Die Anrufung des Bundesgerichtes hat sich für René Strickler zeitlich schon mal gelohnt. Bis das Gesuch um aufschiebende Wirkung entschieden ist, haben alle Vollziehungsvorkehrungen zu unterbleiben.

Diese schreibt das Bundesgericht in einer Verfügung, in der das kantonale Obergericht angewiesen wird, «die in der Sache ergangenen Akten dem Bundesgericht zuzustellen». Auch die Vermieterin des Raubtierparksareals in Subingen, die Espace Real Estate AG, wird gebeten, zum Gesuch um aufschiebende Wirkung Stellung zu nehmen. Stillschweigen wird als Einverständnis ausgelegt.

René Strickler konnte bis jetzt das Geld für den Kauf des Areals nicht auftreiben. Deshalb muss er den Park räumen.

René Strickler konnte bis jetzt das Geld für den Kauf des Areals nicht auftreiben. Deshalb muss er den Park räumen.

Als Termin für die Stellungnahme der Vermieterin und die Aktenweitergabe durch das Obergericht hat das Bundesgericht den 1. Juli festgesetzt. Wie schnell das Gesuch um aufschiebende Wirkung anschliessend entschieden wird, dazu kann das Bundesgericht keine Auskunft geben. Es ist rasch zu erwarten. Damit hat René Strickler einen Aufschub des ersten Räumungstermins erreicht, der die Streichelzoo-Tiere sowie die abgestellten Fahrzeuge rund um das Areal betrifft.

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Sollte der Bescheid aber nach dem 1. Juli effektiv rasch erfolgen und negativ ausfallen, könnten es für Strickler stressige Sommerwochen werden. Bestätigt würden die vom Obergericht festgesetzten Räumungstermine. Dann müssen nicht nur die Streichelzoo-Tiere sofort umplatziert werden. Bis 14. Juli muss er auch Plätze für die Raubtiere finden.

Muss René Strickler Tiere aus seinem Raubtierpark in Subingen einschläfern? (13.1.2016)

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Die von René Strickler angestrebte Lösung, der Espace Real Estate AG das Areal abzukaufen, auf dem er den Raubtierpark einrichtete, ist noch nicht greifbar. Werner Ballmer, Leiter der Task Force Gruppe, erklärt, dass er intensiv an der Vorbereitung der für den 27. Juni geplanten Gründungsversammlung der Betriebsgesellschaft mit René Strickler und dem Raubtierpark sowie nahestehenden Personen und Fördervereinen arbeite.

Die Betriebsgesellschaft soll die Führung des Raubtierparks von René Strickler sicherstellen. Die Betriebsgesellschaft werde sich auch mit der langfristigen Sicherung des Standortes inklusive der notwendigen Investitionen befassen. Gespräche mit laut Ballmer seriösen Investoren für den Kauf des Grundstücks seien im Gange, um die wichtigste existenzbedrohende Frage, das gekündeten Mietverhältnisse, zu lösen.

Werner Ballmer setzt darauf, dass die Vermieterin Espace Real Estate AG das Areal nach wie vor an René Strickler verkaufen würde. «Die Vermieterin hat immer wieder versichert, dass das Wohl der Tiere auch für sie von äusserster Wichtigkeit sei und sie sich seit Beginn der Verhandlungen und auch heute noch stets zur Prüfung allfälliger Kaufangebote und daraus folgenden Vertragsverhandlungen ausgesprochen hat», so Werner Ballmer in seiner Mitteilung vom Dienstag.

Dem entgegnet Victor Schmid, Kommunikationsbeauftragter der Espace Real Estate AG in dieser Sache: «Eine Verkaufsverpflichtung ist Espace Real Estate AG in dieser Sache nie eingegangen. Wie bisher sind wir bereit, ernsthafte Verkaufsangebote mit klaren Finanzierungsnachweisen zu prüfen.»

Kein Wort zum Vollzug

Neu wird in der Medienmitteilung von Werner Ballmer auch genauer erklärt, warum das Bundesgericht die vom Obergericht gesetzte Frist kippen soll. «Die vom Obergericht in Solothurn verfügte Räumung per Mitte Juni für die Kleintiere und per Mitte Juli für die Raubtiere erfolgte, ohne genauere Angaben zum Vollzug und zur neuen Unterbringung der Tiere zu machen.»

Dieser Hinweis wurde aber bereits an der Verhandlung vor dem Obergericht erörtert und mit der Feststellung gekontert, dass mit dem Vollzug einer allfälligen Räumung das Oberamt und allenfalls die Kantonstierärztin beauftragt sein werden.