Oberdorf
Das Barock-Bijou wird saniert

Dach und Fassaden der Wallfahrtskirche in Oberdorf werden instandgestellt.

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In Oberdorf wird die Wallfahrtskirche saniert.

In Oberdorf wird die Wallfahrtskirche saniert.

Hanspeter Bärtschi

Vor zwei Jahren durften die Oberdörfer das 400-Jahr-Jubiläum zur Einweihung ihrer Wallfahrtskirche feiern. In diesem Jahr wurde auch die Westfassade der Kirche restauriert. Nun sollen die Instandstellung der Fassaden Nord und Ost, der Chorfassaden sowie die Sanierung des Daches in Angriff genommen werden.

Letzteres besteht aus dem Rückbau des bestehenden Ziegeldaches, einem neuen Dachaufbau mit Holzschalung, Unterdach, Konter- und Ziegellattung, sowie dem Doppeldach aus bestehenden und nachgelieferten Biberschwanzziegeln. Bei den Spenglerarbeiten werden bestehende Rinnen wiederverwendet. Die Schindelmäntel und Abschlussprofile der Dachaufbauten werden saniert und in Ölfarbe gestrichen. Revidiert wird auch der Turmschmuck (Turmkreuz mit Kugel, Dachreiter Süd und Turmschmuck des
Nebenturms).

Reinigen und Streichen

Die Fassaden erhalten nach der Reinigung einen zweifachen Mineralfarbenanstrich, die Dachuntersichten, Sparren und Vordächer eine Läsur, der Schindelmantel des Nordgiebels, die Ziegelrechen und die Dachuntersicht Nord einen Anstrich in Ölfarbe. Die Fenstergitter werden entrostet und mit Kunstharzfarbe gestrichen, die Natursteinoberflächen gereinigt und mit Mineralmörtel ausgeflickt, die Bleiverglasungen gereinigt und ausgebessert.

Die Restaurierung der südseitigen Sonnenuhr umfasst die Befundaufnahme, eine Trockenreinigung, das Sichern und Hintergiessen der Putzsicht, die Konservierung der Malerei, die Retusche von Fehlstellen und die Auffrischung von Ziffern und Schrift.

Die Pfarr- und Wallfahrtskirche ist um 1420 als geosteter Kirchenbau entstanden. 1604 wurde ein neues Kirchenschiff mit südseitigem Chor unter Einbezug der alten Anlage errichtet. Der Innenraum wurde 1676 bis 1678 durch den Wessenbrunner Michael Schmutzer und seine Werkstatt ausstuckiert. Der spätgotische um 1500 erbaute Eingangsturm erhielt 1764 ein Glockengeschoss und eine barocke Zwiebelhaube.

Die Pfarr- und Wallfahrtskirche ist im Kulturgüterschutz-Inventar des Bundes als Objekt von nationaler Bedeutung eingestuft. Kantonal steht sie seit 1943 unter Schutz. Deshalb werden die Sanierungen vom Kanton unterstützt. Die Gesamtkosten für die Arbeiten, die im Jahr 2017 ausgeführt werden sollen, belaufen sich auf 822 393 Franken, davon sind 742 218 Franken beitragsberechtigt.

Der Kanton leistet einen Beitrag von 17 Prozent oder 170 710 Franken. Der Regierungsrat hat diesen Beitrag nun genehmigt. (rm/rrb)

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