Zu Beginn der Gemeinderatssitzung war noch nicht klar, ob dem Volk eine Steuererhöhung vorgeschlagen werden muss oder nicht. Der Gemeinderat tat sein Möglichstes, um dies zu verhindern, und kümmerte sich nochmals um jede einzelne Position.

Nach einer intensiven zweiten Budgetlesung und einigen Streichaktionen verdeutlichte sich, dass die Steuern für das nächste Jahr noch nicht erhöht werden müssen.

Während das Budget vor der ersten Lesung einen Aufwandüberschuss von einer halben Million Franken vorsah, konnte der Rat das Defizit nun auf ein akzeptables Mass einschränken: 121 000 Franken Aufwandüberschuss.

Möglich war dies, weil zahlreiche kleinere Positionen verschoben wurden – vom Abdeckbelag für den Turnhallenboden (15 000 Franken) bis hin zum Anhänger für die Feuerwehr (14 000 Franken). Auch rechnet man bei den juristischen Personen mit höheren Steuereinnahmen als ursprünglich geplant.

Ein grosser Dank gebühre aber vor allem der Bürgergemeinde, so der Gemeindepräsident Bruno Eberhard (CVP). Der Bürgergemeinderat hat beschlossen, die Einwohnergemeinde mit 100 000 Franken zu unterstützen, um eine Steuererhöhung zu verhindern. Dieser Beitrag fliesst direkt dem Spitex-Verein Deitingen zu, womit sich der Gemeindebeitrag entsprechend reduziert. Die Bürgergemeinde hat diesen Beitrag bereits angekündigt und am Mittwochabend, nach der Sitzung des Einwohnergemeinderates, offiziell bestätigt.

Steuererhöhung wohl nächstes Jahr

Der Finanzplan macht allerdings deutlich, dass die Steuererhöhung wohl trotzdem demnächst ansteht – wahrscheinlich nächstes Jahr. «Wir verschulden uns, der Finanzierungsfehlbetrag beläuft sich 2017 auf etwa eine halbe Million und in den Folgejahren sieht es nicht besser aus», erklärte Finanzverwalter Christoph Lütolf.

Die Nettoverschuldung je Einwohner beträgt momentan 2300 Franken, soll aber bis ins Jahr 2020 auf 3300 Franken ansteigen. Zudem machte Lütolf darauf aufmerksam, dass die Unternehmenssteuerreform III mit grosser Wahrscheinlichkeit bald umgesetzt werde, was negative Auswirkungen auf die Gemeindefinanzen haben werde, denn der Anteil juristischer Personen ist in Deitingen gross. «2017 ist noch ein Verschnaufjahr, aber für 2018 stehen die Zeichen ganz anders», betonte Lütolf.

Der Gemeinderat war sich allerdings einig, dass es nicht sinnvoll wäre, die Steuern vorsorglich anzuheben. Der Steuersatz für natürliche Personen soll deshalb auf 120 Prozent bleiben, jener für juristische Personen auf 115 Prozent. Dafür müsse man aber nächstes Jahr mit einer Erhöhung rechnen.

Immerhin soll der Beitrag in den kantonalen Finanzausgleich schrumpfen. Dieser beträgt 2017 nämlich eine Viertelmillion und ist damit – aufgrund vergangener positiver Abschlüsse – ausserordentlich hoch. Auch das aktuelle Rechnungsjahr schliesst wahrscheinlich besser als budgetiert.

Bei den Investitionen stehen einige Strassensanierungen auf dem Programm, so die Schachenstrasse, die Hofuhrenstrasse, die Erschliessung Stöcklimatt und der Belag der Kirchgasse. Die Sanierung des Pumpwerks ist ebenfalls ein grösserer Brocken. Die Nettoinvestitionen belaufen sich auf 679 900 Franken.

Ratsmitglied Toni Ziegler (CVP) informierte über die Schule und teilte mit, dass die Schülerzahlen rückläufig seien. Man führe deshalb künftig nicht mehr zehn volle Klassen, sondern zwei reduzierte Abteilungen.