Watt d'Or
Carrosserie Hess erhält Energiepreis des Bundes

Schon wieder eine wichtige Technologie-Auszeichnung für die Bus-Bauer der Carrosserie Hess AG in Bellach: Der Solothurner Bushersteller erhält den Schweizer Energiepreis Watt d’Or 2015 in der Kategorie Energieeffiziente Mobilität.

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Carrosserie Hess AG in Bellach wurde erneut ausgezeichnet.

Carrosserie Hess AG in Bellach wurde erneut ausgezeichnet.

Andreas Toggweiler

Ende November hatte das Unternehmen den Innoprix SoBa 2014 bekommen.

Die Carrosserie Hess AG erhält den Watt d’Or zusammen mit dem Institut für Dynamische Systeme und Regelungstechnik der ETH Zürich. Das ETH-Institut hatte in den letzten fünf Jahren die Technologie «Advanced Hybrid Electric Autobus Design» (AHEAD) entwickelt, welche die dieselelektrischen Hybridbusse von Hess auf optimale Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit konfiguriert. «Durch das innovative Energiemanagementsystem kann der Bus Fahrstrecken aktiv ‹lernen›, was eine äusserst energiesparende Steuerung der Antriebselemente ermöglicht», heisst es in der Sondernummer des BFE-Newsletters «energeia» zum Watt d’Or 2015. Das AHEAD verarbeite sowohl GPS-Daten als auch Streckendaten wie Höhenprofile oder die Distanz bis zur nächsten Haltestelle und sorge so dafür, dass Dieselgenerator und Superkapazität-Speicher stets mit optimaler Leistung laufen. Dadurch lasse sich der Treibstoffverbrauch der Busse um rund einen Viertel senken.

Der Watt d’Or 2015 zeichnet eine andere Technologie-Innovation aus als der Innoprix SoBa 2014: Letzteren hatte die Carrosserie Hess für das Speichersystem EnergyPack bekommen, das Trolleybussen ein drahtloses Fahren über 3 bis 4 km ermöglicht und Diesel-Notfahraggregate ersetzt.

«Pflänzchen im Alpiq-Garten»

Mit der in Zürich ansässigen Alpiq InTec-Gruppe (bis 2009: Atel Installationstechnik AG), einer Tochter der Alpiq Holding, gewann zudem ein weiteres mit dem Kanton Solothurn verbundenes Unternehmen den Watt d’Or 2015 in der Kategorie Energietechnologien. Alpiq InTec bringt 2015 unter dem Namen GridSense Produkte mit einer von der Fachhochschule der italienischen Schweiz (SUPSI) entwickelten Technologie auf den Markt: Ein direkt in Geräte und Anlagen integrierter, selbstlernender Algorithmus, der autonom für den Lastausgleich im lokalen Stromnetz sorgt. Dadurch werden Belastungsspitzen im Verteilnetz geglättet.

«GridSense verknüpft Geräte und Stromnetze dank intelligenter Technologien derart, dass ein optimaler Betrieb möglich ist, Verbrauchsspitzen gebrochen werden können und die Nutzerinnen und Nutzer von alldem nichts merken – ausser, dass ihre Stromrechnung tiefer ausfällt», lobt die Aargauer Ständerätin Pascale Bruderer, Jury-Präsidentin des Watt d’Or, im Editorial der Sonderausgabe von «energeia». Marcel Morf, Leiter Strategischer Verkauf bei Alpiq InTec, wird im BFE-Newsletter so zitiert: «GridSense ist eines der spannendsten neuen Pflänzchen im Alpiq-Garten, und wir werden alles daran setzen, dass es gedeiht.»

Der Energiepreis Watt d’Or wird – dieses Jahr zum 9. Mal – vom Bundesamt für Energie (BFE) verliehen. Die Watt d’Or-Trophäe, eine riesige Schneekugel, wurde den Gewinnern am Donnerstagabend an einer Gala-Veranstaltung vor Hunderten von Vertreterinnen und Vertretern der schweizerischen Energieszene und der Medien im Kongresszentrum Kursaal in Bern überreicht. (cva)