Gemeinderat

Dank «Derendingen Mitte» kann das Minus von einer halben Million als «vertrauenserweckend» bezeichnet werden

Die Grundsteinlegung für die grosse Zentrumsüberbauung lockte Mitte September viele Gäste an.

Die Grundsteinlegung für die grosse Zentrumsüberbauung lockte Mitte September viele Gäste an.

Das Budget für das nächste Jahr ist «moderat defizitär» – eine weitere Steuersenkung liegt aber nicht drin.

Sie dürfe sich sehen lassen, die Derendinger Finanzpolitik. Dass Gemeindepräsident Kuno Tschumi (FDP) ein Minus von einer halben Million Franken ungerührt als «solid» und «vertrauenserweckend» bezeichnen kann, hängt ganz entscheidend mit dem Projekt Derendingen Mitte zusammen. Derendingen denkt langfristig, entsprechend wird die Grossüberbauung im Dorfzentrum für 36,5 Millionen die Budgets der kommenden Jahre prägen. Mit der rundum erneuerten Verwaltungs-, Sport- und Bildungsinfrastruktur macht die Gemeinde einen mutigen Schritt vorwärts. Der Neubau soll auch das moderate Bevölkerungswachstum abbilden.

Nachdem letztes Jahr der Steuerfuss gesenkt wurde, sieht das Budget für das kommende Jahr ein Minus von gut einer halben Million Franken vor. Dies bei einem Aufwand von 37,4 Millionen. «Das ist nicht tragisch, sondern erweckt, nüchtern gesagt, Vertrauen. Das wird von der Bevölkerung bestätigt», sagte Tschumi an der Gemeinderatssitzung vom Donnerstagabend. Denn der Finanztrend deckt sich mit den Berechnungen aus den letzten Jahren, die ganz auf «Derendingen Mitte» ausgerichtet sind. Trotz dieser Bürde können Schulden abgebaut werden, und dank Zuzügen steigt der eher schwache Steuerkraftindex der Gemeinde. Eine Folge daraus sind die sinkenden Beiträge aus dem kantonalen Finanzausgleich.

Eigenkapital fängt Minus auf

Finanzverwalter Peter Weibel rief in Erinnerung, dass aufgrund der hohen Investitionen in den kommenden Jahren mit negativen Budgets zu rechnen sei. Dank dem Eigenkapital könnten die Minus-Ergebnisse aber kompensiert werden, versicherte Markus Zürcher, Präsident der Finanzkommission.

Für das nächste Jahr sind in Derendingen Investitionen von 16,8 Millionen Franken vorgesehen. Der Steuerfuss soll bei 128 Prozent für natürliche Personen und 115 Prozent für Firmen belassen werden. Einstimmig verabschiedete der Gemeinderat den Voranschlag zuhanden der Gemeindeversammlung. Nicht erhöht werden soll der Teuerungsausgleich für das Gemeindepersonal, dies analog der Regelung für das Solothurner Staatspersonal.

Ja zum Zivilschutz Aare Süd

Ebenfalls entscheiden muss die Gemeindeversammlung über die neue Zivilschutzorganisation Aare Süd. Reto Vescovi, Geschäftsführer der Regionalplanungsgruppe Repla Espace Solothurn, erläuterte den Hintergrund der Fusion. Neu müssen die Bevölkerungs- und Zivilschutzorganisationen im Kanton Solothurn mindestens 20'000 Einwohner abdecken. Derzeit bestehen in Bucheggberg und Wasseramt vier Organisationen, die sehr unterschiedlich aufgestellt sind. «Die Schwierigkeit wird sein, diese vier unterschiedlichen Organisationen zusammenzuführen», so Vescovi. Wegen den Fusionsverhandlungen mit Solothurn hatte Derendingen die Fusionsbestrebungen bisher zurückgestellt. Doch jetzt drängt die Zeit. Bereits 2019 soll der neue Zweckverband in einem Gebiet mit 58'000 Einwohnern in 26 Gemeinden starten.

Vescovi stellte in Aussicht, dass die neue Organisation punkto Personal- und Gesamtkosten «sicher nicht teurer» als die alte werde. Der Gemeinderat genehmigte die Statuten der neuen Zivilschutzorganisation einstimmig zuhanden der Gemeindeversammlung. Die Zuversicht in Derendingen ist gross, dass auch Biberist bald auf den Zug aufspringt. Biberist lehnte die neue Organisation kürzlich ab und will andere Lösungen prüfen.

Ebenfalls einstimmig fiel die Zustimmung zur Fusion der beiden Spitex-Vereine Deitingen und Derendingen aus. Deitingen hatte sich zuvor bereits für den Zusammenschluss ausgesprochen.

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