Langendorf
Bühne frei für die kleinen Artisten vom Theaterzirkus Wunderplunder!

Kinder aus der Region proben eine Woche lang für ihre Aufführung im Zirkus Wunderplunder. In verschiedenen Gruppen lernen sie Kunststücke und Choreographien und wählen das Programm aus, das ihnen am besten gefällt. Das Ergebnis lässt sich sehen!

Marina Stalder
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Jeden Morgen singen die Kinder ihr Zirkuslied mit den Mitgliedern des Theaterzirkus Wunderplunder.

Jeden Morgen singen die Kinder ihr Zirkuslied mit den Mitgliedern des Theaterzirkus Wunderplunder.

Tina Dauwalder

Theaterzirkus Wunderplunder

Die zehn aktiven Mitglieder des Theaterzirkus befinden sich von Mai bis Oktober auf Tournee um Erwachsene und Kinder, die selber auf der Bühne stehen wollen, zu beglücken. Im Winter bereiten sie sich und ihre Materialien wieder auf das nächste Jahr vor.

Im Durchschnitt findet etwa ein Drittel der Tournee des Theaterzirkus Wunderplunder an Primarschulen, ein Drittel in sonderpädagogischen Institutionen und ein Drittel als Ferienangebot statt.

Zum 30-jährigen Bestehen findet vom 12. bis 16. August in Burgdorf auf der Schützenmatte eine Jubiläumswoche statt.

Die Aufführungen der Artisten in Langendorf kann man sich heute um 14 Uhr und 19 Uhr auf dem Primarschulhausareal in Langendorf ansehen.

Diese Woche gastiert der Zirkus auf Einladung des Vereins Konfetti, einem Verein für Kinder, Jugendliche und Familien, in Langendorf. Rebekka Studer, Vorstandsmitglied des Vereins und OK-Präsidentin kannte den Theaterzirkus aber bereits vorher. «Ich war so begeistert von der Arbeit, die das Team leistete, dass ich den Zirkus Wunderplunder auch nach Langendorf holen wollte.»

Üben, üben, üben

Seit Montag haben die Mitglieder des Theaterzirkus Wunderplunder mit den 61 Teilnehmern jeden Tag für die Aufführungen vom Donnerstag geprobt. Nachdem die Kinder am Montag in alle Disziplinen rein schnupperten, konnten sie sich für diejenige entscheiden, die ihnen am meisten zusagte. Dabei durften sie aus der Jonglier-Gruppe, der Pantomimen-Gruppe, der Feuer-Gruppe und vielen anderen Gruppen, auswählen.

Jeden Morgen singen die Kinder ihr Zirkuslied mit den Mitgliedern des Theaterzirkus Wunderplunder.
33 Bilder
Zirkus Wunderplunder Langendorf
Zirkus Wunderplunder Langendorf
Zirkus Wunderplunder Langendorf
Sich auf einem Fass fortzubewegen braucht extrem viel Geschick
Ohne Furcht zünden sich die Artisten die Finger an
Sich am Tuch hochziehen will gelernt sein
Ohne Furcht wird sogar Feuer gespuckt
Noch etwas kritisch wird das Feuer entfacht
Liebevoll werden die Kostüme geflickt
Liebevoll sind die Zirkuswagen dekoriert
Laura VInatzer schwärmt vom Leben mit dem Wunderplunder Zirkus
Liebevoll sind die Zirkuswagen dekoriert
In einer der Turnhallen wird die grosse Artistiknummer am Tuch geprobt
Gebannt verfolgt das Publikum das Theater der Wunderplunder-Leiter auf der Zirkusbühne
Für einmal im Rampenlicht stehen
Gebannt verfolgt das Publikum das Theater der Wunderplunder-Leiter auf der Zirkusbühne
Die Vorstellungen können bald beginnen
Die Tanzschau macht allen Teilnehmern Spass
Die Tanz- und Akrobatikgruppe zeigt ihr Können
Die mutige alte Dame stellt den Räubern den Stock
Die Kinder sind nervös vor der Feuertaufe
Die grosse Feuershow kann beginnen
Der Zirkus hat allerlei Wunderplunder mitgebracht
Der grosse Tiger wurde gezähmt
Der Tiger bringt die Ladies vor Angst zur Ohnmacht, alles wird gefilmt vom Fernsehteam mit grossem Putzwedel-Mikrofon
Das Verbeugen nach der gelungenen Show darf natürlich nicht fehlen
Das Auto der Zirkusdirektoren muss geflickt werden, der Mechaniker sucht nach geeignetem Werkzeug
Das Publikum gibt den Jongleuren letzte Anweisungen
Auf dem Balken wird mit verschiedensten Utensilien jongliert
Auch Feuerschlucken ist für die wagemutigen Artisten kein Problem
Am Morgen stimmen sich alle gemeinsam mit dem Wunderplunder-Lied und Tanz ein
Auch die Pantomimengruppe zeigte ihr Können in der ersten Probe auf der Bühne

Jeden Morgen singen die Kinder ihr Zirkuslied mit den Mitgliedern des Theaterzirkus Wunderplunder.

Tina Dauwalder

Lena (11) erklärt, dass sie unbedingt in die Pantomimen-Gruppe wollte, aber nach dem Schnuppern von der Feuer-Gruppe doch ein wenig mehr begeistert war. «Es sah so cool aus, da dachte ich, das will ich machen und schloss mich dann kurzerhand dieser Gruppe an.»

In diesen Gruppen übten die Kinder verschiedenste Kunststücke und Choreografien ein. Die Mitglieder des Theaterzirkus Wunderplunder überlassen den Teilnehmern gerne auch mal freie Hand bei der Auswahl ihrer Performance. Laura Vinatzer, 26, die aus Luzern stammt und Soziale Arbeit studierte, sagt, dass es die Ideologie des Theaterzirkus Wunderplunder sei, die Kinder nicht unter Leistungsdruck zu setzen, sondern dass sie einfach das machen dürfen, was sie gerne machen. «Man sieht dann schnell auch, wie Kinder aus alten Mustern ausbrechen, eine neue Rolle in der Gruppe einnehmen und dabei ungeahnte Fähigkeiten entdecken. Das ist wirklich schön.»

Momentan finden die ersten Proben im richtigen Zirkuszelt statt. Die Kinder können es kaum erwarten, bis ihre Gruppe dran ist, der Vorhang aufgeht und die Bühne ihnen und ihren Tricks gehört. Im Scheinwerferlicht übt bereits die Clown-Gruppe ihr Theater mit bösen Banditen und einem cleveren Grosi. Einige Szenen werden wiederholt, aber der Ablauf sitzt und verspricht, an der Aufführung für manchen Lacher zu sorgen.

Feuerfeste Artisten

Auch ausserhalb des Zeltes wird fleissig geübt. Die Jonglier-Gruppe geht ihre Choreografie nochmals durch, damit jeder Artist weiss, wann er oder sie an der Reihe ist. Einfach sind die Kunststücke nicht; konzentriert stehen die Kinder auf dem Balken, versuchen ihr Gleichgewicht zu bewahren und jonglieren dabei auch noch.

Auf der Bühne wird es heiss, denn nun probt die Feuergruppe ihre Show. Dabei führen sie Choreografien mit grossen und kleinen Fackeln durch, schlucken Feuer, speien Feuer und zünden sich sogar ihre Finger an. Feuerscheu dürfen die Artisten und Artistinnen dieser Gruppe also nicht sein. Lena erzählt, dass dies für sie auch kein Problem war. «Ich hatte nie Angst vor dem Feuer. Aber ich hatte ein wenig Respekt davor, meine Finger anzuzünden. Aber wenn man es einmal gemacht hat, vergisst man die Angst schnell.»

Dass die Kinder, welche diese Woche aus Langendorf, Oberdorf und Solothurn kommen, Freude am Zirkus haben, sieht man gleich. Diese Freude war auch ein Argument für Laura Vinatzer, sich für das Leben im Zirkuswagen zu entscheiden. «Man lernt viele, unterschiedliche Kinder kennen, auch solche, die mit einer Behinderung leben müssen. Und zu helfen, dass sich die Teilnehmer selbst verwirklichen können, ist definitiv ein Grund, wieso ich mit dabei bin.»