Biberist
Christoph Flück und Kurt Baumann überraschen mit ihren Werken im Schlösschen Vorder-Bleichenberg

Die Natur ist allumfassend. Meer, Wasser, Himmel, Landschaft, Berge, Licht, jahreszeitlich atmosphärische Variationen, die Symbiose von Farbwirkung und Empfindung, von Bewegung und Ruhe bieten dem Spiezer Christoph Flück eine Vielfalt wechselreicher Momente des Erlebens und damit einen gestalterischen Reichtum für eine freudvolle wie expressive Malerei in Öl auf Leinwand.

Eva Buhrfeind
Drucken
Teilen

Hanspeter Bärtschi

Flück, 1964 in Schwanden bei Brienz geboren, seit 1989 freischaffender Künstler, ist ein Vielgereister, der in seinem malerischen Schaffen das Erlebte auf Farbe, Form, Bewegung und Stimmung reduziert oder zu stimmungsvollen Bildgeschehen konzentriert. Es ist einmal das Nordmeer, das ihn immer aufs Neue inspiriert und herausfordert, diese unendliche Spannung, das Wechselspiel der Impressionen, wenn sich Himmel, Wasser und Licht in bewegter Konzentration zu horizontaler Weite und plastischer Wirkung vereinen.

In der Natur findet Christoph Flück seine Inspiration; er- und durchlebte nordische Nächte steigern sich zu magischen Momenten aus Wald, Lichtung und verstecktem See. Als sommerlichen Gartenlandschaft leuchten harmonische Blumenflore, lichte frühlingshaft-landschaftliche Augenblicke wirken mehr spürbar denn greifbar, farbkräftige Kompositionen und Figurationen assoziieren einen expressionistischen Ausdruck. Aber allen seinen Werken ist eins: die Dynamik einer energiegeladenen Bildgestaltung mit dem Spachtel, mit dem er die Farben zur sublimen Ruhe vereint, die formale Freiheit der Bildgeschichten, ob abstrahiert oder erkennbar, die dem Betrachter eine eigene Wahrnehmung auch des dahinter liegenden Zaubers erlaubt.

Experimentelle Lust

Kurt Baumanns Grundthema ist das ausgewogene Gleichgewicht der Kräfte, von gestalterischem Ausdruck und erzählerischem Inhalt – das ausgeglichene Mass von Labilität und Stabilität, die Auseinandersetzung mit dem Material, sei es als Ideengeber, sei es als Bildsprachmittel. Baumann, 1956 im bernischen Oberdiessbach geboren, in Aarwangen lebend, hat Werklehrer gelernt. Kenntnisreich in den Techniken und interessiert an allem, was mit den verschiedensten Materialien zu tun hat, findet und erfindet der weit gereiste Künstler seine gestalterischen und damit auch inhaltlichen Themen.

Jede Arbeit hier erzählt dabei eine andere Geschichte. Manchmal ist es die Auseinandersetzung mit dem Material an sich, die experimentelle Lust, eine Form zur Vollendung der gestalterischen Möglichkeit auszureizen oder aus verschiedenen Fund- und Sammelstücken philosophische und soziokulturelle Betrachtungen zu generieren, die in der raumgreifenden Installation «tolérance» – der Idee der ausgewogenen fünf Religionen – in der Kapelle ihren kongenialen Ort findet. Dann wieder sind es Reiseeindrücke, die als Mobile der künstlerischen Landbesetzung den Blick der Betrachtenden einnehmen. Stets aber spielt Kurt Baumann mit dem Konzept des zeichenhaften und allegorischen Gleichgewichts «Equilibres» aus Form und Bewegung, als Windspiel mit der Natur und der Neugier der Betrachter.

Bis 23. Juni. Geöffnet Mi/Do 16–19 Uhr, Sa/So 14–18 Uhr. Die Künstler sind an den Samstagen und Sonntagen anwesend. Matinee: Sonntag, 16. Juni, 11 Uhr. Finissage Sonntag, 23. Juni, 14–18 Uhr.

Aktuelle Nachrichten