Das alte Bauernhaus, das im Zentrum von Kriegstetten, genau gegenüber der Kirche steht, wird zurzeit rückgebaut. Damit gibt es Platz für drei neue Mehrfamilienhäuser. Im kommenden Frühling soll dann der Spatenstich für die «Überbauung Linde» ausgeführt werden. Im mittleren Bau, der den Grundriss des ehemaligen Bauernhauses aufnimmt, werden vierzehn 2,5- bis 3,5-Zimmer-Mietwohnungen angeboten. In den beiden seitlich angrenzenden Häusern werden je elf 3,5- bis 5,5-Zimmer-Eigentumswohnungen entstehen. Alle Wohnungen sind altersgerecht ausgebaut und rollstuhlgängig.

Zehn Jahre geplant

Die Geschichte hinter dem Projekt ist rund zehn Jahre alt und begann mit dem Kaufrechtsvertrag zwischen einer Erbengemeinschaft und der Gemeinde Kriegstetten für das Grundstück, auf dem das alte Bauernhaus steht. Von Beginn weg, stand die Idee im Vordergrund, an diesem zentral gelegenen Ort Seniorenwohnungen zu bauen, weil solche in Kriegstetten fehlen. Es dauerte aber mehrere Jahre, bis das Projekt erarbeitet war und ein Investor gefunden wurde.

Mitdiskutiert hat dabei auch das Amt für Raumplanung, das viele Auflagen erteilte, weil das alte Bauernhaus in der Ortsbildschutzzone liegt und ursprünglich als erhaltenswert eingestuft wurde. Im Dezember 2017 genehmigte der Regierungsrat dann den «Gestaltungsplan Linde». Seither hat das Büro Müller+Partner dipl. Architekten (Langenthal) mit Hochdruck an den Bauplänen gearbeitet und so wurde am 19. Juni 2018 die Baubewilligung erteilt.

«Es soll eine durchmischte und belebte Überbauung entstehen, die auch für das Ortsbild einen Mehrwert schaffen kann», meint Beat Müller. Weil die Überbauung so zentral und in einem für das Ortsbild relevanten Lage liegt, wurde es in einem breit abgestützten Gremium entwickelt, in dem auch die Gemeinde vertreten war. Laut Müller bestechen die Bauten durch ihre «aussergewöhnliche Gebäudesetzung und deren spielerische leichten Architektur».

Mit den Wohnungsgrundrissen wird die Umgebung aufgenommen. So liegen die vollverglasten Balkone gegen Westen, zur mit Obstbäumen bepflanzten Grünfläche und zur angrenzenden Landwirtschaftszone hin. Gegenüber der Kirche wird ein halböffentlicher Vorplatz geschaffen, auf dem sich künftig auch ein Stück Dorfleben abspielen soll. Angrenzend an den Platz entsteht ein Gemeinschaftsraum, der allen Bewohnern der Überbauung zur Verfügung steht.

Platz und Gemeinschaftsraum können gemeinsam genützt werden. Im Sommer soll die grosse Linde Schatten spenden. Hier können sich die künftigen Bewohner der Liegenschaften treffen, aber auch Gäste einladen, oder einen Spielnachmittag oder ein Geburtstagsfest organisieren.
Wenn alles klappt wie vorgesehen, können die Wohnungen im Frühling 2021 bezogen werden.