Burgäschi
Damit das Chlöpfibeerimoos erhalten bleibt, wird jetzt gebaut

Weil das einzige Hochmoor im Kanton Solothurn verwaldet und verschilft, werden in den nächsten Wochen und Monaten Sanierungsarbeiten ausgeführt.

Rahel Meier
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Baustart zur Renaturierung im Chlöpfibeerimoos
17 Bilder
Projektverfasser Roland Haab
Jonas Lüthy
Projektverfasser Roland Haab zeigt am Rand des Hochmoores, wie der Boden heute beschaffen ist.
Roland Haab weiss vieles zu erzählen über das Chlöpfibeerimoos
So sieht ein Chlepfbeeri aus
Auf der Hand zeigt sich, wie klein die Beere ist
Baustart zur Renaturierung im Chlöpfibeerimoos
Das Projekt wird von den Kantonen Solothurn und Bern und den Gemeinden Aeschi, Niederönz und Herzogenbuchsee mitgetragen

Baustart zur Renaturierung im Chlöpfibeerimoos

Michel Lüthi

Das Chlöpfiberimoos hat sich in den letzten 100 Jahren verändert. Verglichen mit anderen Moorgebieten in der Schweiz sind die Veränderungen aber erst auf den zweiten Blick zu erkennen. Trotzdem sind Sanierungsmassnahmen nötig, soll das einzige Hochmoor im Kanton Solothurn erhalten bleiben. Das Hochmoor liegt zum Teil auch im Kanton Bern und in den Gemeinden Aeschi, Niederönz und Herzogenbuchsee.

Die Sanierung musste deshalb zwischen den Kantonen, Gemeinden, weiteren Beteiligten wie etwa dem Forst und dem Grundeigentümer, der Pro Natura, koordiniert werden. Gestern Montag Nachmittag war der offizielle Baustart, zu dem alle interessierten offiziellen Vertreter eingeladen wurden. «Das Chlöpfibeerimoos ist ein unbezahlbarer Naturschatz», meinte Jonas Lüthy (wissenschaftlicher Mitarbeiter Amt für Raumplanung Kanton Solothurn).

Es gebe kein vergleichbares Gebiet mehr im Kanton Solothurn. Speziell sei auch, dass im naheliegenden Aeschimoos wegen der Anbauschlacht im zweiten Weltkrieg viele Pflanzenarten verschwunden sind. Das Chlöpfibeerimoos konnte aber damals nicht trocken gelegt werden.

Bundesverordnung schützt

Als Hochmoor von nationaler Bedeutung müsse das Chlöpfibeerimoos ungeschmälert erhalten werden. Bereits im Jahr 2010 wurden im Sinne erster Massnahmen zur Regeneration Bäume gefällt und mit einer Seilbahn bodenschonend entfernt. Im Jahr 2011 wurde dann das kleine Moos entwaldet. Gleichzeitig begannen Voruntersuchungen durch ein spezialisiertes Büro aus dem Kanton Zürich. Dabei zeigte sich, dass mehrere Faktoren zur Verwaldung und Verschilfung des Chlöpfibeerimooses beitragen, wie Projektverfasser Roland Haab erklärte. So fliesst im Norden und Nordwesten Drainagenwasser ins Moor.

Das mineralstoffreiche Wasser staut sich auf und drängt das Hoch- und Übergangsmoor zurück. Sogenannte Schlucklöcher im Osten und Südosten verstärken die Situation weiter. Schliesslich führen die Vernässungen durch das Drainagenwasser und der damit verbundene Eintrag von Nährstoffen zur Ausbreitung von Gehölzen und zur Verwaldung.

In dem die ins Moor fliessenden Drainagen punktuell ausser Funktion gesetzt werden, soll der Wasserhaushalt im Einzugsgebiet des Moores verbessert werden. Die Abflüsse aus den landwirtschaftlich intensiv genutzten Flächen nordöstlich des Moorgebietes werden in einer neuen Leitung weggeführt. Die beiden Schlucklöcher die im Nordosten liegen, sollen verschlossen werden. Westlich und östlich des Moorrandes werden zwei Grabenrinnen eingezogen, die das Hangwasser ableiten.

Diese Massnahmen sollten dazu führen, dass der Wasserhaushalt im Hoch- und Übergangsmoor im Norden und im kleinflächigen Wald-Hochmoor im Süden hydraulisch besser abgestützt wird. Auch im Norden werden darum zwei Schlucklöcher verschlossen. Dazu werden teilweise auch Spundwände eingebaut.

Wenn das Wetter mitmacht, dann werden alle nötigen Arbeiten noch in diesem Jahr beendet. Bis 2019 wird das Gebiet weiterhin untersucht und eine ökologische Erfolgskontrolle durchgeführt.

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