Kammersrohr
Das Budget der Gemeinde profitiert von Neubewertungsreserven

Das Budget 2021 der Gemeinde Kammersrohr schliesst im Plus.

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Das Budget 2021, sowie die Rechnung 2019, weisen einen Ertragsüberschuss auf. (Symbolbild)

Das Budget 2021, sowie die Rechnung 2019, weisen einen Ertragsüberschuss auf. (Symbolbild)

Thomas Ulrich

Die Gemeindeversammlung von Kammersrohr fand ausnahmsweise nicht in der Stube der gemeindeeigenen Wohnung, sondern im Saal des Kirchgemeindehauses in Günsberg statt. Mit 13 Stimmberechtigten war die Beteiligung aber wie üblich sehr hoch, mehr als ein Drittel der Bevölkerung war in Günsberg dabei.

Das Budget 2021 schliesst bei Aufwendungen von 180'259 Franken und Erträgen von 209'868 Franken mit einem Ertragsüberschuss von 29'609 Franken. Der Gesamtaufwand ist damit rund 12'000 Franken höher als letztes Jahr, weil neu drei schulpflichtige Kinder in der Gemeinde wohnen und von der Schule auch Sachaufwand verrechnet wurde. Dies fällt jedoch kaum ins Gewicht, weil der Ertrag noch viel deutlicher steigen soll, und zwar um rund 76'000 Franken gegenüber dem Vorjahr.

Dieser Ertrag kommt hauptsächlich aus der gemeindeeigenen Liegenschaft Sonnenrain. «Im Rahmen der Umstellung auf HRM2 hat uns der Kanton vor fünf Jahren dazu aufgefordert, unsere Liegenschaft aufzuwerten», erklärte Finanzverwalterin Isabella Howald. Die Aufwertung von über 300'000 Franken darf nun über die nächsten fünf Jahre aufgelöst werden, wodurch jedes Jahr ein Betrag von rund 74'000 Franken in die Rechnung einfliesse. «Damit fliesst zwar eigentlich kein Geld, weil es sich nur um einen buchungstechnischen Vorgang handelt – trotzdem wird ein Ertragsüberschuss generiert, mit welchem wir unser Eigenkapital aufstocken können», erklärte Finanzverwalterin Isabella Howald.

Auch die Zahlungen in den Finanz- und Lastenausgleich werden sich in den nächsten Jahren eher «stillhalten», so Howald. «Wir werden etwas weniger zahlen müssen, weil wir Steuerkraft verlieren.» 2021 müssen rund 15'000 Franken einbezahlt werden, 2020 sind es 21'000 Franken.

Auch die Rechnung 2019 mit Ertragsüberschuss

Die Erfolgsrechnung zeigt aber klar auf, dass ohne das positive Ergebnis aus der Neubewertungsreserve ein Aufwandüberschuss entstehen würde. Die Steuern reichen also nicht aus, um die betrieblichen Ausgaben zu decken, und man müsse bemüht sein, Verluste zu verhindern. Der Finanzierungsfehlbetrag beträgt rund 45'000 Franken. Sowohl der Steuerfuss von 65 Prozent als auch der Voranschlag wurden einstimmig genehmigt.

Da die Gemeindeversammlung im Juni wegen Corona verschoben wurde, stellte die Finanzverwalterin auch die Jahresrechnung 2019 vor, welche einen Ertragsüberschuss von 4'764 Franken ausweist. Dies ist rund 20'000 Franken mehr als budgetiert und entspricht hauptsächlich den Steuereinnahmen durch Nachtaxationen aus den letzten Jahren.

Wassersituation war im Sommer kritisch

Unter Verschiedenem informierte Lorenz Nussbaumer über die Wassersituation. Diese gab in den letzten Jahren wegen sehr trockener Phasen im Sommer immer wieder zu reden. Dieses Jahr sei die Lage bis im August recht gut gewesen. Als aber dann die Niederschläge ausblieben, sei man Ende September auf dem Zahnfleisch gelaufen und habe schon fast zum Wassersparen aufgerufen, als sich die Situation durch die ersehnten Niederschläge dann glücklicherweise doch noch erholte. Vor zwei Wochen konnte nun auch wie geplant der Schieber ersetzt werden. Die Wasserqualität sei einwandfrei. (szr)