Biberist
Damit die Kinder noch weniger Karies haben

Die Ausgaben für schulzahnärztliche Behandlung werden in Biberist nicht zusammengestrichen.

Christof Ramser
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Eine Zahnpflegeinstruktorin zeigt Schülerinnen und Schülern, wie man richtig Zähne putzt.

Eine Zahnpflegeinstruktorin zeigt Schülerinnen und Schülern, wie man richtig Zähne putzt.

zvg

Den Biberister Schulkindern wird weiterhin ausgiebig in den Mund geschaut. Vor drei Jahren wollte der Gemeinderat das Budget für zahnärztliche Behandlungen von 25 000 auf 15 000 Franken kürzen. Es sollten nur noch Reihenuntersuchungen, aber keine weiteren Behandlungen mehr finanziert werden. «Ein Schnellschuss», fand man damals.

Die Änderung sollte zuerst mit den Schulzahnärzten besprochen werden. Schliesslich wurde das Geschäft aufgrund der Fusionsdiskussionen mit Solothurn vertagt. Inzwischen steht fest, dass der Beschluss im Widerspruch zur kantonalen Gesetzgebung steht. Eine Gemeinde kann die Beiträge an die Zahnarztbehandlung nicht komplett streichen und die Kosten den Eltern anlasten. Davon nahm der Gemeinderat am Montag Kenntnis, als er das Reglement über die Schulzahnpflege überarbeitete. Dieses muss von der Gemeindeversammlung genehmigt werden.

Inzwischen sind in Biberist mit Miriam Halfar und Martin Hess nur noch zwei Schulzahnärzte tätig, nachdem Arthur Kaufmann ausgestiegen ist. Martin Hess berichtete, dass die Kinder heute nur noch wenig Karies aufweisen, weil viele bei Privatzahnärzten in Behandlung sind. «Bei uns geht es eher um die Prophylaxe», informierte er.

Zahnversicherung entlastet

Obligatorisch sind die Untersuchungen vom Kindergarten bis in die 6. Klasse. Gemeinderat Stephan Hug (SP) wollte wissen, ob den Eltern geraten werde, für ihre Kinder im Vorschulalter eine Zahnversicherung abzuschliessen. «Das kostet relativ wenig, und es lassen sich Folgekosten vermeiden.» Hess, der die Biberister Kinder seit 1990 untersucht, spricht die Eltern jeweils darauf an. «Inzwischen sind sehr viele Kinder zusatzversichert.» Damit weitere Kreise, insbesondere bildungsfernere Schichten und Ausländer eine solche Versicherung abschliessen, werden die Eltern auf Antrag Hugs künftig schriftlich informiert.

Mehrere Schulhäuser-Baustellen

Beat Affolter informierte als Präsident der zuständigen Kommission über die Schulraumplanung. Beim Pavillon an der Bernstrasse, der zurzeit im Bau ist, muss eine Böschung abgestützt werden. Der Baufortschritt sollte sich dadurch aber nicht stark verzögern, so dass der Pavillon Ende Mai 2017 an die Schule übergeben werden kann. «Wenn nichts Unvorhergesehenes passiert, werden wir die Kosten von 2,1 Millionen nicht überschreiten», informierte Affolter.

Die Renovation der Alten Turnhalle soll mit 1,2 Millionen günstiger werden als veranschlagt. Sie soll Ende Januar 2017 an die Schule übergeben und am 6. Mai festlich eingeweiht werden. Der Gemeinderat weist darauf hin, dass die Halle auch für private Anlässe zur Verfügung steht. Für die Sanierung des Bleichemattschulhauses wurde das Baugesuch eingereicht. Affolter wies darauf hin, dass ab Baubeginn im Juli 2018 der Turnbetrieb eventuell für einige Monate beeinträchtigt werden kann. Für die Sanierung des Bezirksschulhauses schliesslich soll kommenden Frühling ein Bauprojekt vorliegen.

Unzufriedene Unternehmer

Der Gemeinderat will dafür sorgen, dass für die diversen Schulhausbauten mehr Aufträge an lokale Gewerbebetriebe vergeben werden. Laut Markus Dick (SVP) gibt es im Dorf unzufriedene Unternehmer, weil sie leer ausgegangen sind. Die Gemeinde müsse aufpassen, dass sie deren Unterstützung nicht verliere, etwa bei der Wirtschaftswoche, wo Schüler in die Berufswelt eintauchen können.

Gemäss Gemeindepräsident Martin Blaser (FDP) sei man mit den unzufriedenen Gewerblern zusammengesessen. Dabei habe der neue Bauverwalter Nicolas Adam gute Anstösse geliefert. «Wir schauen, wie wir mit legalen Mitteln unseren Spielraum ausnutzen können.» Es könne nicht sein, dass bei einem Auftragsvolumen von 40 000 Franken ein auswärtiger Betrieb den Zuschlag erhalte, bloss weil er 180 Franken günstiger offeriere. Die Angelegenheit sei aber heikel, weil Gesetze eingehalten werden müssen, so Blaser. «Aber wir sind auf einem guten Weg.»