Zum wiederholten Mal begeisterte der aus ehemaligen Studierenden der Universität und ETH Zürich bestehende Chor colla voce ein grosses Publikum – diesmal mit englischer Madrigal- Kunst. Der auf A-cappella-Liedgut aus Renaissance- und Barockzeit spezialisierte Chor hatte sich gemeinsam mit seinem Dirigenten Lukas Christian Reinitzer mit den Meistern der Elisabethanischen Epoche von der Mitte des 16. bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts befasst.

In bis zu sechsstimmigen Madrigal-Chorsätzen wurde weltliche Lyrik gesungen, die sich Fröhlichkeit, Liebe und einer insgesamt lebensbejahenden Einstellung widmet. Das Konzert brachte 17 Kompositionen aus der Hochblüte dieser Kunstform von Thomas Morley, John Byrd, John Wilby und weiteren Tonschöpfern zu Gehör.

Dank Programmschrift lernte das Publikum in der Regiomech, dass der nicht gerade zimperliche König Heinrich VIII., der sich 1534 konfessionell von Rom lossagte und etlichen seiner Ehefrauen übel mitspielte, ein gebildeter, vielsprachiger Monarch war, der sogar komponierte. Zur Eröffnung sangen die 30 Chormitglieder sein «Pastyme with good company».

Die aufgeführten Stücke dieser mit Auszierungen und Chromatik reichen Vokalgattung, die von italienischen Wurzeln seit dem 14. Jahrhundert beeinflusst ist, gefielen Kennern und Liebhabern in ihrem ausdrucksvollen Stimmgewebe. Nicht ganz eindeutig ist die Herkunft des Wortes Madrigal. Zur Auswahl stehen «materialis» für weltlich oder «matricalis» im Sinne von muttersprachlich. (gku)