Aeschi
Das Budget-Minus ist verschmerzbar

Die Gemeindeversammlung von Aeschi genehmigte den beinahe ausgeglichenen Haushalt 2019.

Gundi Klemm
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Aeschi leidet wie viele andere Gemeinden auch darunter, dass genügend Bauland vorhanden, aber nicht verfügbar ist.

Aeschi leidet wie viele andere Gemeinden auch darunter, dass genügend Bauland vorhanden, aber nicht verfügbar ist.

Urs Byland

Da sich die Finanzsituation in der Gemeinde Aeschi nach der Fusion gut entwickelt hat, fährt der Kanton mit den Zuwendungen aus dem Finanz- und Lastenausgleich zurück. 2018 flossen inklusive Fusionsbesitzstand von rund 60'000 noch 315'300 Franken in die Gemeindekasse, für die neue Periode sind es 155 400 Franken. «Und auch die Zahlungen aus dem Fusionsausgleich gehen bald zu Ende», erläuterte Gemeindepräsident und Finanzressortleiter Stefan Berger. Die Erfolgsrechnung prognostiziert bei einem Gesamtertrag von 13,2 Mio. Franken einen Aufwandüberschuss von rund 165'000 Franken.

Finanzverwalter Walter Sommer hat das Budget 2019 mit dem unveränderten Steuerfuss von 115 Prozent für natürliche und juristische Personen und ohne Änderung der bisherigen Gebührenansätze berechnet. Angepasst wurden die Verwaltungs- und Mietkosten und damit die Verteilung auf die Mitgliedergemeinden in der Regionalschule äusseres Wasseramt, die bisher wesentlich von der Leadgemeinde Aeschi getragen wurden. Im Konto Finanzen und Steuern werden mit 4,05 Mio. Franken etwas höhere Einnahmen als 2018 mit 3,98 Mio. Franken erwartet. Ein Plus von 80'000 Franken allein bei den Steuern.

Die Spezialfinanzierungen, die nicht alle positiv abschliessen, werde man «im Auge behalten», so der Gemeindepräsident, und eventuell in den Gebühren anheben müssen. Der Netto-Investitionsumfang beläuft sich auf 1,13 Mio. Franken. Zuvor waren die Kredite für Sanierung und Umbau im Primarschulhaus mit 400'000 Franken (budgetwirksam 2019 nur 150'000 Franken), zur Erneuerung der Alten Gallishofstrasse mit 220'000 Franken und für die dortige Kanalisation für 120'000 Franken alle einstimmig bewilligt worden. Einen weiteren Kostenpunkt in der Investitionsrechnung bildet der Ausbau des Glasfasernetzes für 340'000 Franken in den Ortsteilen Burgäschi und Steinhof.

Planungen für die Zukunft

Gut unterwegs ist die Gemeinde im Glasfaserausbau. Gegenwärtig konzentriere man sich auf den Ortsteil Steinhof, wo je nach Witterung weitergebaut und im Sommer eine neue Trafostation errichtet wird. Um eine stetige Weiterentwicklung der Gemeinde einzuleiten, überlegt sich der Rat gewisse Massnahmen wie Bauverpflichtungen für Bauland. «Das Problem stellt sich nämlich für den Planungsausschuss in der Ortsplanungsrevision, dass genügend, aber nicht verfügbares Bauland bei uns vorhanden ist. Deshalb könnte es schwierig werden, weitere Einzonungen durchzusetzen», erläuterte Berger.

In die Zukunftsplanung gehört auch die Mehrzweckhalle, die einer Gebäudeanalyse unterzogen wird. Die dazu gegründete, breit abgestützte Arbeitsgruppe will die Kostenwahrheit eruieren: wie weit ist eine Sanierung ökologisch und ökonomisch sinnvoll gegenüber einem möglichen Neubau? Thema war auch das «Funkloch» in Steinhof, dem nun Abklärungen der Swisscom für eine mögliche Mobilfunkantenne folgen. Wo aber soll sie stehen inmitten des durch Landschafts- und Juraschutzzone geprägten Dorfteils? Eine Informationsveranstaltung soll die Optionen klären.

Zur Attraktivität einer modernen Gemeinde zählen auch Tagestrukturen für Kinder und Jugendliche. Der Gemeinderat berief eine Arbeitsgruppe, die jetzt den Bedarf und die Möglichkeiten in Betreuung, Mittagstisch und Aufgabenhilfe abklärt. «Schön wäre auch ein gemeinsam organisiertes Mittagessen für unsere Senioren», wünschte sich der Gemeindepräsident an der von 34 Einwohnerinnen und Einwohnern besuchten Gemeindeversammlung.

Ein neues Logo

«Die Arbeiten an der neuen Homepage der Gemeinde haben sich etwas verzögert», orientierte Gemeindevizepräsident Thomas Steimer. Grund dafür: ein neues Logo, das alle Ortsteile grafisch umschliesst, musste entworfen und beurteilt werden. Der Gemeindeversammlung gefiel die zartfarbige Skizze mit Schriftzug und Landschaftsbild, die demnächst für alle Gemeindebelange verwendet werden könnte. Laut Steimer soll die neue Website bald zur Verfügung stehen.

Kurz gestreift wurden die Verlegung des Fussgängerstreifens beim ehemaligen «Rössli», die anvisierte Neustrukturierung des bisherigen Zweckverbandes Wasserversorgung als «WAWA AG» gemeinsam mit Derendingen, sowie der Bau der Dreifachsporthalle in Subingen, die Aeschi als OWO-Anschlussgemeinde kostenlos benutzen kann. Thema war auch die Fusion der Sozialregionen Wasseramt-Süd und –Ost.

Als neue Gemeinderätin in Nachfolge von Michelle Heuberger wurde Andrea Campomori Jaeggi willkommen geheissen. Die Gemeindeverwaltung ist seit August mit einem zusätzlichen 40-Prozent-Pensum versehen. Stelleninhaberin Marianna Geiser wurde an der Versammlung ebenfalls begrüsst.