Luterbach
Bund und Kanton finanzieren einen Grossteil der Kosten für Arbeiten am Späckgraben

Das Bachbett des Späckgrabens auf dem Gelände der Biogen in Attisholz Süd wurde bereits umgelegt und ausgedolt.

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Das Ziel, mehr Wasser in den Späckgraben zu bringen, ist teilweise bereits erfüllt worden.

Das Ziel, mehr Wasser in den Späckgraben zu bringen, ist teilweise bereits erfüllt worden.

Urs Byland

Vom Späckgraben in Luterbach wurde schon einige Male berichtet. Der Späckgraben ist ein Bachbett, das Wasser vom Dorfbach, der bachaufwärts Grüttbach heisst, in Luterbach zur Aare führt. Früher diente der Graben vermutlich als Abwasserkanal. Heute ist es ein öffentliches Gewässer. Wasser führt der Späckgraben bisher wenig. Das Bachbett ist gut ein Kilometer lang und teilweise eingedolt.

Mit der Erschliessung Attisholz Süd und den Neubauten der Biogen International GmbH (Biogen) und der CT-X Rail Service AG musste die bestehende Bacheindolung des Späck grabens im Gebiet Attisholz Süd umgelegt werden. Es hat sich gezeigt, dass im Bereich der Firma Biogen eine Ausdolung möglich ist. Im November 2015 konnte zusammen mit der Firma eine Linienführung gefunden werden, welche im Rahmen der Umgebungsplanung für den Neubau realisiert werden kann. In der Folge wurde die offene Linienführung des Späckgrabens im Teil-GEP (Entwässerungsplan) «Attisholz Süd» übernommen.

Im Herbst 2019 konnten die Arbeiten zur Offenlegung des Späckgrabens ab der CT-X Rail Service AG bis zur Aare abgeschlossen werden. Biogen International GmbH hat ein Gesuch um Beiträge für die Revitalisierung Späckgraben und ein Gesuch um Beiträge an das Unterhaltskonzept gestellt. Die Kosten der Revitalisierung belaufen sich auf 566'841 Franken, die Kosten für die Nachführung des Unterhaltskonzepts 3231 Franken.

Bund und Kanton zahlen rund 90 Prozent der Kosten

Der Regierungsrat kann die Ausführung von wasserbaulichen Massnahmen an öffentlichen Gewässern auf Gesuch hin Personen des öffentlichen oder privaten Rechts übertragen. Der Späckgraben ist ein öffentliches Gewässer. Aufgrund verschiedenster Gesetze und Verordnungen werden die Kosten für die Ausdolung und Revitalisierung des Späckgrabens auf verschiedene Schultern verteilt, wie der Regierungsrat in seinem Beschluss schreibt.

Der Bund stellt einen Beitrag von 60 Prozent, im Maximum 342043 Franken, in Aussicht. Der Kanton stellt die Übernahme von 30 Prozent, maximal 171'022 Franken, in Aussicht. Die restlichen 10 Prozent der Kosten verbleiben Biogen GmbH. (uby)

«Mehr Wasser in den Bachlauf bringen»

Während auf dem Gelände der Firma Biogen GmbH der Späckgraben bereits umgeleitet und ausgedolt wurde, müssen die Arbeiten am restlichen Bachlauf noch gemacht werden. Dazu informiert die Bauverwaltung von Luterbach, dass seit geraumer Zeit die Wassermenge im Späckgraben abnehmend ist. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Fliessgeschwindigkeit sehr gering ist. Die Bacheindolung südlich des Blumenweges, die Querung des Blumenweges sowie der ganze Bachverlauf versanden daher sehr stark, was zu Engnissen und sogar Verstopfungen führen kann. Weiter wurde mit dem Amt für Umwelt bei einer Begehung festgestellt, dass diverse nicht bewilligte Nebenbauten und Uferverbauungen durch private Anwohner realisiert wurden. Diese Verbauungen müssten entfernt und/ oder mit ingenieurbiologischen Massnahmen ersetzt werden. Im ganzen Projektperimeter wird der Bach ausgebaggert und die ursprüngliche Bachsohle wiederhergestellt. Zudem werden die Uferböschungen naturnah wiederhergestellt und gesichert. Als Baubeginn wird Anfang 2021 oder im Frühsommer 2021 angegeben. Die Baudauer beträgt zirka fünf Wochen.

In einer zweiten Etappe soll dann auch der restliche Teil des teilweise eingedolten Bach laufes offengelegt werden. Gerechnet wird für die zweite Etappe mit Kosten von 100000 Franken, die ebenfalls zum grössten Teil von Kanton und Bund übernommen werden. «Ziel des Ganzen ist es, dass in das extrem flache Bachbett mehr Wasser reingebracht werden kann», erklärt Bauverwalter Bernd Schultis. (uby)

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