369 Adressen werden im elektronischen Telefonbuch aufgerufen, gibt man die Stichworte «Bäckerei – Kanton – Bern» ein. Einer der Namen, die erscheinen, ist die Flury Bäckerei Tea-Room AG mit ihren zwei Geschäften in Koppigen sowie den Filialen in Utzenstorf, Subingen und Luterbach. Und dieses Unternehmen mit seinen insgesamt 92 Mitarbeitenden ist ein sehr erfolgreiches. Erst vor kurzem konnten die Inhaber Regula und Robert Morgenthaler mit ihrem Team für drei Produkte aus ihrem Haus je eine Medaille an der Swiss Bakery Trophy in Bulle entgegennehmen.

280 Spezialisten und 180 Konsumentinnen und Konsumenten beurteilten dort rund 1400 Produkte aller Kategorien aus Schweizer Bäckereien. Die Bäckerei Flury bekam Gold für ihren neu kreierten Pflümli-Truffe-Würfel, Silber für die Champagnertorte und ebenfalls Silber für das äusserst beliebte Urdinkelbrot hell. Morgenthalers sind stolz, damit auch gleich noch Kantonalsieger des Kantons Bern geworden zu sein. «Die Teilnahme an einem solchen Wettbewerb ist für uns immer auch eine Art Standortbestimmung», sagt Robert Morgenthaler, und er gibt mit einem Lächeln zu, schon eine gute Klassierung erwartet zu haben.

Besonders Freude hat er an der Auszeichnung für das Pflümli-Truffe. «Alle Zutaten für diese Praliné-Kreation stammen aus unserem Dorf. Koppiger Pflaumen und Koppiger Brand», erklärt der gebürtige Bützberger. «Genau dies entspricht unserer Geschäftsphilosophie: So viele Zutaten wie möglich stammen aus der näheren und weiteren Region.»

Grund zum Feiern

Die Auszeichnungen für die drei Produkte sind aber nicht der einzige Grund dafür, dass man in der Bäckerei Flury momentan in Feierlaune ist. «Wir können dieses Jahr auf sechzig Jahre Bäckerei Flury zurückblicken», erzählt Morgenthaler und verweist auf die lange Firmengeschichte, (s. Kasten). Tatsächlich sind die fünf Bäckereien in Koppigen, Utzenstorf, Luterbach und Subingen mit ihren Tea-Rooms aus dem jeweiligen Dorfleben nicht wegzudenken. «Chumm mir gö is Flury» ist an allen Geschäftsstandorten zu einem geflügelten Wort geworden.

In der Bäckerei Flury legt man Wert auf eine breite, selbst gemachte Produktepalette. «Wir bieten alles an, von verschiedenen Brotsorten über Kleingebäck, Patisserie und Pralinés. Die Betriebe haben an 361 Tagen im Jahr geöffnet. Morgenthalers haben die Zeichen der Zeit erkannt und passen die Produktepalette immer wieder den Kundenwünschen an. So gibt es bei Flury neben den Backwaren auch Mittagessen, teilweise als Take-away, oder auch das Fyrobebrot, täglich frisch ab 14.30 Uhr. «Es ist wichtig, den Markt zu beobachten und den Kontakt zu den Kunden nicht zu verlieren», sagt auch die in Herzogenbuchsee aufgewachsene Regula Morgenthaler.

Neubau auf der «grünen Wiese»

Vor acht Jahren wagte das Unternehmen den Neubau einer grossen Produktionsstätte ausserhalb des Dorfes, mit Tea-Room und grosszügigem Verkaufsladen. «Das war sicher ein Risiko, ausserhalb des Dorfes zu gehen», sagt Morgenthaler im Nachhinein. Doch das Wagnis habe sich gelohnt. Auch dieser Betrieb wird sehr gut frequentiert, vor allem von Laufkundschaft, denn die Zufahrt an der Hauptstrasse Bern–Zürich ist sehr gut ersichtlich und Parkplätze hat es genug.

Die Produktion des Backbetriebes ist hier nach neuesten Gesichtspunkten möglich, alles kann effizient hergestellt und rasch weitergeliefert werden.

Zum Jubiläum wird allen Einwohnern der Standortgemeinden per Werbematerial ein Gutschein im Betrag von 10 Franken per Post zugestellt. «Wer diesen in einem unserer Läden abgibt, spart 10 Franken. Das ist unser Jubiläumsgeschenk», sagt Morgenthaler.