Lüterkofen-Ichertswil

Dank Ertragsüberschuss ein Eigenkapital aufgebaut

Das Finanzdefizit ist nach drei Jahren abgebaut.

Das Finanzdefizit ist nach drei Jahren abgebaut.

Der Gemeinderat von Lüterkofen-Ichertswil behandelte die Rechnung 2018, die mit einem hohen Ertragsüberschuss abschliesst.

Dass Bäume nicht in den Himmel wachsen, spürte die früher jahrelang finanziell gut gepolsterte Gemeinde vor wenigen Jahren, als sie plötzlich ein Finanzdefizit aufwies. Nach drei Jahren ist dieses nun abgebaut, und die Gemeinde schreibt nach einer Steuererhöhung auch wieder Gewinne. Bei einem Gesamtaufwand von 3,9 Mio. Franken und einem Ertrag von 4,5 Mio. Franken resultierte fürs Rechnungsjahr 2018 ein Überschuss von 624'717 Franken. Das sei ausserordentlich erfreulich, stimmte der Gemeinderat mit Gemeindepräsident Roger Siegenthaler überein.

Finanzchef Max Meier und Finanzverwalterin Beatrice Wüthrich (KMU-Treuhand AG) analysierten die Gründe für das gute Abschneiden. Dank frühzeitiger Baulandbereitstellung war die Bevölkerungszahl und damit auch das Steueraufkommen weiter angewachsen. Im Vergleich zur Rechnung 2017 wurden 400'000 Franken mehr eingenommen. Weiter wurde bei öffentlichen Vorhaben gespart, sodass jetzt ein gewisser «Investitions-Überhang» erkennbar sei. Die Kosten für Investitionen 2018 (brutto 829'235, netto 198'663 Franken) reduzierten sich durch Anschlussgebühren in Höhe von fast 300'000 Franken und durch weitere Einnahmen. Schliesslich ergaben sich in vielen Haushaltspositionen Besserstellungen der Rechnung gegenüber dem Budget.

Da keine beschlossenen Projekte vorliegen, will der Gemeinderat, wenn die Gemeindeversammlung Lüterkofen-Ichertswil am 24. Juni zustimmt, den Gewinn der Erfolgsrechnung dem Eigenkapital zuweisen, das danach auf 1,58 Mio. Franken anwächst. Die allerdings zweckgebundenen Vermögen aus den Spezialfinanzierungen Abwasser, Abfall und Wasser mit rund 900'000 Franken eingerechnet, beläuft sich das Eigenkapital sogar auf 2,8 Mio. Franken. Doch «Gelüste» auf Steuersenkungen seien verfrüht, beschied der Rat einstimmig, weil das Eigenkapital einer Gemeinde mindestens 60 Prozent des Steuerertrags umfassen müsse. Aktuell liegt dieser Deckungsgrad bei 41,41 Prozent.

Die Gemeinderechnung weist einen Finanzierungsüberschuss von 747 000 Franken aus und damit einen Selbstfinanzierungsgrad von 476 Prozent. Das Fremdkapital hat auf 4,3 Mio. Franken abgenommen. Jeder Einwohner in der Gemeinde ist jetzt wieder Eigentümer eines kleinen Pro-Kopf-Vermögens von 429 Franken. Die Kreditüberschreitungen in Höhe von 159 582 Franken beschloss der Gemeinderat gemäss Kompetenzregelung.

Baustelle auf der Hauptstrasse

Kurz behandelte der Gemeinderat die im Plenum des Schulverbandes bereits beschlossenen neuen Statuten und verabschiedete sie einstimmig zuhanden der kommenden Rechnungsgemeindeversammlung, die dazu auch Stellung nehmen kann. Als Zweckverband verzichtet der Schulverband Bucheggberg ab sofort auf die historische Variantenbezeichnung A3. Neu geordnet ist auch das Begräbniswesen, wie Gemeindevizepräsident Reto Allemann informierte. Das bestehende kommunale Regelwerk sei dem Reglement des Kirchgemeinde-Partners Lüsslingen-Nennigkofen angeglichen worden.

Weiter entschied der Gemeinderat die Vergabe der Baumeister- und Rohrlegungsarbeiten auf der Hauptstrasse. Zum Zuge kommen nach einem Vergleich der Offerten einheimische Unternehmen. Es handle sich um eine schwierige Baustelle, so der Gemeindepräsident, da in etlichen Bereichen der 250 Meter langen Strecke von der Schmitte bis zum «Kreuz» viele Leitungen im Boden verlegt sind. Der Baubeginn für das Strassenstück soll im Sommer erfolgen. Die Arbeiten dauern etwa zwölf Wochen.

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit wurde über die Zukunft des Flüchtlingspavillons diskutiert.

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