Riedholz
CVP wehrt sich mit Inserat: Parteipräsident hat SVP-Sympathisant Ulrich Kammer nicht unterstützt

Die CVP Riedholz wehrt sich für ihren Parteipräsidenten. Er habe nicht zugestimmt, im Unterstützungskomitee von Gemeindepräsident-Kandidat und SVP-Sympathisant Ulrich Kammer, der die Wahl gegen Sandra Morstein (SP) verlor, aufgeführt zu werden.

Urs Byland
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Die CVP Riedholz stellt in einem Azeiger-Inserat klar: Ortsparteipräsident Marcel Eheim (rechts) war nie im Komitee von Ulrich Kammer.

Die CVP Riedholz stellt in einem Azeiger-Inserat klar: Ortsparteipräsident Marcel Eheim (rechts) war nie im Komitee von Ulrich Kammer.

szr

Vier Tage nach der Gemeindepräsidiumswahl in Riedholz veröffentlicht die CVP-Ortspartei im «Azeiger» eine Richtigstellung zum Unterstützungskomitee Gemeindepräsidentenwahl Riedholz-Niederwil von Ulrich Kammer. Zum Unterstützungskomitee gehört laut Wahlflyer Marcel Eheim, seines Zeichens Präsident der CVP-Ortspartei. Eheim sei nie im Komitee von Ulrich Kammer vertreten gewesen, schreibt dagegen die CVP-Ortspartei im Inserat. Druck und Verteilung des Flyers seien ohne sein Wissen und Einverständnis erfolgt.

Ulrich Kammer, der für die SVP als Ersatzgemeinderat amtet, hat sich vor der Wahl ums Gemeindepräsidium von der SVP losgesagt und ist als Parteiloser ins Rennen gegangen, wo er Sandra Morstein (SP) klar unterlag. Er erklärt auf Nachfrage, dass Marcel Eheim seiner Partnerin, Kantons- und Gemeinderätin Stephanie Ritschard, die Bereitschaft ausgedrückt habe, im Unterstützungskomitee mitzumachen. «Falls ein Missverständnis vorhanden wäre, tut es mir leid.»

«Sie hat sich förmlich dafür entschuldigt»

Er sei perplex gewesen, als er seinen Namen im Flyer des Kandidaten für das Gemeindepräsidium gesehen habe, sagt Marcel Eheim. «Damit habe ich nicht gerechnet.» Die SVP habe ihn in Person von Stephanie Ritschard angefragt, ob er dem Unterstützungskomitee beitreten will. «Man kann das eine offizielle Anfrage der SVP nennen», so Eheim. Er habe aber wiederholt gesagt, dass er Ulrich Kammer nicht kenne und dabei um schriftliche Informationen zum Kandidaten gebeten. «Einmal telefonisch und einmal per Mail.» Eine Antwort auf diese Anfragen habe er nicht erhalten.

Die Antwort kam mit dem Flyer, in dem er plötzlich als Unterstützer des parteilosen Kammer erwähnt wird. Er habe mit Ritschard deswegen Kontakt gehabt. «Sie hat sich förmlich dafür entschuldigt. Da sei ein Fehler passiert.»

Bleibt die Frage, warum Marcel Eheim nicht früher auf diesen Flyer reagierte. «Ich wollte den Wahlkampf nicht beeinflussen», erklärt er. «Hätte ich vor der Wahl interveniert, wäre zu viel Staub aufgewirbelt worden, möglicherweise zu Gunsten von Ulrich Kammer», so seine persönliche Einschätzung.