Recherswil
Das Budget 2021 schliesst mit grossem Minus

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Trotz budgetiertem Minus soll der Steuerfuss in Recherswil 2021 auf 120 Prozent verbleiben. (Symbolbild)

Trotz budgetiertem Minus soll der Steuerfuss in Recherswil 2021 auf 120 Prozent verbleiben. (Symbolbild)

KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER

Die Igu-Halle in Recherswil war am Donnerstagabend ziemlich leer. Gerade mal 19 Stimmbürger besuchten die Budget-Gemeindeversammlung. Dass es so kommen würde, damit hat Gemeindepräsident Hardy Jäggi schon gerechnet. «Ich sagte vorher, es würden etwa 20 Leute kommen», erzählt er.

Trotz dieser Prognose habe der Gemeinderat beschlossen, die Versammlung physisch durchzuführen. Hätte man sie durch eine Urnenabstimmung ersetzt, hätte niemand zu Wort kommen können, und diese Möglichkeit wollte Jäggi den Recherswilerinnen und Recherswilern nicht nehmen. «Klar ist bei den Leuten eine gewisse Angst vorhanden. Aber wenn jemand nun ‹so einen Hals› gehabt hätte, wäre er ganz sicher trotzdem gekommen.»

«So einen Hals» hatte aber niemand: Alle Geschäfte wurden ohne Gegenstimmen genehmigt. Die einzige Wortmeldung kam von Werner Sauser, der sich bei der Kulturkommission für ihre Lebkuchen-Aktion am Samichlaus bedankte.

Einen Grund zur Sorge bietet für die Gemeinde allerdings das Budget 2021. Darin ist für das nächste Jahr ein Aufwandüberschuss von 793'000 Franken vorgesehen sowie Nettoinvestitionen von 1'136'800 Franken. Die prognostizierten Verluste sind somit deutlich höher als in den Vorjahren.

Das Eigenkapital «schmilzt weg», und die Lücken müssen nun mit Fremdkapital gefüllt werden, wie Ressortleiter Finanzen Peter Christen erklärt. Ein Grund für diese Entwicklung sind laut dem Finanzleiter Steuerausfälle aufgrund von Covid-19. Des Weiteren sind die Beiträge an die Kreisoberstufe Recherswil- Obergerlafingen-Gerlafingen wegen höherer Schülerzahlen gestiegen und für die Schulliegenschaften sind Neubauten in Planung.

Die Lage sei angespannt, meint Christen weiter, und «es müssen dringend finanzpolitische Weichen für die Zukunft gestellt werden». Konkret müsse man einzelne Budgetposten kritisch hinterfragen. Von einer Steuererhöhung als Sparmassnahme sieht der Gemeinderat noch ab und belässt den Steuerfuss bei 120 Prozent. Sollten sich die Gemeindefinanzen im kommenden Jahr jedoch nicht erholen, und davon geht Jäggi aus, müsse man mit einer Steuererhöhung rechnen. (sdf)

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