Selzach
Dank zweier Ärztinnen: Es wird auch in Zukunft eine Arzt-Praxis geben

Das ganzes Dorf kann aufatmen: Eine Gemeinschaftspraxis mit einem jungen Team wird ab Dezember das Dorf versorgen.

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Auf der Baustelle der neuen Gemeinschaftspraxis: Thomas Reinhart, Deborah Reinhart, Simone Allemann und die Physiotherapeutin Jasmjin Terheggen

Auf der Baustelle der neuen Gemeinschaftspraxis: Thomas Reinhart, Deborah Reinhart, Simone Allemann und die Physiotherapeutin Jasmjin Terheggen

Die Bevölkerung von Selzach konnte diesen Herbst aufatmen, zwei junge Hausärzte haben zugesagt, die medizinische Grundversorgung im Dorf zu übernehmen. Jetzt ist klar, wer dahinter steht.

Die beiden erfahrenen Hausärzte, Deborah Reinhart und Simone Allemann, werden ab Dezember 2016 der neuen Gemeinschaftspraxis Leben einhauchen. Die Physiotherapeutin Jasmijn Terheggen wird das Gesundheitszentrum zusätzlich verstärken.

Lange sah es so aus, als müsste Thomas Reinhart seine Praxis in Selzach für immer schliessen und die Tradition seines Vaters und seines bereits pensionierten Bruders für immer aufgeben. Damit wäre die medizinische Grundversorgung für die Gemeinde Selzach endgültig Geschichte gewesen.

«Dank der Unterstützung der Einwohnergemeinde gelang es rasch, nach Alternativen zu suchen, um die Grundversorgung weiterhin aufrechtzuerhalten», freut sich Projektleiterin Sarah Bill von der PraxaMed. Dies gelang zum Glück rechtzeitig, sodass es für Thomas Reinhart möglich wird, die Praxis noch einige Monate weiterzuführen, bis der nun begonnene Neubau fertiggestellt ist.

Ein einmaliges Projekt

«Jede Gemeinschaftspraxis, jedes Ärztezentrum ist einmalig – doch alle zeichnen sich dadurch aus, dass sie mehrheitlich im Besitze der praktizierenden Ärzte sind», verrät Bill das Erfolgsgeheimnis, weshalb so rasch Ärzte gefunden werden konnten. «Unternehmerische Ärzte ziehen es vor, selber Besitzer der Gemeinschaftspraxis zu sein», und diese blieben dann auch meist während ihrer ganzen Karriere in ihrer Gemeinschaftspraxis, welche als Aktiengesellschaft organisiert ist.

Die beiden Ärztinnen, welche beide mit ihren Familien in Solothurn wohnen, werden als Inhaberinnen in einem Teilzeitpensum tätig sein. Für Deborah Reinhart ist es eine Rückkehr nach Selzach. Die zweifache Mutter war bereits bis zu diesem Sommer in der Einzelpraxis ihres Vaters tätig, bevor sie sich für den Weg in eine Gemeinschaftspraxis entschied. Nun wird sie sich den Traum der Inhaberärztin erfüllen können.

Dies gilt auch für ihre Gymnasialkollegin, Simone Allemann aus Solothurn. «Als ich wusste, dass Deborah zurückkommt, habe ich spontan zugesagt», freut sich auch die Physiotherapeutin und dreifache Mutter Jasmijn Terheggen auf ihre neue, geräumige Physiotherapiepraxis, ebenfalls im Erdgeschoss des Neubaus. Als Verstärkung suchen die Ärztinnen nun einen weiteren Kollegen, um das Team kontinuierlich auf 250 Stellenprozente auszubauen.

Standortvorteil für Selzach

Da es sich abzeichnet, dass dereinst auch in Lommiswil aufgrund der akuten Ärzteknappheit kein Arzt gefunden werden kann, erhält das neue Zentrum in Selzach eine zusätzliche Attraktivität.

«Ganz speziell für Neuzuzüger, für Familien und die älteren Einwohner ist ein Ärztezentrum ein klarer Standortvorteil für Selzach», ist sich Gemeindepräsidentin Silvia Spycher bewusst. «Deshalb hat sich die Gemeinde auch bereit erklärt, den Aufbau finanziell zu unterstützen und in der Anfangsphase auch einen kleinen Aktienanteil zu übernehmen.»

Schlag auf Schlag, basierend auf der Idee, der Errichtung eines Gesundheitszentrums, wurde durch Roger Kissling das Bauprojekt entworfen und gleichzeitig durch die Firma Praxamed die Gemeinschaftspraxis organisiert. Mit der Gründung der Aktiengesellschaft konnte zeitgleich auch der Mietvertrag unterschrieben werden. «So, wie sich der Bau entwickelt, werden wir im Dezember 2016 eröffnen können», freut sich der Bauherr. (mgt/uby)

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