Ausbau
Das Biberister Coop braucht mehr Platz

Coop möchte in Biberist den Laden und das Lager vergrössern und optimieren und auch die Anfahrt für Lieferwagen verbessern. Der Gemeinderat stimmt einer Erweiterung des Gebäudekomplexes zu. Beim Verkehr sind aber Fragen offen.

Rahel Meier
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Das Coop Biberist von der Hauptstrasse aus gesehen.
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An Tagen mit grossem Kundenaufkommen ist die Zufahrt via Kreisel zum Coop-Parkhaus problematisch
Die Privatliegenschaft links wurde von Coop gekauft. Sie wird abgerissen
Die Rückseite des Coop mit der Anlieferung
Die Anlieferung ist heute mit den grossen Lastwagen nicht immer einfach
Das Coop in Biberist mit der Anlieferung

Das Coop Biberist von der Hauptstrasse aus gesehen.

Rahel Meier

In den letzten Jahren haben sich die Ansprüche im Detailhandel verändert. Aus diesem Grund möchte Coop in Biberist ausbauen. Es geht dabei in erster Linie um das Lager, das vergrössert und optimiert werden soll. Gleichzeitig will Coop die Anlieferung neu organisieren, weil die Platzverhältnisse nicht optimal sind und die Lastwagen beim Manövrieren teilweise benachbarte Grundstücke befahren.

Der Ausbau erfordert eine Perimeterweiterung und die Ergänzung des bestehenden Gestaltungsplanes aus dem Jahr 2000. Alain Kunz (BSB+Partner, Ingenieure und Planer, Oensingen) stellte die Erweiterung des Gestaltungsplanes im Gemeinderat vor.

Die laufende Anpassung des Sortimentes führt zu einem höheren Platzbedarf, sowohl für die Lagerung, als auch bei der Verkaufsfläche. Der Laden soll deshalb, so Kunz, um rund 200 Quadratmeter erweitert werden, was 6,36 Prozent mehr Fläche entspricht. Konkret beträgt die aktuelle Verkaufsfläche mit Apotheke und Restaurant 3147 Quadratmeter.

Vorhaben ist zonenkonform

Nach der Erweiterung wären es 3350. Gleichzeitig soll das Lager restrukturiert und Richtung Südwesten erweitert werden. Laut Planung wird die Lagerfläche von 796 auf neu 900 Quadratmeter vergrössert. Der Erweiterungsbau wird im Südwestbereich grösstenteils auf der bestehenden Einstellhalle errichtet und mit zusätzlichen Andockstellen für Lastwagen ausgerüstet. Land, das zusätzlich bebaut wird, gehört bereits Coop. Eine bestehende Liegenschaft würde rückgebaut. Mit der Reorganisation würde auch die Lüftungsanlage verschoben.

Coop steht in der Kernzone Zentrum. Das Vorhaben sei zonenkonform, erklärte Alain Kunz. Die Baukörper werden auf Verlangen der Biberister Bau- und Planungskommission (BWK) in der Höhe abgestuft erstellt. Die Baukörper dürfen maximal 7,5 und 10,5 Meter hoch werden.

Ebenso wird im Gestaltungsplan festgehalten, dass die Fassaden mit Rücksicht auf die Nachbarschaft gestalterisch zu konzipieren sind. Die Detailgestaltung wird im Baubewilligungsverfahren aufgezeigt. Der Raumplanungsbericht zeigt auf, dass die Ausnützungsziffer von 0,9 mit einem Wert von 0,78 auch künftig nicht voll ausgeschöpft wird.
«Was wir nicht erreichen, ist die vorgeschriebene Grünflächenziffer», erklärte Kunz. Diese

Abweichung zeige sich aber bereits im heute geltenden Gestaltungsplan. Ebenso wird der Gewässerabstand zum Dorfbach überschritten. Auch diese Überschreitung ist bereits mit dem bisherigen Gestaltungsplan Tatsache, da die bestehende Einstellhalle sowohl den Gewässerabstand, als auch die Strassenbaulinie im Südwestbereich marginal überschreite.

Wie Rückstau vermeiden?

Ein Verkehrsgutachten zeigt auf, dass mit dem Neubau und der Erweiterung der Verkaufsfläche 70 Fahrzeuge pro Tag mehr erwartet werden. Gemeindepräsident Stefan Hug-Portmann (SP) fragte sich, ob dieses Aufkommen am verkaufsintensiven Samstag nicht noch höher werde und zu noch mehr Rückstau führe. «Der Kreisel ist heute schon teilweise überbelastet.» Uriel Kramer (Präsident Baukommission) erklärte, dass man Lösungsansätze diskutiere. Man rede da aber über Verbesserungen, die in einem Zeithorizont von 15 Jahren umgesetzt würden. Tobias Weiss (SP) widersprach Hug insofern, als er der Meinung ist, dass nicht der Kreisel das Problem sei, sondern die Parkplatzbewirtschaftung von Coop. «Der Verkehr muss flüssiger in die Einstellhalle fahren können.»

Hug stellte daraufhin den Antrag, diesen Punkt in den Raumplanungsbericht einfliessen zu lassen und Coop dazu zu verpflichten, die Verkehrs- und Parkplatzsituation mit dem Baubewilligungsverfahren zu überprüfen und Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Diesem Antrag stimmten SP, CVP und FDP zu. Die SVP lehnte ihn ab, weil es nicht in ihrem Sinn sei, den Teilnehmern am Wirtschaftsleben weitere Auflagen aufzuerlegen.

Die Schlussabstimmung fiel einstimmig aus. Der Gemeinderat stimmt der Perimetererweiterung zum rechtsgültigen Gestaltungsplan «Coop Super Center» zu. Die Bauverwaltung wurde damit beauftragt, das Planerlassverfahren durchzuführen. Als Erstes wird die kantonale Vorprüfung erfolgen. Während der öffentlichen Auflage ist auch eine Mitwirkung geplant.

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