Hell und frisch wirkt der Eingang im Alters- und Pflegeheim Bellevue in Oberdorf. Nach einer sanften Renovation mit technischen Neuerungen öffnet das Bellevue am kommenden Samstag seine Türen für die Öffentlichkeit. Die frische Ausstrahlung begleitet die Besucher und Bewohner auch im Haus durch die Innenräume mit einer gewollten Leichtigkeit.

Die Heimleiterin Gordana Schmid erklärt, dass mit der Renovation Vieles berücksichtigt und vor allem zukunftsorientiertes Denken umgesetzt wurde. So sei bewusst ein neues Farbenkonzept zum Zuge gekommen. «In jedem Stock sind die Wände etwa zur Hälfte mit je einer unterschiedlichen Farbe gestrichen, und jeweils dann in jedem Zimmer eine Wand mit derselben Farbe vom Stockwerk», so Schmid. Dies erleichtere allgemein die Orientierung, besonders für Menschen mit einer Demenz. Auch der Speisesaal wirkt, ausgestattet mit leichten, lichtdurchlässigen Gardinen und neuen Stühlen, heller und grösser als zuvor.

Metall hygienischer als Holz

Genutzt wurde die sanfte Renovation gleichzeitig auch für die Umsetzung von Vorschriften wie beispielsweise dem Ersatz von Handläufen aus Holz durch solche aus Metall. Die Holzhandläufe entsprachen nicht mehr den Hygienevorschriften. Schmid, seit dem ersten November vergangenen Jahres im Amt, hat mit dem Abschluss der sanften Renovation eines ihrer ersten Ziele erreicht.

Auch technisch hat das Bellevue einen Schritt vorwärts getan. So steht neu im ganzen Haus ein Internetzugang zur Verfügung. Obschon, so Schmid, von diesem auf Grund der teilweisen Demenz und kognitiv noch vorhandenen Fähigkeiten nicht alle Bewohner profitieren könnten, werde oft danach gefragt. Der Anschluss werde auch genutzt. Mitten im Prozess sei noch die elektronische Erfassung der Pflegedokumentationen, hält Schmid fest. Das Gesamtbild nach der Renovation und die Neuerungen habe rundum ein positives Echo ausgelöst. Besucher wie Bewohner hätten sehr positiv auf das neue Erscheinungsbild vom Bellevue reagiert, erzählt Schmid. Nicht zuletzt sei auch das Personal sehr zufrieden. So haben beispielsweise die Lernenden neue Ausbildungsnischen erhalten, ausgestattet mit Schreibtisch und Computer.

Selbsterfahrung möglich

Schmid hofft zusammen mit ihrem Team, dass für den Tag der offenen Tür am 18. Juni alle Arbeiten abgeschlossen werden können – und natürlich auf schönes Wetter. Bei genauem Hinsehen fehlt noch die eine oder andere Abschlussarbeit, wie das Montieren einiger Zierleisten oder Fussleisten. Die Gäste erwartet am Tag der offenen Tür nicht nur ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit musikalischer Unterhaltung, Hausführungen oder Eselreiten für Kinder, sondern auch fachliche Inputs. Wer möchte, kann sich von Fachpersonen des Bellevues den Blutdruck oder Blutzucker messen lassen. Auf dem Programm stehen auch Referate von Fachpersonen zum Thema Demenz. Sogar Selbsterfahrung kann gemacht werden. Fides Rey, Kinästhetiktrainerin des Heimes, zeigt Interessierten Übungen für unterstützende Bewegungstechniken für Menschen mit körperlichen Einschränkungen. Beim Ansatz der Kinästhetik geht es um die Förderung und Wiedererlangung der körperlichen Beweglichkeit und Selbstständigkeit.

Durch die Mitarbeit von Heimbewohnern für die hauseigene Produktion, etwa für Konfitüre oder Holundersirup, findet zudem ein Basar mit grösserem Angebot statt. Der Erlös kommt den Bewohnern zu Gute.

Tag der offenen Tür, ab 10 Uhr bis 16 Uhr.