Christian Wanner, können Sie sich vorstellen, als Vermittler in diesem Konflikt zu wirken?

Christian Wanner: Das würde ich mir anschauen. Würde ich gefragt, mache ich diese Arbeit gerne. Aber ich muss gefragt werden.

Wie würden Sie vorgehen?

Die ganze Angelegenheit, das muss ich vorausschicken, muss auf einer einwandfreien Rechtsgrundlage diskutiert werden. Ich würde den Dialog zwischen den Parteien suchen. Aber ob das erwünscht ist, müssen andere entscheiden.

Könnten Sie Neutralität gewährleisten?

Es geht hier nicht darum, Stellung zu beziehen. Es geht einzig um den Dialog. Als langjähriger Regierungsrat und Gemeindepräsident weiss ich, was zu tun ist.

Was ist zu tun?

Ich müsste mich zuerst ins Bild setzen. Ich habe mich mit der Angelegenheit noch nicht konkret befasst. Ich begreife die Gemeinde Selzach, dass sie sich auf das geltende Recht beruft. Auf der anderen Seite steht das legitime Interesse der Aareinseli-Bewohner. Ich denke, das ist der Parameter, der betrachtet werden muss.

Letzten Endes müssen die Einsprachen vom Tisch.

Das stimmt. Man muss schauen, was ist bisher nicht optimal gelaufen. Da braucht es die von mir erwähnte einwandfreie Rechtsgrundlage.

Wie beeinflusst das Inseldasein die Mentalität der Bewohner?

Das ist natürlich eine spezielle Situation, die prägt. Ich denke, was man der Familie auf dem Aareinseli aufgrund der Rechtsgrundlagen ermöglichen kann, sollte man versuchen – damit eine bäuerliche Existenz gesichert ist. Natürlich handelt es sich um ein fragiles Gebiet. Da muss eine Existenz mit dem Naturschutz übereinstimmen. Das ist fast die Hauptaufgabe.

Kann der Konflikt gelöst werden?

Wie gesagt, ich habe mich bisher nicht vertieft mit der Sache auseinandergesetzt. Ich war beispielsweise noch nie auf dem Aareinseli. Es ist ja nicht so, dass ich diese Arbeit suche. Aber ich würde mich als Vermittler zur Verfügung stellen. (uby)