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Bus-Haltestelle bei Schnottwiler Post aufzugeben wäre «himmeltraurig»

Die Gemeinde wird das Post-Gebäude samt Parzelle kaufen, um die Bushaltestelle im Dorfkern zu sichern. Überzeugt werden mussten Anstösser die Lärm, Abgase und Perimeterbeiträge befürchten.

Urs Byland
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Die Bushaltestelle bei der Post ist ein wichtiger Anschluss an den öffentlichen Verkehr.

Die Bushaltestelle bei der Post ist ein wichtiger Anschluss an den öffentlichen Verkehr.

Hansjörg Sahli

Die Diskussion im Foyer der Oberstufe entbrannte, als es um den Kauf der Post ging. Der Gemeinderat empfahl diesen der Gemeindeversammlung aus strategischen Gründen. Es gelte die heute gute Erschliessung des Dorfes durch den öffentlichen Verkehr zu sichern. Die Parzelle mit der Post mitten im Dorf grenzt schon heute an die Bus-Haltestelle. Kommt die Parzelle in den freien Verkauf, droht der Haltestelle der Garaus.

Der Warteraum der Haltestelle, für den die Gemeinde zuständig ist, muss vergrössert werden, um die Zugänglichkeit für Menschen mit einer Behinderung zu gewährleisten. Eine Notlösung wäre allenfalls, die Haltestelle in den Strassenraum zu verlegen. Andererseits muss in Zukunft eine Wendemöglichkeit in Betracht gezogen werden, was auf der Parzelle mit einer Fahrt rund um die Post möglich wäre.

Unter Druck geraten ist die Gemeinde zusätzlich, weil die Post die Liegenschaft verkaufen will. Die Poststelle wird bekanntlich aufgegeben. Wenige Meter daneben eröffnet voraussichtlich im Herbst im neu erstellten «Chronehof» eine Volg-Filiale, in der auch eine Postagentur geführt werden soll. Die Verkaufsabsicht war bekannt, aber nicht der Zeitpunkt. Nun ist so weit.

Gemeindepräsident Jürg Willi weiss, dass die laut Post vorhandenen Kaufangebote kein leeres Geschwätz sind. «Interessiert sind ein Töffhändler, sowie ein weiterer Gewerbetreibender.» Deren Gestaltungsvorstellungen für die Parzelle würden die Haltestelle stark gefährden. «Wir müssen die öV-Erschliessung im Dorfkern sichern und die Parzelle kaufen.» Das Angebot der Post Immobilien sei mit 440'000 Franken für das 5-Zimmer-Einfamilienhaus aus dem Jahr 1971 auf 1'018 Quadratmeter Land fair.

Kaufpreis unbestritten

Der Kaufpreis war in der Gemeindeversammlung, die von 41 Stimmberechtigten besucht wurde, unbestritten. Aber Anstössern befürchten Lärm, Abgase und Perimeterbeiträge. Erstere Befürchtung konnte nicht ausgeräumt werden, soll sich aber in Grenzen des Fahrplans halten. Perimeterbeiträge müssten nicht gezahlt werden. Die Frage nach der Finanzierung und einer möglichen Steuererhöhung deswegen, beantwortete Gemeinderat Stefan Schluep, Ressort Finanzen zuvor mit einem positiven Rechnungsabschluss 2015. so konnten dem Eigenkapital 385'000 Franken zugewiesen werden. «Im letzten Jahr konnten wir zudem Geld zurückzahlen. Ich gehe bei einem Kauf nicht von einer Fremdverschuldung aus. Es wird eine Knacknuss, aber ich bin zuversichtlich.» Eine Steuererhöhung sei nicht zu befürchten, ergänzte der Gemeindepräsident.

Unterstützung erhielt der Gemeinderat von Theodor F. Kocher «Schnottwil hat die besten Busverbindungen. Wir müssen einen Platz anbieten können, sonst wird es himmeltraurig.» Paul Jetzer appellierte an die Solidarität derjenigen, die Lärm befürchten und sagte: «Wir wären dumm, wenn wir es nicht kaufen.» Der Kauf wurde mit 36 Ja- bei 2 Nein-Stimmen und 3 Enthaltungen genehmigt.

Massiv geringere Verschuldung

Die Rechnung 2015 konnte bei einem Umsatz von knapp über 7 Millionen Franken wie zuvor erwähnt positiv abschliessen. Investiert wurden mit netto 461'000 Franken nur die Hälfte der budgetierten Summe. Verschoben werden musste insbesondere die Erschliessung Muer. Mit einer Viertelmillion Franken am meisten kostete 2015 die Heizung der Schulanlage und im ähnlichen Rahmen die Erschliessung Industriestrasse. Stark zurück ging die Pro-Kopf-Verschuldung von Schnottwil. Dazu beigetragen hat nicht nur die gute Rechnung 2015 sondern in erster Linie eine Neubewertung von Grundstücken, die im Finanzvermögen aufgeführt sind (plus 990'000 Franken).

Beschlossen wurden zudem diverse Reglementsänderungen sowie der Vertrag der Regio Feuerwehr Oberer Bucheggberg, welcher die Zusammenarbeit von Schnottwil, Biezwil und Lüterswil-Gächliwil in diesem Bereich neu regelt.