy.

«Ein Projekt, das über die Kantonsgrenzen hinweggeht, führen wir nicht alle Tage aus», meint Lüthy weiter. Die Zusammenarbeit mit dem Kanton Bern und mit der Grundeigentümerin Pro Natura sei ausgezeichnet. Immerhin sei das Chlöpfibeerimoos das einzige Hochmoor im Kanton Solothurn. Zudem sei es im Vergleich zu anderen Hochmooren im Mittelland in einem recht guten Zustand. Auch Pro Natura schätzt die gute Zusammenarbeit mit den beiden Kantonen und ist erfreut, dass das gemeinsame Aufwertungsprojekt mit dem Baugesuch einen weiteren Schritt vorwärtskommt, erklärt Geschäftsführerin Ariane Hausammann auf Anfrage. «Damit nehmen wir gemeinsam unsere Verantwortung zur langfristigen Erhaltung und Aufwertung des Moores wahr.»

Läuft alles nach Plan, dann wird im August mit den Arbeiten begonnen. Auf der Solothurner Seite wartet man bis in den Oktober, damit der Betrieb des Restaurants am See nicht allzu stark eingeschränkt wird.

Das Baugesuch liegt noch bis zum 12. Mai auf.