Die Bürgergemeinde Langendorf ist verantwortlich für die Wasserversorgung der Gemeinde. Nun besteht die Möglichkeit, die gesamte Wasserversorgung auf dem Areal der Psychiatrischen Klinik zu übernehmen. Diese bezieht bis anhin ihr Wasser von einer eigenen Quelle in Oberdorf. Mit dem Übergang per 1. Januar 2017 der Liegenschaften vom Kanton in die Spitäler AG, stellte sich offenbar auch die Frage, ob alle bestehenden Infrastrukturen übernommen werden sollen.

Zwei Hürden hätte die Spitäler AG überwinden müssen, wie Bürgergemeindeverwalter André Hess meint. «Einerseits geht der Brunnenmeister der Psychiatrischen Klinik in Pension.» Andererseits hätte die Infrastruktur der Quelle in Oberdorf für 3 bis 3,5 Millionen saniert werden müssen. Eine Übernahme käme der Bürgergemeinde gelegen. «Wir haben eine intakte Wasserversorgung und können mit der Übernahme unsere Position stärken», so Hess.

Nullsummenspiel für Bürger

Habe die Bürgergemeinde doch schon bis anhin die Notfallversorgung in Sachen Wasser sowie das Löschwasser für die Klinik garantiert. Eine Übernahme wäre ein Nullsummenspiel. Der Wert der Anlage wird mit den Anschlussgebühren für Neumitglieder und Perimeterbeiträgen aufgerechnet.

Das Wasser der Quelle soll künftig ins Netz der Wasserversorgung Langendorf fliessen. «Die Infrastruktur der Quelle muss dafür nicht saniert werden.» Die Versammlung gab die Zustimmung. Damit kann die Bürgergemeinde in die Verhandlungen steigen. Weil Teile der Klinik auf Stadtsolothurner Boden liegen, muss aber auch die Stadt einverstanden sein. Hier steht eine Antwort noch aus. Letzten Endes wird der Regierungsrat seine Zustimmung geben müssen.

Kauf einer Leckortungsanlage

Finanziell zur Sache ging es in den Kreditanträgen. Die alte Leckortungsanlage soll für 100'000 Franken ersetzt werden. Das Frühwarnsystem reagiert auf Geräusche. Mit der Umstellung von Guss- auf Plastikleitungen sei die bisherige Anlage erster Generation nicht mehr brauchbar. «Jetzt hoffen wir, dass wir schnell auf Schäden reagieren und grössere Verluste vermeiden können», so Hess.

Für die Umsetzung der Schutzzone Brüggmoos muss der bestehende Kredit von 200'000 Franken um 120'000 Franken erhöht werden. «Bei der Quelle wurden die Schutzzonen neu definiert und ausgeschieden.» Die Bürgergemeinde müsse beispielsweise eine Strasse verlegen. Die Auflagen seien streng. «Wird im Bereich des ersten Kreises der Schutzzone geholzt, darf dort kein Benzin nachgeschüttet werden. Der Holzer muss in den zweiten Kreis ausweichen und dort in einer Wanne das Benzin nachfüllen», gibt Hess ein Beispiel. Geld werde aber auch benötigt, um Land erwerben zu können. Der Aufwand lohne sich, weil dadurch sauberes Wasser garantiert werden kann.

Weitere Kreditanträge über insgesamt 250'000 Franken betreffen Leitungserneuerungen in der Grünernstrasse sowie im Erlimattweg. Allen Anträge stimmten die Anwesenden zu.

Positives Budget 2017

Im Budget 2017 erwartet die Bürgergemeinde einen fast sechsstelligen Ertragsüberschuss. Dieses Ergebnis resultiere aus einem Ertragsüberschuss in der Bürgerrechnung von 14'000 Franken, einem Ertragsüberschuss von fast 86'000 Franken in der Wasserversorgung und einem Aufwandüberschuss von 3000 Franken in der Forstrechnung. Die Nettoinvestitionen liegen bei 285'000 Franken.