Im Rahmen der Ortplanungsrevision (Opla-Revision) hat der Gemeinderat zum Instrument einer Planungszone gegriffen. Damit werden für bestimmte Grundstücke Bauvorhaben, die möglicherweise nicht erwünscht sind, für drei, in Ausnahmefällen fünf Jahre blockiert, bis die Planungsbehörden die Zukunft der Parzellen definiert haben – dies im besten Fall zusammen mit der Eigentümerschaft.

Gleich drei Grundstücke werden mit einer Planungszone belegt. Dazu gehört die Grundbuch Nummer 784. Das unbebaute Grundstück liegt in der Wohnzone W2 und grenzt an das Gebiet mit Schulhaus und Kindergärten. Aufgrund der erwarteten Zunahme der Bevölkerung in den nächsten 15 Jahren – plus ein Prozent bei einer Einwohnerzahl von 2785 – werde der Schulraum langfristig knapp, begründet der Gemeinderat die Massnahme. Eine Erweiterung der bestehenden Schulanlagen könnte notwendig werden.

Für Erweiterung geeignet

Die Parzelle Nummer 784 eigne sich hervorragend für eine Erweiterung der bestehenden Anlage und sei deshalb von übergeordnetem strategischen Interesse. Erschwerend für die Eigentümer der Parzelle komme hinzu, dass die Erschliessung nicht geregelt ist. «Falls wir zum Schluss kommen, dass das Landstück wichtig für die Gemeinde ist, werden wir mit den Eigentümern das Weitere besprechen», erklärt Gemeindepräsident Markus Sieber. Eine Möglichkeit im Rahmen der Ortsplanungsrevision wäre die Umzonung der Parzelle in eine Zone für öffentliche Bauten und Anlagen. Die Planungszone gilt für drei Jahre.

Die zweite mit einer Planungszone belegte Parzelle GB Nr. 525 ist ein unbebautes Landstück in der Wohnzone W2 in der Grösse von gegen 10 000 Quadratmetern. Das Grundstück liegt inmitten eines bebauten, kleinstrukturierten Einfamilienhausquartiers. Für den nördlichen Teil der Parzelle ist bereits ein Baugesuch eingereicht worden. Dieses befindet sich aber, laut Sieber, in einem Beschwerdeverfahren. Das Vorhaben sei zonenkonform, weise aber hinsichtlich Quartierverträglichkeit Mängel auf. So gehe die angestrebte Verdichtung nicht auf das bestehende und für das Quartier typische Erscheinungsbild ein.

Dichter bebauen

Um für den aktuell noch unbebauten südlichen Teil der Parzelle eine verträgliche Dichte eruieren zu können, entschied der Gemeinderat eine Planungszone über drei Jahre über diesen Teil der Parzelle zu legen. Die Entwicklung von solch grossen zusammenhängenden Flächen könne einen bedeutenden Einfluss auf die Quartierentwicklung haben.

Dabei bestehe vonseiten der Eigentümerschaft auch eine gewisse Verantwortung, dem bestehenden Quartier Sorge und der bestehenden baulichen Struktur Rechnung zu tragen, so die Begründung im Bericht zur Auflage der Planungszone.

Jedes Quartier analysieren

Um die Qualität des Ortsbildes und von bestehenden sowie neuen Quartieren zu fördern, werden die Quartiere aktuell im Rahmen der Opla-Revision einzeln analysiert. Aufbauend auf dieser Analyse werden Vorgaben für die Zonenvorschriften und Baumassen abgeleitet. Die 2395 Quadratmeter grosse Parzelle Nummer 68, die dritte mit einer Planungszone belegte Parzelle, liegt heute in der Kernzone an einer für das Dorfzentrum strategischen Lage: Direkt an der Alten Bernstrasse und in der Nähe von kantonal geschützten sowie auf kommunaler Ebene als erhaltenswert eingestuften Gebäuden.

Die Parzelle könne als «Tor» in den Dorfkern von Süden herkommend wirken und einen wesentlichen Beitrag zur Attraktivierung des Dorfzentrums leisten. Für das Gebäude auf der Parzelle liegt ein Abbruchgesuch vor. Der Gemeinderat schloss auf einen Neubau und hat deshalb für eine Planungszone auf der Parzelle entschieden. So werde die Chance intakt gehalten, an dieser heiklen Lage im Rahmen der Opla-Revision die Rahmenbedingungen für eine ortsbaulich und architektonisch angemessene Qualität zu schaffen. Wird ein Gestaltungsplan erarbeitet, der die Resultate der Quartieranalyse angemessen miteinbezieht, sei der Gemeinderat bereit , die Planungszone wieder aufzuheben.

«Wir standen im Gespräch mit der Eigentümerschaft, weil wir eine Anfrage erhielten», erzählt Markus Sieber. Diese habe im Anschluss unverzüglich ein Baugesuch eingereicht. Inzwischen ist das Bauwerk auch ausgesteckt. «So wie das Baugesuch eingereicht wurde, kann ich mir schwer vorstellen, dass es bewilligungsfähig ist», sagt Sieber. Aber man sei mit der Erbengemeinschaft im Gespräch und nicht weit auseinander in Bezug auf die Vorstellungen, was gebaut werden soll, so Sieber. Dennoch hat die Erbengemeinschaft schon mal Einsprache zur Planungszone eingereicht. Ob noch weitere Einsprachen abgegeben wurden, weiss Sieber nicht. Die Frist lief gestern ab.