Lüterkofen
Bumerange erhalten den letzten Schliff für die richtige Flugbahn

Im Rahmen des Ferienpass Bucheggberg haben Kinder am Samstag in Lüterkofen einen Bumerang aus Birkensperrholz gebaut. Getestet wurde dieser natürlich auch gleich.

Beatrice Kaufmann
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Kursleiter Ruedi Salzmann erklärt, wie man einen Bumerang macht
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Die Kursteilnehmer sind bei der Mehrzweckhalle in Lüterkofen versammelt Im Schatten der Bäume wird konzentriert gearbeitet.
Bumerang bauen
Und schon gehts ans Bumerang bauen
Mit Raspel, Feile und Schleifpapier machten sich die Kinder ans Werk.
Konzentriert bei der Arbeit: Grossvater und Enkel.
Bumerang bauen
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Mit dem Schleifpapier wird das Holz bearbeitet
Bumerang bauen
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Der Bumerang ist aus Birkensperrholz
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Bumerang bauen
Bumerang bauen
Die Flugobjekte sind gemacht,
Ferienpass Bucheggberg: Bumerang bauen

Kursleiter Ruedi Salzmann erklärt, wie man einen Bumerang macht

Beatrice Kaufmann

Die Temperaturen an diesem Samstagmorgen würden eigentlich auch einen Badi-Besuch rechtfertigen. Bei der Mehrzweckhalle in Lüterkofen aber finden sich acht Kinder, teils mit ihren Eltern oder Grosseltern, die im Schatten der Bäume konzentriert arbeiten. Nein, sie habe so etwas noch nie gemacht, sagt Anna, während sie mit einer Raspel einen Bumerangflügel bearbeitet.

Daneben stehen Timo und sein Vater, die auch zu Hause oft werken. «Du strickst zwar lieber, nicht wahr Timo?» Der Sohn schüttelt lachend den Kopf und widmet sich wieder seiner Arbeit. Am anderen Tisch begutachten Nadine und ihr Grossvater ihr Wurfholz. «Mit der Seite sind wir noch nicht zufrieden», sagt Nadines Grossvater und macht sich gleich daran, das Ergebnis zu verbessern.

Bumerang aus Mammutzahn

Es ist Ferienpasszeit, womit die Bucheggberger Schulkinder wieder Gelegenheit erhalten, neue potenzielle Hobbies kennenzulernen. Heuer wurde das Angebot unter anderem um den Kurs «Bumerang selber bauen und werfen lernen» erweitert. Da hier mit Werkzeugen hantiert wird, sind die jüngeren Kinder in Begleitung da. Die Hölzer dürften landläufig als australische Wurfwaffen bekannt sein.

Wie Kursleiter Ruedi Salzmann jedoch erklärt, würde der Bumerang kaum für die Jagd verwendet. Und auch, dass die Wurfhölzer nur in Down Under zu finden sind, stimme nicht. «Den Bumerang gab es überall auf der Welt.» Den ältesten habe man in Polen gefunden. 23 000 Jahre alt ist der Fund – gefertigt aus einem Mammutstosszahn.

Heute Morgen wird aber mit Birkensperrholz gearbeitet. Salzmann hat im Vorfeld Rohlinge angefertigt, aus denen die Kinder zu Beginn einen aussuchen dürfen. Bald haben sich alle für einen Dreiflügler entschieden. Damit dieser am Schluss einen schönen Bogen fliegt, braucht er allerdings den richtigen Schliff. Salzmann spannt einen Rohling in eine Schraubzwinge ein und zeigt vor, wie die «schnellen» und «langsamen» Seiten der drei Flügel richtig geschliffen werden. Danach machen sich Kinder und Erwachsene gleichermassen emsig mit Raspel, Feile und Schleifpapier ans Werk.

Rund 1000 Exemplare gebaut

Er selbst betreibe sein Hobby seit über 20 Jahren, erzählt Salzmann. «Zuerst war es Spass, dann Ehrgeiz und heute wieder Spass.» Und wie viele Exemplare sind in der Zeit zusammen gekommen? «Mit denen, an denen ich in Workshops mitgeholfen habe, sind es über tausend.» Die Gruppengrössen für die Ferienpass-Besuche hat er absichtlich klein gehalten, damit er sich allen widmen kann. «Ich will nicht, dass die Kinder am Schluss etwas in der Hand halten, das nicht funktioniert.» Und so macht er immer wieder die Runde und hilft dem Nachwuchs beim Schleifen.

Nach rund einer Stunde sind die acht Bumerange flugtauglich und warten auf ihren ersten Einsatz. Auf dem Sportplatz zeigt Salzmann einige Male vor, wie der richtige Wurf aussieht. Der Selbsttest zeigt schnell: Das sieht einfacher aus, als es ist. Bumerang-Werfen ist mit vollem Körpereinsatz und der Beachtung vieler Details verbunden. «Ich habe aber noch nie erlebt, dass das jemand gar nicht gelernt hat», erzählt Salzmann. Alles Übungssache also. Unter den Kindern hat es allerdings einige Naturtalente, die ihren Bumerang bis zum Mittag so werfen können, dass sie in einem schönen Bogen zu ihnen zurückkehren. Und einige hat es richtig gepackt: Sie kaufen dem Kursleiter am Ende weitere Rohlinge ab, um auf der heimischen Werkbank weiter zu basteln.

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