Subingen
Dank rückläufigen Sozialkosten ist die Rechnung trotzdem im Plus

Die fetten Jahre mit Millionenüberschüssen sind in Subingen vorbei. Damit liegt die Gemeinde im regionalen Trend. Vor allem die juristischen Personen, also die Unternehmen, liefern der Wasserämter Gemeinde weniger ab.

Christof Ramser
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Blick auf die Subinger Gewerbezone. Im Hintergrund links wird an der Steinhoff-Logistikhalle gebaut.

Blick auf die Subinger Gewerbezone. Im Hintergrund links wird an der Steinhoff-Logistikhalle gebaut.

Christof Ramser

Der Finanzverwalter Roland Kummli spricht gar von einem «massiven Steuerrückgang». Trotzdem frohlockt der Gemeindepräsident. «Unser Finanzhaushalt macht mir Freude», sagt Hans Ruedi Ingold (SP). Der Grund ist die positive Rechnung, die er der Gemeindeversammlung vom 22. Juni wird präsentieren können. Mit rund 240 000 Franken ist sie trotz rückläufiger Steuererträge im Plus. Wie kommts? «Wir sind sehr sorgfältig umgegangen mit unseren Mitteln», sagt Ingold. Für die Bildung und den Verkehr wurde weniger ausgegeben als geplant. Vor allem aber, und dies ist unüblich, liegen die Sozialausgaben von 2,5 Millionen Franken stark unter Budget. Nach jahrelangen Kostenanstiegen scheinen sich die Sozialkosten zu stabilisieren. Subingen hat weniger ausgegeben für die Sozialhilfe und mehr aus dem kantonalen Lastenausgleich erhalten.

Industrieperlen ohne Glanz

Sorgenfrei ist der Gemeindepräsident dann doch nicht. Vor allem wenn er auf das kommunale Gewerbegebiet blickt. Der Einbruch der Steuereinnahmen von Unternehmen ist enorm und liegt 300 000 Franken unter den Erwartungen. Im nächsten Jahr rechnet man noch mit insgesamt einer halben Million. Das ist die Hälfte von dem, was die Firmen noch letztes Jahr bezahlt hatten.

«Die Ertragslage unserer Unternehmen ist schwieriger geworden», weiss Ingold. An der Aufhebung des Euro-Mindestkurses könne dies (noch) nicht liegen. Doch die «Perlen» der Subinger Industrie seien in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage. Wichtige Unternehmen im Wasserämter Dorf sind Paro, Strabag, Profipneu oder die Druckerei Solprint, die geschlossen wird. Momentan deute wenig darauf hin, dass sich der Steuerertrag bei den juristischen Personen in absehbarer Zeit wieder erhöht.

«Positiv ist, dass wir nicht von einem einzigen Unternehmen abhängig sind», sagt Ingold. Mit Optimismus blickt er zudem auf das Logistikzentrum auf dem Wissensteinfeld. Die Steinhoff-Gruppe respektive die Global Warehouse & Logistics GmbH werden in Subingen zwar keine Steuern zahlen, doch werden von den über 200 Mitarbeitern auch einige in Subingen wohnen.

Verlässlich sind die Steuereinnahmen der natürlichen Personen. Und da in Subingen auch die Infrastruktur «à jour» sei und bei den Anlagen «keine Zeitbombe» ticke, sind Ingolds Sorgenfalten dennoch nicht allzu tief.

Mehr Busse für Subingen?

Bereits heute beschäftigt sich der Gemeinderat mit dem Busfahrplan für das nächste Jahr. Das kantonale Amt für Verkehr und Tiefbau hat die Fahrplanänderungen ab 2016 mitgeteilt. Subingen möchte den Takt verdichten. Derzeit fahren die Busse in Stosszeiten jede Viertelstunde durch das Dorf, ansonsten jede Stunde. «Wir wollen auch ausserhalb der Stosszeiten den Viertelstundentakt», wünscht Ingold. Wichtig für das Dorf sei es zudem, das Unterdorf via Derendingenstrasse und Deitingenstrasse zu erschliessen. «Entsprechend haben wir unsere Stellungnahme abgegeben.» Ingold ist sich aber bewusst: «Da haben wir wohl keine Chance.»