«Wir haben kräftig gespart, aber wir wollen uns nicht krank sparen», eröffnete Gemeindepräsident Christoph Heiniger die Aussprache zum Budget. Der Jahreshaushalt zeige nämlich, dass der finanzielle Handlungsspielraum immer enger werde. Nur noch rund 10 Prozent seiner gesamten Ausgaben könne Flumenthal selber bestimmen, antwortete er auf eine Frage aus dem 40-köpfigen Plenum.

Alle anderen Kosten seien gesetzlich oder vertraglich vorgegeben. Als «Finanzminister» übernahm Markus Zubler alle nötigen Erklärungen zum neuen Harmonisierten Rechnungsmodell HRM2. «Wir werden uns einfach umgewöhnen müssen und sehen, dass der Budgetvergleich vor allem durch die neue Abschreibungspraxis mit Vorjahren nur noch bedingt möglich ist.»

Positiv für die Gemeinde sei, dass sie durch die Neuordnung des Finanzausgleichs vom Zahler zum Empfänger mit 129 200 Franken werde. «Für uns ein Glücksfall», so Zubler. Bei einem Gesamtaufwand von 4,4 Mio. resultiert ein Aufwandüberschuss von 70 400 Franken, der dem für 2015 budgetierten Verlust von rund 77 000 Franken entspricht. Noch umfasst das Eigenkapital rund 1 Mio. Franken. «Diese Reserve aber wollen wir nicht weiter anknabbern, und behalten auch bei den Investitionen mit netto 306 000 Franken Augenmass», betonte der Finanzressortchef.

Der Selbstfinanzierungsgrad liegt bei 53.1 Prozent. Die Versammlung sah keine Veranlassung, die Steuerfüsse zu «kippen», zumal 125 Prozent für natürliche Personen nur wenig über dem Kantonaldurchschnitt mit 119 Prozent liegt.

Weitaus günstiger werden die juristische Personen mit 99 Prozent gegenüber dem Kantonaldurchschnitt von 114,8 Prozent behandelt. Beibehalten wir die mit 50 Franken unveränderte Personalsteuer, die unlängst in Bellach abgelehnt wurde. Das gesamte Budget, bei dem auf die Lesung von Einzelpositionen verzichtet werden konnte, wurde einstimmig genehmigt. «Das ist für uns ein Vertrauensbeweis», dankte der Gemeindepräsident.

Gordische Knoten gelöst

Gemeinderat Fredy Gruber durchleuchtete das als Revision vorliegende Abfallreglement. Nötig wurde diese Änderung, weil die Spezialfinanzierung Abfall im kommenden Jahr eine Unterdeckung von 8000 Franken erfahren hätte und ausgeglichen gestaltet sein sollte. Neu ist, dass jeder weibliche oder männliche Flumenthaler ab 18 Jahren die Grundgebühr von 75 Franken (statt bisher 60.-) zu entrichten hat. «Damit liegen wir im Vergleich zu Nachbargemeinden immer noch in einem vernünftigen Bereich», hatte sich Gruber erkundigt.

Die Mehrwertsteuer wird bei allen Beträgen zusätzlich in Rechnung gestellt. Entlastung bietet das Reglement für Unternehmen, die von der doppelten Zahlung auf Antrag befreit werden, wenn der Unternehmer auf der gleichen Parzelle wohnt. Stimmbürger Michel Stalder bezweifelte bezüglich Grüngutkosten die Verursachergerechtigkeit. Dem von Heiniger als Kompromisslösung empfohlenen Antrag stimmten schliesslich 32 Anwesende zu.

Ohne grosse Diskussionen ging das Reglement zu neu durch die Kommunen auszustellenden Anlassbewilligungen durch. «Wir wollen vor allem unsere Vereine nicht schröpfen», betonte der Gemeindepräsident. Zu einer grossmehrheitlich mitgetragenen Veränderung kam es bei den Gebühren. Für die Freinachtbewilligung von 1 Uhr bis 5 Uhr in der Frühe wollte die Gemeinde 100 Franken pro Stunde erzielen. 28-fache Zustimmung erhielt Stimmbürger Stalder für seinen Antrag, diesen Betrag auf 50 Franken zu senken.

Lebensdauer ist erreicht

Baukommissionspräsident Felix Steiner zeigte auf, warum der zum Friedhof führende Bornerichweg spätestens 2018 saniert werden muss, weil die «Lebensdauer von Strasse und inliegenden Leitungswerken erreicht sei. Einstimmig unterstützte die Versammlung den auf insgesamt 130 000 Franken lautenden Kreditantrag. Mit 37:3 zeigte sich das Plenum überzeugt, dass die Sanierung der Abwartwohnung im Schulhaus nötig ist. «Es soll hier keine Luxuswohnung entstehen», so Steiner zum «Maximal»-Kredit von 93 000 Franken, der von etlichen Votanten als hoch bezeichnet wurde.

Noch offen ist, ob nach der Pensionierung des jetzigen Hauswartes zur Jahresmitte hier Gruppenräume für die Schule entstehen oder weiterhin Wohnnutzung möglich sein soll. Um Schäden rechtzeitig aufzuspüren, bewilligte die Versammlung einstimmig für 45 000 Franken ein kontrollierendes Kanal- und Leitungsfernsehen.