30 Jahre sind vergangen, seit der Theaterzirkus Wunderplunder 1985 gegründet wurde. Doch verändert hat sich sein Leitbild seither kaum. Die zehn fleissigen Helfer versuchen, alle möglichen Wünsche der Kinder und der Erwachsenen wahr werden zu lassen.

Diese Woche gastiert der Zirkus auf Einladung des Vereins Konfetti, einem Verein für Kinder, Jugendliche und Familien, in Langendorf. Rebekka Studer, Vorstandsmitglied des Vereins und OK-Präsidentin kannte den Theaterzirkus aber bereits vorher. «Ich war so begeistert von der Arbeit, die das Team leistete, dass ich den Zirkus Wunderplunder auch nach Langendorf holen wollte.»

Üben, üben, üben

Seit Montag haben die Mitglieder des Theaterzirkus Wunderplunder mit den 61 Teilnehmern jeden Tag für die Aufführungen vom Donnerstag geprobt. Nachdem die Kinder am Montag in alle Disziplinen rein schnupperten, konnten sie sich für diejenige entscheiden, die ihnen am meisten zusagte. Dabei durften sie aus der Jonglier-Gruppe, der Pantomimen-Gruppe, der Feuer-Gruppe und vielen anderen Gruppen, auswählen.

Lena (11) erklärt, dass sie unbedingt in die Pantomimen-Gruppe wollte, aber nach dem Schnuppern von der Feuer-Gruppe doch ein wenig mehr begeistert war. «Es sah so cool aus, da dachte ich, das will ich machen und schloss mich dann kurzerhand dieser Gruppe an.»

In diesen Gruppen übten die Kinder verschiedenste Kunststücke und Choreografien ein. Die Mitglieder des Theaterzirkus Wunderplunder überlassen den Teilnehmern gerne auch mal freie Hand bei der Auswahl ihrer Performance. Laura Vinatzer, 26, die aus Luzern stammt und Soziale Arbeit studierte, sagt, dass es die Ideologie des Theaterzirkus Wunderplunder sei, die Kinder nicht unter Leistungsdruck zu setzen, sondern dass sie einfach das machen dürfen, was sie gerne machen. «Man sieht dann schnell auch, wie Kinder aus alten Mustern ausbrechen, eine neue Rolle in der Gruppe einnehmen und dabei ungeahnte Fähigkeiten entdecken. Das ist wirklich schön.»

Momentan finden die ersten Proben im richtigen Zirkuszelt statt. Die Kinder können es kaum erwarten, bis ihre Gruppe dran ist, der Vorhang aufgeht und die Bühne ihnen und ihren Tricks gehört. Im Scheinwerferlicht übt bereits die Clown-Gruppe ihr Theater mit bösen Banditen und einem cleveren Grosi. Einige Szenen werden wiederholt, aber der Ablauf sitzt und verspricht, an der Aufführung für manchen Lacher zu sorgen.

Feuerfeste Artisten

Auch ausserhalb des Zeltes wird fleissig geübt. Die Jonglier-Gruppe geht ihre Choreografie nochmals durch, damit jeder Artist weiss, wann er oder sie an der Reihe ist. Einfach sind die Kunststücke nicht; konzentriert stehen die Kinder auf dem Balken, versuchen ihr Gleichgewicht zu bewahren und jonglieren dabei auch noch.

Auf der Bühne wird es heiss, denn nun probt die Feuergruppe ihre Show. Dabei führen sie Choreografien mit grossen und kleinen Fackeln durch, schlucken Feuer, speien Feuer und zünden sich sogar ihre Finger an. Feuerscheu dürfen die Artisten und Artistinnen dieser Gruppe also nicht sein. Lena erzählt, dass dies für sie auch kein Problem war. «Ich hatte nie Angst vor dem Feuer. Aber ich hatte ein wenig Respekt davor, meine Finger anzuzünden. Aber wenn man es einmal gemacht hat, vergisst man die Angst schnell.»

Dass die Kinder, welche diese Woche aus Langendorf, Oberdorf und Solothurn kommen, Freude am Zirkus haben, sieht man gleich. Diese Freude war auch ein Argument für Laura Vinatzer, sich für das Leben im Zirkuswagen zu entscheiden. «Man lernt viele, unterschiedliche Kinder kennen, auch solche, die mit einer Behinderung leben müssen. Und zu helfen, dass sich die Teilnehmer selbst verwirklichen können, ist definitiv ein Grund, wieso ich mit dabei bin.»