Riedholz

Das Areal Attisholz Nord erhält Konturen

Diese Halle mit der filigranen Dachkonstruktion aus Beton soll erhalten werden.

Diese Halle mit der filigranen Dachkonstruktion aus Beton soll erhalten werden.

Die Ansiedlung von Biogen auf der Südseite der Aare wirkt sich auch auf der Nordseite aus. «Müssen wir nun das Verhältnis zwischen Wohnen und Gewerbe ändern?», fragt die Riedholzer Gemeindepräsidentin.

Ein Tag bevor der Kanton gemeinsam mit Luterbach die Ansiedlung des Biopharma Unternehmens Biogen ankündigen konnte, beschäftigte sich die Arbeitsgruppe mit dem Areal Attisholz Nord. Die Riedholzer Gemeindepräsidentin Jasmine Huber berichtet vom Treffen, stellt sich aber auch die Frage: «Müssen wir nun das Verhältnis zwischen Wohnen und Gewerbe ändern?»

Eine Antwort ist nicht einfach. Zwar war nicht absehbar, dass der Kanton so schnell eine Lösung für das Areal Attisholz Süd finden könnte. Schon in vier Jahren könnten hunderte von Arbeitsplätzen südlich der Aare entstehen. Diese Mitarbeiter von Biogen benötigen Wohnraum. Andererseits ging die ursprüngliche Planung von viel mehr Arbeitsplätzen aus, die auf dem Areal Attisholz Süd in den nächsten 20 Jahren entstehen sollten.

Nichtsdestotrotz: «Wir müssen uns jetzt beeilen, sind aber auch schon flott unterwegs», so Huber. Stattgefunden hat die zweite Veranstaltung der Arbeitsgruppe Attisholz Nord, die für den Entscheidungsträger Gemeinderat Riedholz einen Nutzungsvorschlag ausarbeitet. Diskutiert wurden beispielsweise Etappierungen. «Das ist ein grosses Thema.» Wie etappiert man das riesige Grundstück? Wann kann mit einer neuen Etappe gestartet werden? Wie viele Prozente der vorherigen Etappe müssen bereits realisiert sein? «Da suchen wir noch einen schlauen Mechanismus.» Die Gemeinde will vor allem nicht wegen ihrer Erschliessungspflicht in Nöte geraten. «Der Geldkreislauf ist für uns extrem wichtig. Ich habe immer betont, dass wir nicht Bank spielen können», erklärt Jasmine Huber.

Die Erschliessung ist ein wichtiges Thema

Die Arbeitsgruppe entwickelt zudem Sonderbauvorschriften und Zonenvorschriften. Involviert sind zwei Planungsteams. «Einerseits das Team, das unsere Ortsplanung begleitet, welches unsere Interessen basierend auf dem Teilleitbild vertritt, andererseits das Planungsteam der Eigentümerin Attisholz Infra AG.» Für die Gemeinde sei die Erschliessung des Areals mit Strassen und Leitungen die wichtigste Frage. Dazu finden Verhandlungen mit der Grundeigentümerin statt. «Es geht beispielsweise um die Frage der Vorfinanzierung. Falls Investoren kommen, müssen die Vereinbarungen weiterhin Bestand haben. Wir brauchen diese Sicherheit.»

Geeinigt habe man sich auf die Ausarbeitung eines Gestaltungsplanes über das ganze Areal, was die langfristige Entwicklung sichern soll. «Wir haben ein Richtprojekt, das widerspiegelt, was machbar sein könnte, aber nicht mehr. Es kann auch ganz anders kommen.» In diesem werde beispielsweise die Durchlässigkeit des künftigen Areals ersichtlich. «Es entstehen Gassen, Öffnungen Richtung Aare.» Weiter wurden Baufelder definiert. «Erörtert wurde auch, wie man in diesen grossen Baufeldern Neubauten ausrichten könnte.»

Viele Gebäude auf dem Industrieareal werden verschwinden. «Man hat das natürlich auch aus finanzieller Sicht betrachtet. Kann man etwas mit dem Gebäude machen, ist es wirtschaftlich tragbar?» Die Kantonale Denkmalpflege habe sich auf drei zusätzliche Bauten geeinigt, die man erhalten will. Geschützt sind aktuell Bad Attisholz, die Direktorenvilla sowie der Bauernhof Brestenberg. Neu sollen die grosse Halle, deren Dach aus einer filigranen Betonkonstruktion besteht, der markante Säureturm sowie das Verwaltungsgebäude erhalten bleiben.

«Dann gibt es noch zwei, drei Gebäude, die man erhalten sollte, weil sie wichtig sind für die Struktur des Industrieareals. Man darf nicht vergessen, dass etliche Gebäude einfach um die Fabrikationselemente herum gebaut wurden.»

Da das Gelände mehrere Ebenen aufweist, wurden Höhekoten definiert. Höher als diese Punkte dürfen auf den einzelnen Ebenen neue Häuser nicht gebaut werden. Ein Anliegen hat Riedholz Gemeindepräsidentin, das sie im 3. Agglomerationsprogramm einbringen will. Sie wünscht sich eine überregionale Planung des Naherholungsgebietes, «von Solothurn, der Aare entlang bis zu uns. Wir haben keinen See, aber wir haben eine schöne Aare. Diesen Raum muss man zusammenhängend betrachten.»

Die Planungshoheit für das Attisholz-Areal liegt bei der Gemeinde Riedholz. Die Arbeitsgruppe wird nach den Sommerferien einen Vorschlag für den Gemeinderat erarbeiten. Danach ist anfangs Herbst der Kanton mit der Vorprüfung an der Reihe, – «am liebsten gemeinsam mit unserer Ortsplanungsrevision, denn irgendwie gehört es zusammen» – bevor eine öffentlich Mitwirkung, die Rede ist von Anfang 2016, gestartet wird. «Absolutes Traumziel wäre ein Beschluss des Regierungsrates im Juni 2016. Anschliessend könnte theoretisch schon ein erstes Baugesuch eingegeben werden.»

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